In der Vorweihnachtszeit zu Besuch beim Patenkind

Der 13jährige Celimphilo aus dem kleinen Swasiland staunte nicht schlecht, als der Rheiner Feuerwehrmann Edgar Kohlmann tatsächlich am am 7. Dezember in sein Dorf kam, um ihn kennen zu lernen und mit ihm Fußball zu spielen. Dass jemand eine so weite Reise für ihn machte, schien unfassbar. Doch auch der Pate fühlte sich nach dem Treffen beschenkt, wie wir seinem Bericht entnehmen können.

Eines meiner schönsten Vorweihnachtszeiten erlebte ich im Dezember 2011. Am 29. November flog ich von Frankfurt für 3 Wochen nach Südafrika, um alleine und auf eigene Faust auf Safari-Tour zu gehen. Knapp 4.400 km legte ich mit dem Mietwagen zurück und besuchte verschiedene Tierreservate wie z.B. den Krüger Nationalpark. Unendliche Weiten, eine großartige Natur und eine reiche Tierwelt erwarteten mich. Einen Tag allerdings plante ich, bei der zu Hause sorgfältig ausgearbeiteten Route, für den Besuch meines Patenkindes Celimphilo Sizwe in Swasiland ein.

Seit 5 Jahren ist Celimphilo mein Patenkind und mein größter Wunsch war es ihn eines Tages persönlich zu besuchen. Das geschah dann am 7. Dezember. Ein guter Zeitpunkt, denn es war Vorweihnachtszeit und es waren Schulferien. Es wurde ein großer Tag, sowohl für ihn als auch für mich. Schon in Deutschland plante ich diesen Tag genau ein, der dann nach Absprache und Abklärung der Formalitäten mit World Vision genehmigt wurde.

Am 7. Dezember traf ich mich morgens um 8 Uhr mit Mitarbeitern von World Vision am Grenzübergang Golela-Lavusima im Süden Swasilands. Alles klappte reibungslos und sie brachten mich zu ihrem Büro, wo der Manager mich begrüßte und mir zunächst mal das Projektgebiet „Matsanjeni“ erklärte. Dann fuhren die Mitarbeiter mit mir zu  den einzelnen Projekten hin, zeigten und erklärten mir nochmals ausführlich wofür und wie die Spendengelder hier eingesetzt werden.

Brunnen müssen hier bis zu 70m tief gebohrt werden, damit sauberes Trinkwasser zur Verfügung steht und die Einwohner nicht kilometerweit dafür laufen müssen. Selbst in der Regenzeit waren viele Flüsse einfach trocken. Das Projekt hat auch Einrichtungen geschaffen, eine Art Kindergarten, wo kleine Kinder (sehr viele Waisenkinder) von einheimischen Frauen bekocht werden, um wenigstens 1 mal täglich eine warme Mahlzeit zu bekommen. Es hat mich schon sehr betroffen zu sehen, wie zur Mittagszeit die kleinen Kinder mit einem Teller in der Hand barfuß anmarschiert kamen, um ihre Mahlzeit zu holen. Die medizinische Versorgung wird verbessert, denn es gibt nur ein kleines Krankenhaus in „Matsanjeni“ und das ist aufgrund der großen Entfernungen nicht für jeden erreichbar. Alles muss zu Fuß erledigt werden. Krankheiten wie z.B. Cholera, Malaria, Aids (HIV) sind hier ebenso ein Problem wie Durst, Hunger, Dürre und vieles mehr. Es sind Probleme, die wir in Deutschland so gar nicht kennen.

Wenn man direkt vor Ort ist und in die Gesichter dieser Menschen blickt, betrifft und bedrückt es einen doch sehr. Trotzdem strahlen sie Lebensmut aus. Ebenso werden Spendengelder verwendet um den Kindern möglichst eine Zukunft zu sichern, indem sie eine Schulbildung erhalten. Älteren wird erklärt und beigebracht wie man im Ackerbau seine dürftigen Erträge etwas steigern kann. Es gibt einfach noch viel mehr Missstände, die ich hier aufzählen könnte. Das Positive an World Vision ist, dass hier Hilfe zur Selbsthilfe geleistet wird.

Nachdem ich verschiedene Projekte gezeigt und erklärt bekam, fuhren wir zu meinem 13 Jahre alten Patenkind Celimphilo Sizwe Phakathi. Bei der Ankunft stand er verlegen auf dem Hof seiner Familie um uns zu empfangen. Ich begrüßte ihn und schenkte ihn zuerst mal einen Lederfußball, da ich ja wusste, dass er ja gerne kickt. Seine Mutter holte 2 Bastmatten und breitete sie unter einem  schatten-spendenden Baum aus, wo wir uns dann auf den Boden setzten.

Auch die Großeltern von Celimphilo kamen und setzten sich zu uns. Wir unterhielten uns und dank der Mitarbeiter konnte alles in Swasi übersetzt werden, so dass die Verständigung funktionierte. Alle hatten sich sehr gefreut und konnten es kaum verstehen, dass ich so eine weite Reise gemacht hatte um sie zu besuchen. Aufgetaut ist dann mein Patenkind, als wir über eine Stunde in der Hitze Fußball spielten. Es kamen dann immer mehr Kinder aus der Umgebung und kickten mit. Wir alle hatten mächtig Spaß. Ich zeigte den Kindern noch wie man Seil springt und übergab zum Abschluss noch einige kleine Geschenke. Wie wir dann leider aufbrechen mussten, winkte die Familie dann noch dem Auto hinterher, bis wir nicht mehr zu sehen waren.

