Malaria

Unterwegs


von Inga von Grumbkow die mit einer Jugendgruppe von Peer-up Ghana bereist


Heute stand eigentlich auf unserem Programm: 9:30 Abfahrt nach Kumasi. Doch leider wurden wir schon gestern ganz unverhofft mit einer der Gefahren eines subtropischen Landes konfrontiert: Zwei unserer Mitreisenden sind an Malaria erkrankt. Das war ein ganz schöner Schock, als wir das gehört haben.


Denn obwohl jeder weiß, 100% Schutz gibt es nicht, glaubt man, dass einem selbst so etwas nie passieren wird. Jede Vorsichtsmaßnahme für sich, aber auch alle Vorsichtsmaßnahmen zusammen (Mückenspray, Malarone – ein Medikament, das die Wahrscheinlichkeit einer Infektion reduziert, Mückennetz, möglichst lange Kleidung, Ventilator anschalten) verhindern eine Erkrankung nicht unbedingt.
Es fing alles damit an, dass Julia und Tanja aus Österreich eine unglaublich anstrengende Nacht, mit Übelkeit und allem was dazu gehört, durchlitten. Zuerst mal schieben wir das auf das Essen und warten ab, ob es besser wird. Leider ist es, als wir gestern aus dem Dorf zurückkommen, noch überhaupt nicht besser. Also, ab ins Krankenhaus – mit Malaria ist schließlich nicht zu spaßen! Der Arzt hat Julia und Tanja auch gleich Medikamente gegen Malaria verschrieben. Julia behält er sogar da, sie ist arg wackelig auf den Beinen und bekommt sogar eine Infusion.
Tanja geht es schon etwas besser und sie kann immerhin gleich wieder ins Hotel zurück und dort schlafen. Am nächsten Tag, also heute, geht es dann aber so früh wie möglich wieder zum Labor, um Sicherheit zu haben. Und tatsächlich: Bei beiden wurde Malaria-Erreger im Blut gefunden. Bis jetzt hatten wir es alle noch nicht wirklich wahr haben wollen. Aber nun müssen Entscheidungen getroffen werden: Fahren wir weiter nach Kumasi und treffen die beiden später in Accra? Fliegen sie am besten heute schon nach Hause? Nach einigem hin und her telefonieren, Abwägen von Argumenten und Risiken, sah der Plan dann so aus: Alle außer Julia fahren heute weiter nach Kumasi. Julia erholt sich so lange wie möglich, wird aber bestenfalls morgen schon nach Accra gefahren, wo wir sie dann am Samstagvormittag treffen werden. So richtig zufrieden waren wir damit natürlich nicht, ohne Julia weiterzufahren, aber leider hätten wir vor Ort auch nicht helfen können. Glücklichweise haben wir ja die Engel in Orange – also die Mitarbeiter von World Vision Ghana- um uns herum, die sich so rührend und mitfühlend um Tanja und Julia gekümmert haben. Sie werden sich auch weiterhin um Julia kümmern, während sie sich im Hotel erholt.
An dieser Stelle noch mal ein riesiges Dankeschön dafür an Nelly, Nick, Daniel und die anderen World Vision Mitarbeiter, deren Namen wir nicht kennen, die sich aber ebenso fürsorglich um Julia kümmern.
Wir essen also noch zu Mittag in unserem Hotel in Jukwa und machen uns dann auf nach Kumasi. Nach einer ca. fünfstündigen Fahrt kommen wir in unserer neuen Unterkunft an. Auf den ersten Blick, ist die Gruppe nicht begeistert. Wir wohnen jetzt in einem günstigen Guesthouse, in dem Bad und Toilette auf dem Flur sind. Die Zimmer sind dunkel und haben sicherlich schon bessere Tage gesehen. Es ist die Art von Unterkunft, in der auch die Einheimischen übernachten. Nach dem wir bisher stets in Unterkünften gewohnt haben, die eher westlichen Standard entsprechen und damit recht weit weg von der Realität der Menschen in Ghana waren, erleben wir jetzt mehr die Wirklichkeit in unserem Gastland.

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