Unterstützung der Naturkreisläufe in der Landwirtschaft als Schlüssel zur Bekämpfung des Hungers

Pressesprecherin Silvia Holten


Pressesprecherin Silvia Holten     berichtet aus Nairobi von der Konferenz zur Hungerbekämpfung und Wiederbegrünung Afrikas.

Im Vorfeld der „Beating Famine“ Konferenz in Nairobi haben wir heute zwei kenianische Bauern besucht, die „konservierende“ Landwirtschaft betreiben. Eigentlich hätte es heute in Strömen regnen sollen, da seit März Regenzeit ist, aber es war heiß und die Sonne schien – für unseren Projektbesuch von Vorteil, aber für die Natur und die Bauern in Kenia eine düstere Aussicht. Afrika hat am wenigsten zum Klimawandel beigetragen, wird aber am meisten darunter zu leiden haben. Konferenzteilnehmer aus Kenia erzählten mir, dass die Auswirkungen des Klimawandels in ihrem Land bereits stark zu spüren seien. Die Regenzeiten setzten immer später ein und es regnete lange nicht mehr so stark wie in früheren Jahren.

Umso wichtiger sind Landwirtschaftsprojekte, die nachhaltig Erträge liefern und das Kleinklima verbessern. World Vision wirbt vor diesem Hintergrund unter anderem für die „konservierende“ und integrierte Landwirtschaft, die europäischen Bio-Landwirten vertraut ist, in Afrika aber vielerorts erst noch erlernt werden muss.

Bauer Bongua erklärt konservierende Landwirtschaft

Bauer Bongua und seine Frau erklärten uns stolz, wie sich ihr Leben seit Anwendung der Methode geändert habe. Vor 4 Jahren stellte Bongua den Ackerbau um. Seit der Zeit haben sich die Erträge erheblich verbessert. Er macht sich nicht mehr so viele Sorgen und er konnte zu seinen 2 Kühen drei weitere hinzukaufen. Mit dem Dung der Tiere betreibt er eine Biogasanlage. Bäuerin Bongua braucht daher kein Holz mehr zum Kochen. Die Biogasanlage liefert Licht und in kalten Nächten Wärme. Auch für die Aufzucht von Hühnern ist die Anlage nützlich.

 

Ziel der konservierenden Landwirtschaft ist, die Acker-Krume so wenig wie möglich zu verletzen. Die alten Pflanzenreste verbleiben im Boden und dienen so als Dünger und verstärken durch den Verwesungsprozess die Acker-Krume.

Bei der Fruchtfolge gibt es ein rotierendes System. Bei jeder Aussaat werden neue Pflanzen angebaut. So bleibt der Boden fruchtbar und die Feuchtigkeit im Boden. Ohne diese Methode würden angesichts der mageren Regenfälle viele Pflanzen nicht gedeihen.

Bäuerin Bongua voller Stolz vor ihrem Kochherd, der mit Biogas betrieben wird.

Doch die Menschen in Afrika brauchen Unterstützung. Sie müssen trainiert und geschult werden und dabei können und sollten die Industrieländer helfen. Denn sie sind schließlich die Hauptverursacher des Klimawandels.

World Vision beschäftigt in den Entwicklungsländern viele Experten aus den verschiedensten Bereichen. Wissen weiter zu geben ist eine der Hauptaufgaben unserer Kollegen.

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