Fazit: Ich denke es war für uns alle ein unvergesslicher und aufregender Tag und ich hatte einfach das unglaublich gute Gefühl helfen zu können. Die Dankbarkeit dieser Menschen ist mit nichts auf der Welt so schnell aufzuwiegen. Für mich war es auf jeden Fall ein Highlight meiner Reise.

12 Kommentare

  1. D-Schneider2@gmx.net, 12. Januar 2012

    Hallo ihr lieben von World Vision ich finde es toll das es seiten wie eure und vorallem Menschen gibt, die sich etwas darum scheren wie es anderen Menschen auf dieser Welt geht ich bin fest entschlossen zu spenden und zu unterstützen, es ist wichtig anderen zu helfen und nicht nur an sich selbst und das nähere Umfeld zu denken geben sie sich auch einen Ruck jeder euro zählt…..

  2. Lothar Baltrusch, 16. Januar 2012

    Hallo Edgar !

    Solche Menschen braucht die Welt – brauchen die Kinder !! Ich selber werde 2013 mein Patenkind in Vietnam besuchen – die Vorbereitungen laufen jetzt schon – da ich den weiten Weg mit dem Motorrad machen werden. Infos siehe Webseite.

  3. Karola Scheerer-Baak, 17. Januar 2012

    Hallo ihr Lieben!
    Ich freue mich, dass wieder ein Pate und ein Patenkind sich getroffen haben, um sich persönlich kennen zu lernen. Ich habe nun selber auch erst frisch eine Patenschaft übernommen und hoffe, dass ich mein Patenkind auch dann bald besuchen kann, nachdem wir dann eine Zeit lang erstmal Kontakt über Briefverkehr hatten. Ich selber habe 4 Kinder und bin alleinerziehend. Aber ich helfe gerne, wo ich kann. Leider denke zu viele Menschen nur an sich.

  4. Iris Manner, 17. Januar 2012

    Danke, darüber freuen wir uns natürlich – und geben das Lob gerne an unsere Paten und Spender weiter.
    Vorschläge für Spenden finden Sie hier: http://www.worldvision.de/spenden.php
    Sie können uns aber auch beim Einkaufen, an Ihrem Arbeitsplatz oder als Fan unserer facebook-Seite unterstützen.

  5. Iris Manner, 17. Januar 2012

    Hallo, liebe Frau Scheerer-Baak,
    herzlich willkommen und viel Freude mit der Patenschaft. Da Ihr Patenkind in Kenia lebt, interessieren Sie sich vielleicht für den Reiseblog unseres Kenia-Referenten, den wir heute gestartet haben. Morgen berichtet er aus dem Magunga-Projekt.
    Herzliche Grüße, Iris Manner

  6. Nicole Stöfken, 22. Januar 2012

    Hallo Leute,
    Es freut mich immer davon zu hören und zu Lesen was Paten so bei ihrem Patenkind Besuch so alles gesehen und erlebt haben. Es sollten sich mehr Leute für die Übernahme einer Patenschaft interessieren, anstatt wie ich bei einem Kollegen erlebt habe gesagt zu bekommen ,das man damit nur unterstützen würde das die Leute noch mehr Kinder in die Welt setzen. Was mich interessieren würde wenn ich mal mein Patenkind in Tansania besuchen möchte, aber kein Englisch kann (für Sprachen völlig unbegabt),wie funktioniert das dann, kommt dann ein Dolmetscher mit oder geht es gar nicht.

  7. Christian Kage, 24. Februar 2012

    Vielen Dank!

  8. Christian Kage, 24. Februar 2012

    Hallo Nicole Stoefken, schön, dass Sie Ihr Patenkind besuchen wollen. Bei einer von World Vision organisierten Patenreise fahren natürlich Mitarbeiter aus Deutschland mit, die dann vom Englischen ins Deutsche übersetzen können. Die Mitarbeiter vor Ort in Tansania sprechen aber (leider) kein Deutsch. Ohne Englischkenntnisse kann es da schon schwierig werden. Vielleicht nehmen Sie sich jemand mit auf die Reise, der oder die Englisch spricht? Sollten Sie Ihr Patenkind besuchen, wenden Sie sich bitte an uns.
    Herzliche Grüße!

  9. Jarosz Gerlinde, 21. September 2014

    Ich freue mich für unsere Patenkinder, dass es denen durch unsere Spende
    viel besser geht,auch ich gebe meiner Tanele ( Swasiland) durch meine
    Spende eine angemessene Versorgung

    Liebe Grüsse
    G.J.aus Kindsbach “Pfalz”

  10. Werner Baer, 6. November 2015

    Ja, es ist sehr schön, soetwas zu lesen. Jetzt bin ich auch einer von euch ! Ich freue mich, ab jetzt wenigstens einem Kind, Tadiwa, den Weg in die Zukunft ein Stück zu erleichtern.

    Mit einem Guten Gefühl und lieben Grüßen

    Werner Baer

  11. Ursula Randzio, 28. April 2016

    Ich würde gerne mein Patenkind in Burundi besuchen.Gibt es dorthin vielleicht auch einmal eine Gruppenreise?

    Liebe Grüsse

    Ursula Randzio

  12. Iris Manner, 6. Mai 2016

    Liebe Frau Randzio,

    ich erkundige mich gerne für Sie, vermute aber, dass dies momentan wegen der Krise in Burundi nicht möglich ist. Ein schönes Wochenende wünscht
    Iris Manner, Medienreferentin

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