Mütterblog Teil 5: Die gute Seele für Mamis

Die Mütter in Niger sorgen sich um das Leben ihrer Kinder

Die Journalistin Steffi Orbach und zwei andere Mütter aus Australien und Südkorea werden in den nächsten Tagen Mütter im Dürregebiet von Niger in ihrem Alltag begleiten und über ihre Eindrücke und Erfahrungen bloggen, um die aktuelle Hungerkrise greifbar zu machen.

Tag 5

Für nigrische Verhältnisse ist Aissata eine sehr, sehr alte Frau. Sie ist 57, ihre Haare sind grau, ihre Füße sehen aus, als sei sie einmal quer durch die Sahara gewandert, Und kilometermäßig ist sie das wahrscheinlich auch.

Aissata geht gerne auf Hochzeiten. Allerdings nur beruflich. Sie bietet Frauen dort ihre Hilfe an. Seit 10 Jahren arbeitet sie für World Vision als so genannte Femme Relais. Ihre Aufgaben sind etwa die einer Hebamme in Deutschland. Sie zieht durch die Dörfer in der Region Tera und versorgt Schwangere und Frauen, die gerade Babys bekommen haben.

Heute besucht sie Hadjatou. Vor 11 Tagen hat Hadjatou ihr drittes Baby bekommen, ein Mädchen. Die Geburt war kompliziert, Aissata musste Hadjatou in die Klinik bringen, zum Glück ist die nicht weit entfernt. Das Baby ist gesund, die Mutter noch etwas schwach. Aber Aissata ist zufrieden.

Gebete sind oft das einzige Hilfsmittel

Kaiserschnitte gibt es nicht in den Dörfern in Niger. Saugglocken und Geburtszangen auch nicht. Wenn es Probleme bei der Geburt gibt, dann wird gebetet. Aissata hat schon Babys sterben sehen bei der Geburt, Mütter auch. Aber zum Glück, sagt sie, kommt das nur sehr selten vor.

Als nächstes besuchen wir Hawa. Sie ist im neunten Monat schwanger. Hawa ist 27 Jahre alt, es ist ihr fünftes Baby. Sie freut sich auf das Baby, sagt sie. Es geht ihr gut, trotz der Hitze. Hawa ist kugelrund, ihre Füße sind angeschwollen. Manchmal geht sie zur Wasserpumpe. Die hat World Vision nah am Dorf gebaut. Dort kann sie sich ein wenig abkühlen.

Fünf Kinder und eine kranke Mutter

Zuletzt wollen wir eine weitere Frau besuchen. Auch sie hat gerade ihr fünftes Kind bekommen. Ihr Mann ist fort gegangen, er hofft, anderswo Arbeit zu finden. Aber sie ist krank. Wir steigen wieder in unseren Jeep und ich versuche zu verdrängen, wie sich das anfühlen muss: Mit hohem Fieber, fünf hungrigen Kindern und fast ohne Hilfe.

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