Judith Rakers in Ostafrika – Tag 2

Wir sind spät angekommen gestern in Tansania. Von Hamburg aus ging es nach Zürich, dann nach Nairobi/Kenia und dann nach Daressalaam. Fast hätte ich in Zürich den Anschlussflug verpasst, weil wir wegen Nebels in Hamburg verspätet gestartet waren. Wolfgang Eisert, Christoph Waffenschmidt, Christian Kage von World Vision, sowie unser dpa-Fotograf Kai-Uwe Wärner, die in Zürich auf mich warteten, hatten schon Blut und Wasser geschwitzt. Immerhin war die ganze Reise darauf ausgelegt, mir als neuer Botschafterin für World Vision die Projekte zu zeigen. Doch dann ging doch noch alles gut. Nach einem kurzen gegenseitigen Beschnuppern bei Serengeti-Bier und einem Salat im Garten unseres Hotels waren wir alle müde und voller Vorfreude auf die anstehenden Erlebnisse in unsere Betten gefallen.
Jetzt, nach unserer ersten Nacht unter dem Moskitonetz saßen wir schon wieder im Auto. Und zwar seit mehreren Stunden.

In Daressalaam war zunächst Stau – eine gute Gelegenheit, beim Vorbeifahren die Straßenstände mit Gemüse, Kleidung und Waren aller Art zu begutachten – wobei die Straßenstände in Tansania auch zum Auto kommen: Viele fliegende Händler laufen an den Fensterscheiben vorbei und bieten von Früchten, über selbstfritierte Chips bis hin zu DVD-Raubkopien und sogar Küchenuhren so ziemlich alles an, was vorstellbar ist. Philipp Hedemann, freier Journalist, der gestern Abend im Hotel noch zu uns gestoßen ist, zieht den ersten Vergleich: In seiner Wahlheimat Addis Abeba/Äthiopien, von der aus er die deutschen Tageszeitungen als Korrespondent beliefert, hätten die Straßenhändler alle dasselbe im Angebot. Hier in Daressalaam sei der Straßenverkauf vielfältiger. Überhaupt sind die Fahrten mit dem Auto, die wir in diesen Tagen unternehmen, höchst interessant. Da wir mit sieben Erwachsenen in einem Jeep sitzen, ist es unbequem und eng – vor allem, weil die Hitze allen zusetzt – aber es entstehen interessante, stundenlange Gespräche. Über die Arbeit von World Vision, über Addis Abeba, über das Leben in Deutschland und anderen Teilen der Welt, über unsere Familien und Freunde. Auch unser erster Stopp ist interessant: wir kehren in einer Art Raststätte ein: Die Fernseher laufen laut, es gibt einheimisches Essen aus großen Schalen – etwas undefinierbares, graues wird von Philipp als Bananeneintopf identifiziert und draußen verkaufen Händler Touristen-Souvenirs. Noch ist alles so, wie man es auch von normalen Touristenreisen nach Afrika kennt, doch dieser Eindruck wird sich in wenigen Stunden ändern.


Es ist schon dunkel, als wir unser Hotel „White Parrot“ in Korogwe erreichen, der kleinen Stadt, die dem Hilfsgebiet von World Vision am nächsten liegt. Es gibt fließendes Wasser, das aber nur tröpfelt aus der Leitung, keine Duschvorhänge, Moskitonetze aber nur sehr spärliche Beleuchtung. Sogar ein Sofa steht im Zimmer, allerdings ist es so verdreckt, dass ich lieber nicht genau hinschaue. Europäischer Touristen-Standard ist dieses Hotel nicht mehr – für die Region aber ist es purer Luxus. Das wird mir bewusst, als wir am nächsten Tag die Gegend erkunden.

Judith Rakers hat auch auf ihrer Facebook-Fanpage viele Infos und Bilder gepostet.

Wenn Sie sich für eine Kinderpatenschaft in Ostafrika interessieren, finden Sie hier weitere Infos und konkrete Vorschläge.

 

1 Kommentar

  1. Vanessa G., 10. Oktober 2011

    Toller Bericht. Ich freue mich auf die Fortsetzung, wenn Sie endlich Ihr Patenkind kennen lernen. Hoffe es geht bald weiter mit dem Bericht.

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