Mütterblog, Teil 6: Der letzte Tag in Niger

Kann man nicht essen, ist trotzdem interessant

Tag 6

Zum letzten Mal fahren wir raus aus Niamey. Es ist früh, aber die Straßen sind schon voll. Raus aus der Stadt geht oder fährt kaum jemand, die meisten wollen rein. Die Menschen ziehen Esel hinter sich her – voll beladen mit Holz. Das wollen sie in der Stadt verkaufen.

Unser Ziel heute ist ein „Food for Work“-Projekt in der Region Tillaberi, fast an der Grenze zum Nachbarland Mali. Kurz bevor wir ankommen, stoppen wir am World Vision Büro. Der Base Manager von World Vision in Tillaberi möchte uns begleiten und uns das Projekt persönlich zeigen. Das Militär wird uns begleiten, sagt er, weil Tuareg-Rebellen aus Mali in der Region unterwegs sind. Die nigrische Regierung hat angeordnet, dass Hilfsorganisationen dort nicht mehr allein unterwegs sein dürfen.

Wir warten auf die Soldaten. Dann kommt die Nachricht: Sie werden nicht kommen. Selbst in Begleitung ist eine Weiterfahrt in Richtung Grenze zu gefährlich. Gestern haben Tuareg-Rebellen ein Auto mit zwei Insassen in der Region gestoppt. Den Wagen haben sie mitgenommen. Was mit den Insassen passiert ist, erfahren wir nicht. Keine Details.

Währenddessen bekommt meine südkoreanische Kollegin Kim eine Email ihrer Regierung. Ihr Handy wurde geortet. Ihr wird geraten, nicht weiter zu reisen und die Region zu verlassen. Die südkoreanische Regierung schickt auch Notfallnummern – falls etwas passiert.

Das „Food for Work“-Projekt habe ich nicht gesehen. Ich sitze wieder in meinem Hotelzimmer – in Sicherheit. Und mir wird noch einmal klar, wie schön und wertvoll dieses Gefühl ist – sicher zu sein. Viele Menschen hier haben das Gefühl sicher nicht.

Ich habe mit vielen Menschen Interviews geführt. Im WDR und bei DRadio Wissen werde ich in den nächsten Wochen über meine Reise berichten. Dieser kleine Kerl hier hat nicht viel gesagt. Aber mein Mikrofon, das hat ihm gut gefallen.

Tags: Afrika

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