Kahlschlag im afrikanischen Paradies

 

Leben in tiefster Armut und ausgebeuteter Natur: Kinder in Kenia

Reiseblog von Thomas Kalytta – Tag 3

Der Tag, auf den ich mich schon lange gefreut hatte. Wir machen eine Wanderung durch die Gwassi Berge. Ehrlich gesagt, der Allrad legt die Hauptstrecke zurück. Doch irgendwann ist der Pfad unbefahrbar und wir klettern zu Fuß weiter.

Gestern war von der Abholzung die Rede, heute bekomme ich sie zu Gesicht. Ein trauriges Bild. Überall macht sich der Kahlschlag breit. Schwarze Brandherde und Baumstümpfe. Offiziell verboten. Schweiß rinnt uns in den Nacken. Stechende Sonne, denn der Schatten der Bäume fehlt. Selbst in der Schutzzone stehen auf diesem Berg nur noch vereinzelt Baumriesen. Mehr als 100 Jahre hat es gedauert, um ihre majestätische Pracht zu erreichen und in wenigen Stunden sind sie zu Holzkohle degradiert.

Die Bäche sind meist bis fast zur Quelle landwirtschaftlich genutzt. Das Wasser ist trübe und schon mehrfach zum Abwasch und Baden verwendet worden. Wir besuchen eine private kleine Grundschule. Die Kinder kleben vor Dreck. Sie scheinen sich nur selten waschen zu können. Manche leiden unter Hautkrankheiten, Würmern und Durchfall. Der Raubbau an der Natur spiegelt sich schon in den matten Kinderaugen wieder.

Hier standen vor wenigen Jahren noch dichte Wälder

Hier hilft keine Medizin, sondern verantwortungsvollerer Umgang mit den natürlichen Rohstoffen! Bald wird auch die Bodenfruchtbarkeit nachlassen und schließlich werden Hangrutsche und Erosion die Dörfer gefährden.

Das hat auch World Vision mehr und mehr erkennen müssen und so kümmern sich unsere Projekte  auch um Katastrophenvorsorge. In Magunga stehen wir freilich noch am Anfang und bemühen uns um grundlegende Dinge wie bessere Hygiene und Wasserversorgung, sowie um Gesundheits- und Aidsaufklärung. Im Nachbarprojekt Lambwe Valley sind wir schon weiter. Initiativen wurden gegründet um Waisenkinder zu versorgen, Schulen besser auszustatten und man beginnt wieder Bäume zu pflanzen.

1 Kommentar

  1. Daniela Fortune, 20. Januar 2012

    Eine wichtiges Anliegen interessant dem Leser nahe gebracht!

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