Aufbruch ins Hochland von Äthiopien, wo der Hunger besiegt sein soll

1. Teil des Reiseblogs von Pressesprecherin Silvia Holten aus Äthiopien

Selam” und “Indemin Walatschu” – auf amharisch “Hallo” und “Guten Tag”. In wenigen Stunden sitze ich mit Kollegen und Journalisten im Flugzeug nach Addis Abeba, der Hauptstadt Äthiopiens. Ich bin sehr gespannt…. Äthiopien war als einziges afrikanische Land nie kolonialisiert, bis auf ein kurzes Intermezzo durch Italien, das jedoch durch die massive Gegenwehr der Äthiopier schnell beendet war. Man sagt, in Äthiopien läge die Wiege der Menschheit. Dort wurde 1974 Lucy, ein Teilskelett eines vermutlich weiblichen Menschen gefunden, das etwa 3,2 Millionen Jahre alt sein soll.

Die Äthiopier sind stolz auf ihr Land, denn der Staat am Horn von Afrika gilt als einer der ältesten der Welt. Seine Geschichte geht bis ins 9. Jahrhundert vor Christus zurück. Auch wenn die äthiopische Regierung in den letzten Jahren große Anstrengungen unternommen hat, wirtschaftlich nach vorn zu kommen, gibt es immer noch viel zu tun. Immer noch gilt das Land als eines der ärmsten der Welt. Neben der akuten Hungersnot am Horn von Afrika und tausenden von Flüchtlingen, die aus Somalia in das Nachbarland flüchten und versorgt werden müssen, haben die Äthiopier selbst mit vielen Problemen zu kämpfen. Die Kindersterblichkeit ist hoch (77,12 Todesfälle auf 1000 Geburten). Viele Menschen können nicht lesen und schreiben, auch wenn hier in den letzten Jahren enorm viel erreicht wurde. Viele Wälder wurden abgeholzt und der ausgelaugte Boden bringt in vielen Gegenden nicht mehr genug Erträge.

Wir fahren ins zentrale Hochland, in ein Gebiet nördlich von Addis Abeba, in dem es 1984 ebenfalls eine gigantische Hungersnot gab. Fast 8 Millionen Menschen waren damals vom Hungertod bedroht. Mit Kamelen wegen der fehlenden Straßen begann World Vision im damals staubtrockenen Antsokia Tal mit Nothilfe für die Hungernden, die dann später in langfristige Entwicklungszusammenarbeit überging. Viel soll erreicht worden sein. Es wachsen wieder Bäume und Sträucher, von denen zur richtigen Jahreszeit Mangos, Orangen, Bananen, Pfeffer und vieles mehr geerntet wird. Sogar Seide wird produziert. Den Menschen dort soll es gut gehen für äthiopische Verhältnisse. Und dies wurde u.a. erreicht durch die Spenden unserer Paten. Sie haben schon einen persönlichen Bezug zu dem Land und ich werde ihn bald auch haben.

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