Mit oder ohne Frauenquote: Patenkind wird Polizistin

Ehemaliges World Vision Patenkind Christine am Schreibtisch ihrer UniversitätEine Führungsposition in der Wirtschaft ist es nicht, aber doch ein Beispiel für gelungene Förderung weiblicher Talente. Christine Joy Gonzales Palud hat ihr Studium der Kriminologie mit Magna Cum laude abgeschlossen und bei den landesweiten Prüfungen für den Polizeidienst ebenfalls herausragend gut abgeschlossen. „Diesen Erfolg verdanke ich auch World Vision und meiner Patin, die mir mit einem großen Herz den Weg in die Schule und Ausbildung geebnet haben“, sagt die junge Philippinin bei ihrer Auszeichnung.

Christine steht im Jahr 2010 kurz vor dem Ziel ihrer Träume: Sie will in den Polizeidienst. Wir treffen sie aber noch nicht in Uniform an, sondern in einem Büro der Universität in Baguio, wo sie bis zum Beginn des Polizeidienstes als Dozentin arbeitet. Das Unterrichten sei auch ganz nett, aber sie könne es kaum erwarten, bald professionell anderen zu helfen und knifflige Fälle zu lösen.

Die Tochter eines Fischers und einer Bananen-Verkäuferin aus der Provinz Aurora bekam als Kind nur selten Polizisten zu Gesicht. Man braucht einen ganzen Tag mit dem Auto, um ihr Heimatdorf von der Stadt aus zu erreichen. Man quält sich im Zick-Zack durch die Berge und muss immer aufpassen, nicht von Erdrutschen verschüttet zu werden, besonders in der Regenzeit. „Es war ein kleines Dorf, in dem wenig passierte, aber ich fand es schön, am Meer und gleichzeitig in den Bergen zu leben. Meine Eltern und Großeltern halfen sich gegenseitig. Sie bauten auf einem kleinen Stück Land Bananen an, hielten auch Ziegen und Schweine.“ Andere Familien im Dorf hatten Reisfelder oder Kokusnusspalmen.

Als besondere Erlebnisse ihrer Kindheit erinnert Christine vor allem das Fischen mit dem Vater und auch die Bananenernte in den Bergen. „Ich besaß nicht viel Spielzeug und wir konnten uns auch keine Bücher leisten, aber meine Kindheit war sehr sinnstiftend. Mit Hilfe meiner Familie konnte ich viele Schwierigkeiten überwinden und bin eine Frau geworden, die hoffnungsvoll und unabhängig ist.“

Und welchen Anteil hatte die Patenschaft an ihrer Entwicklung?

“Ich bekam zum Beispiel Schulbücher und eine Schuluniform, später auch finanzielle Unterstützung für den Collegebesuch in der Stadt, und die Mitarbeiter von World Vision ermutigten mich, im Vertrauen auf Gott meinen Weg zu gehen. Auch über die Geburtstagspost meiner Patin habe ich mich gefreut.“

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