Japan: Ein großer Schritt nach vorne

Japanische Schulkinder, Lehrer und Eltern

Japanische Schulkinder, Lehrer und Eltern

Die Wiedereröffnung einer Schule kann ein entscheidender Schritt in Richtung Normalität sein. Vor allem, wenn die Schüler selbst daran mitgewirkt haben.
Von Mitsuko Sobata (World Vision Japan)

Kinder in Deutschland freuen sich bestimmt schon mal, wenn ihre Schule nach den Ferien noch ein paar Tage länger geschlossen bleibt, weil dringende Renovierungsarbeiten noch nicht abgeschlossen sind. In Japan freuten sich jetzt Hunderte Schüler und Schülerinnen, dass die Zwangsferien endlich zu Ende sind. Als am 11. März die Wellen des Tsunami über die Stadt Minamisanriku hinweg rollten zerstörten sie auch die Tokura Grundschule und die Junior High. Der größte Teil der überlebenden Schüler wurde nach Tome City gebracht. Dort baute World Vision Japan “child friendly spaces” auf, Schutzzentren für Kinder, in denen Kinder, Eltern und Lehrer sich gemeinsam von ihren Erlebnissen erholen konnten.

Jetzt, am 10. Mai, begann endlich wieder das neue Schuljahr – mit vierwöchiger Verzögerung. Mit strahlenden Gesichtern zogen die betreuten Schüler in das Gebäude der ebenfalls beschädigten, aber noch funktionstüchtigen Kyuzennouji-Grundschule. Ausgerüstet mit Schulmaterialen von World-Vision und dem guten Gefühl, selbst etwas für ihre schulische Zukunft getan zu haben. Denn zuvor hatten sie gemeinsam mit den Schülern einer benachbarten Junior-High-Schule das Gebäude auf Vordermann gebracht.

Während der Eröffnungsfeier rollten viele Tränen die Gesichter der Schüler und Eltern hinab. “Das ist wirklich ein großer Schritt vorwärts für uns, es hilft, unser Leben wieder neu aufzubauen”, sagte Herr Asokawa, der Direktor der Tokura-Grundschule.

World Vision sorgt übrigens auch dafür, dass die Schüler sicher zur Schule kommen – wir bertreiben dort jetzt eine Schulbuslinie zwischen Minamisanriku und Tome. Und weil noch immer viele Kinder in der Gegend Schutz und therapeutische Hilfe brauchen eröffneten wir am 12. Mai auch ein neues Schutzzentrum in der Kyuzennouji-Grundschule.

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