Wie Ihre Spenden in Japan Hoffnung schenken

Deutsche Kinder haben einem japanischen child-friendly-space Bilder geschickt - darüber freuten sich unsere japanischen Kinder sehr

Deutsche Kinder haben einem japanischen child-friendly-space Bilder geschickt - darüber freuten sich unsere japanischen Kinder sehr

Am 11. März erschüttert ein Erdbeben von der Stärke 9,0 die Insel. Anschließend rollt ein Tsunami über Teile der Küstenregionen hinweg. Und dann tritt aus den beschädigten Meilern des Kraftwerkes Fukushima auch noch radioaktive Strahlung aus. 15.000 Menschen kommen ums Leben, viele werden vermisst, über 100.000 sind obdachlos – unter ihnen viele Kinder. Von Dirk Bathe:

Japan ist ein hochentwickeltes Industrieland. Schnell sind technische Ausrüstung und qualifiziertes Personal einsatzbereit. Doch die Folgen der Katastrophe sind selbst für ein funktionierendes Staatswesen wie in Japan nicht ohne den Einsatz von vielen Freiwilligen und professionellen Katastrophenhelfern zu bewältigen. Unter ihnen sind auch unsere Kollegen von World Vision Japan. Gewohnt in Entwicklungsländern Katastrophenhilfe zu leisten, setzen sie sich jetzt mit ganzer Kraft für das Überleben ihrer Landsleute ein. Unter ihnen ist auch Mitsuko Sobata. Sie beschreibt ihre Eindrücke so: „Immer wieder bin ich überwältigt von der Kraft und dem unbeugsamen Willen meiner Landsleute. Und kann doch nicht die Augen vor dem Leid verschließen.“
Zunächst war es wichtig, die Grundversorgung von zehntausenden Menschen zu sichern. 130.000 Windeln wurden verteilt, 100.000 Sanitärsets, tausende Flaschen mit Trinkwasser. Die Auffanglager wurden mit Reiskochern und Waschmaschinen ausgestattet, Milchpulver für Babies zur Verfügung gestellt und auch an einfachste Dinge wie Toilettenpapier und Handtücher gedacht.

„Nach diesen ersten Maßnahmen ging es aber auch schon recht bald um die mittelfristige Hilfe. Darum, wieder so etwas wie Normalität herzustellen“, erklärt Mitsuko. Dazu zählt, Menschen mit einer Grundausstattung zu versorgen. Zum Beispiel für das Leben in Übergangshäusern, die mittlerweile von der Regierung gebaut wurden. Dort bekamen 75.000 Menschen, die beim Tsunami alles verloren hatten, elektrische Geräte, Küchenausstattung und auch Sanitärartikel.
Besonders bewegt hat Mitsuko das Schicksal der zehntausenden Kinder, die von ihren Eltern getrennt wurden, die obdachlos oder sogar Waisen geworden sind. Sie verbringen die ersten Nächte nach der Katastrophe oft in den Straßen, ohne Zelt, ohne Nahrung, nur mit einem dünnen Stück Pappe.

In ähnlichen Katastrophenfällen wie in Haiti oder Pakistan hat World Vision gute Erfahrungen mit dem Aufbau von „child friendly spaces“ – Kinderbertreuungszentren – in denen obdachlose und von ihren Eltern getrennte Kinder zur Ruhe kommen und von ihren traumatischen Erlebnissen erholen können. Darunter auch viele Kleinkinder im Alter von zwei bis sechs Jahren. Sechs von diesen „child friendly spaces“ wurden eingerichtet, meist in bestehenden Gebäuden wie Schulen und Kindergärten. Zwei von ihnen konnten mittlerweile wieder geschlossen werden, weil Kinder wieder mit ihren Familien vereint wurden. Etwa 5.000 Schüler im Alter von sechs bis 15 Jahren erhielten Basis-Schulmaterialien wie Hefte, Stifte und Bücher. Aber die Schüler, Lehrer und Eltern packten auch selbst mit an, brachten ihren beschädigten Schulen wieder auf Vordermann.

Wie die Schüler der Kyuzennouji-Grundschule, die Mitte Mai wieder die Schulbank drücken konnten. Ausgerüstet mit Schulmaterialen von World-Vision und dem guten Gefühl, selbst etwas für ihre schulische Zukunft getan zu haben. Denn zuvor hatten sie gemeinsam mit den Schülern einer benachbarten Junior-High-Schule das Gebäude repariert.
Während der Eröffnungsfeier rollten viele Tränen die Gesichter der Schüler und Eltern hinab. Auch bei Herrn Asokawa, dem Direktor der Grundschule: “Das ist wirklich ein großer Schritt vorwärts für uns, es hilft, unser Leben wieder neu aufzubauen.”

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