Mütterblog Teil 3: In Ramatas Garten

Die Macherinnen des Mom`s Blog, rechts die deutsche Teilnehmerin Steffi Orbach

Die Macherinnen des Mom`s Blog, rechts die deutsche Teilnehmerin Steffi Orbach

Die Journalistin Steffi Orbach und zwei andere Mütter aus Australien und Südkorea werden in den nächsten Tagen Mütter im Dürregebiet von Niger in ihrem Alltag begleiten und über ihre Eindrücke und Erfahrungen bloggen, um die aktuelle Hungerkrise greifbar zu machen.

Tag 3:

„Mag ich nicht essen“ – diesen Satz kennen alle deutschen Mütter von ihren Kindern. Ramata hat ihn noch nie gehört. Ramata ist etwa 37 Jahre alt, ganz genau weiß sie es nicht. Sie hat vier Kinder und ist mittlerweile selbst Großmutter. Ihre Kinder, sagt sie, sind froh, wenn sie jeden Tag satt werden. Das ist nicht immer so.

Einkommen durch Gemüseanbau

Ramata ist die Chefin im Gemüsegarten. Er liegt im ADP in der Region Tera, das ist eines der Area Development Programs von World Vision in Niger. Vor sechs Jahren wurde der Garten gegründet. World Vision baute sechs Brunnen und spendete die ersten Samen und Setzlinge.

 

55 Menschen leben vom Gemüsegarten des Dorfes - und verdienen sogar etwas Geld damit

 

Mittlerweile werden Tomaten, Salat, Kartoffeln und andere Gemüse angebaut. Am besten wächst der Kohl, sagt Ramata. Er ist widerstandsfähig. Außerdem wächst er nah am Brunnen – vielleicht bekommt er deshalb am meisten Wasser ab.

55 Menschen leben von dem, was der Garten abwirft. Ein Teil des Gemüses wird auch verkauft, damit andere Lebensmittel und neue Kleidung angeschafft werden können. Wegen der Dürre ist die Ernte in diesem Jahr aber schlecht. Auch der starke Regen von vorgestern hat nicht viel gebracht. An einigen Stellen im Garten stehen Pfützen. Aber die, sagt Ramata, werden in zwei bis drei Tagen auch weg sein.

Kinder sollen Leute werden

Später besuchen wir Ramata in ihrer Hütte. Sie lebt dort mit ihren beiden kleineren Kindern. Die Größeren sind schon ausgezogen. Ein bisschen Ärger machen die Kleinen aber doch, sagt sie. Manchmal wollen sie nicht in die Schule, sie verstecken sich. Aber da kennt Ramata kein Erbarmen. Ihre Kinder, sagt sie, sollen wichtige Leute werden und es einmal besser haben als sie.