Was wirklich wichtig ist – Judith Rakers in Ostafrika, Teil 1

Tagesschau-Sprecherin Judith Rakers besucht ihr Patenkind in Magoma, Tansania

Sie ist 12 Jahre alt, klein für ihr Alter – aber mit glücklichen Augen und einem unbefangenen Lachen. Mariamu Juma Rashidi ist eines von fünf Geschwistern und lebt mit ihren Eltern, Neffen und Nichten in vier Lehmhütten direkt neben der Schule im Projekt Magoma/Tansania. Sie trägt Gummischläppchen an den lehmigen Füßen und ein Hemd, an dem Knöpfe fehlen. Und sie träumt davon, Lehrerin zu werden.
Ich bin 35 Jahre alt, verheiratet aber kinderlos, wohne in einer Altbauwohnung in Hamburg und bin Fernsehjournalistin und Moderatorin. Größer könnten die Unterschiede zwischen uns kaum sein, aber es gibt eine Gemeinsamkeit: World Vision hat Mariamu und mich vor acht Jahren durch ein unsichtbares Band verbunden. Denn seit acht Jahren ist Mariamu mein World Vision Patenkind. Dies ist die Geschichte einer Reise zu Mariamu. Eine Geschichte über die Dinge im Leben , die wirklich wichtig sind.

Tag 1: Kurz vor dem Abflug nach Daressalaam/Tansania erreicht mich die sms einer Freundin: „Pass auf Dich auf“, schreibt sie. Und „sei stark und nimm Dir die Reise nicht so zu Herzen“. Direkt danach kommt noch eine zweite sms – dann muss ich das Handy ausschalten, weil der Pilot starten will: „Herzlichen Glückwunsch zum Fernsehpreis!“, steht dort „dein Kleid sah umwerfend aus“. Das Flugzeug startet nur wenige Stunden nach der Ausstrahlung der großen Gala zur Verleihung des Deutschen Fernsehpreises, einer Gala mit viel Glamour, viel schönem Schein, aber auch viel Oberfläche. Ich weiß, dass nun eine völlig andere Welt auf mich wartet. Ostafrika. Tansania. Kein Dürregebiet, aber immerhin eines der ärmsten Länder der Welt. Ich bin vorbereitet durch meine Recherchen zu Tansania, durch meine Arbeit als Journalistin und meine Reisen, die mich schon einige Male nach Afrika geführt hatten. Ich bin vorbereitet, aber bin ich auch gewappnet?

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