Jugendliche für Politik begeistern

Johannes Backhaus (hinten) und seine Gruppe von Schülern in Berlin

Johannes Backhaus (4.v.r.) und seine Schülergruppe mit Politikern in Berlin

“Peer Up!” heißt das Projekt von Johannes Backhaus. Der World-Vision-Mitarbeiter bringt junge Leute zusammen, die sich mit entwicklungspolitischen Themen beschäftigen wollen. Und er lernt dabei auch eine Menge über die Sicht junger Menschen auf die Politik in Deutschland. Wie neulich, bei einem Treffen mit Bundestagsabgeordneten in Berlin.

Mein Job bei World Vision ist es, in ganz Deutschland junge Menschen für entwicklungspolitisches Engagement im Rahmen des Jugendprojektes “Peer Up! Jugend bildet Zukunft!” zu begeistern. Dafür reise ich in der Republik herum und informiere in Seminaren über entwicklungspolitische Themen wie die Gesundheit von Kindern und Müttern weltweit. Jugendliche, die sich intensiver mit den Themen beschäftigen und diese mit interessanten und kreativen Aktionen umsetzen wollen, werden von mir in jeglicher Hinsicht unterstützt.

Ich leiste Pressearbeit, kaufe die notwendigen Materialien und vernetze mit anderen Nicht-Regierungsorganisationen. Im März diesen Jahres organisierten wir zum Beispiel eine Projektwoche an der Gesamtschule Bremen Mitte Dabei hat sich der 9. Jahrgang eine Woche lang mit den Themen HIV und Kinder- und Müttergesundheit beschäftigt und sich überlegte, wie diese Themen umgesetzt werden könnten. Heraus kamen zwei Filme, eine Fahrrad-Demonstration, Unterschriften wurden gesammelt und eine Pressekonferenz auf die Beie gestellt.
Cheyenne, Paula, Sascha, Lea und Greta hatten sich während dieser Woche als eine sehr motivierte Gruppe hervorgetan und so entstand die Idee, sie in Berlin dem politischen Leben der Republik näher zu bringen. Die von uns organisierte Reise begann am 12. Mai mit dem Besuch der Mutternacht. Bei dieser Veranstaltung geht es darum, auf die gesundheitliche Situation von Frauen weltweit aufmerksam zu machen. In diesem Jahr lag der Schwerpunkt auf das Leben junger Mädchen weltweit. Die fünf Schülerinnen aus Bremen, die in Schnitt 15 Jahre alt waren, konnten sich sehr mit diesem Thema identifizieren und bekamen einen Eindruck wie es ihren Altersgenossinnen in anderen Ländern der Welt ergeht. Einen Tag später konnten die Schülerinnen mit wichtigen Politikern über wichtige Entwicklungsthemen reden.

Nach einer anfänglichen Scheu trauten sich die Jugendlichen immer mehr, ihre Fragen an die Politiker zu richten. Schließlich ist es auch nicht einfach, sich gegen einen rhetorisch gewandten Berufspolitiker zu behaupten. Die Gruppe empfand die gesamte Reise als sehr interessant. Immer wieder merkte man aber, wie sie mit der Welt, die sich ihnen dort öffnete, haderten. Als politisch interessierte Menschen wollten sie gerne schnelle Veränderungen sehen und mussten mit der Enttäuschung klar kommen, dass es in der Politik leider stets ein wenig dauert. Doch gerade diese Reise und der Austausch mit den Politikern machte den Jugendlichen nachvollziehbarer, warum politische – gerade “vernünftige” politische – Entscheidungen ihre Zeit brauchen auch wenn das für sie weiterhin nicht unbedingt verständig ist. Wie eine von ihnen sagte: “Wenn man weiß, was richtig ist. Warum tut man es dann nicht einfach?”

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