Wo einfache Murmeln Augen zum Leuchten bringen – bei Leandro in “Los Diamantes”

Sven und Ute Engelmann haben im März ihr Patenkind Leandro in Guatemala besucht und dabei mitbekommen, wie die Arbeit des auslaufendes Projekts “Los Diamantes” in die Hände der Bevölkerung übergeben wird. Wir danken für den Bericht und die Fotos.

In einem wunderschönen Urlaub hatten wir einen emotionalen Höhepunkt mit dem Besuch bei Leandro. Vor Ort musste zwei Tage vor dem Besuch etwas umorganisiert werden, da die Sicherheitslage den Besuch der Region um den Tajamulco nicht ermöglicht hat. Aber unsere Reiseagentur hat alles individuell und perfekt mit Francisco Chevez geklärt, so dass er uns am 06.03.2012 früh mit unserer Dolmetscherin an andere Stelle abgeholt hat. Gemeinsam sind wir dann zwei drei Stunden bis in das Projekt „Los Diamantos“ gefahren. Hier wurden wir von freiwilligen Helfern begrüßt und willkommen geheißen.

Die ehrenamtlichen Helfer treffen sich jetzt regelmäßig, um das Projekt -welches ja dieses Jahr offiziell „ausläuft“- weiterzuführen, damit die Errungenschaften erhalten und ausgebaut werden können. Auch waren wir von deren Enthusiasmus erstaunt… ein Fußmarsch von mehreren Stunden war da ja ganz normal.

Im Projekt haben wir auch Marco kennengelernt, welcher unsere Patenfamilie nun schon seit vielen Jahren betreut. Er hat uns dann viel vom Projekt direkt bei den Familien berichtet und den Schwierigkeiten welche es gibt – und natürlich von den Erfolgen.

Nach einer kurzen weiteren Fahrt durch Dörfer des Projektes waren wir dann auch schon da. Für das letzte Stück war der Allrad-Antrieb dann wirklich nötig. Egal –wir waren da und standen am Hof unseres Patenkindes! Wer war hier mehr aufgeregt? Leandro oder Ute und ich?! Marco führte uns auf den Hof, Leandro hat mit seinen Schulfreunden gerade Hausaufgaben in Geometrie gemacht und schaute etwas schüchtern zu uns… na klar! Aber ein Griff in unseren Rucksack hat alle Distanzen schnell überwunden: als Geschenk hatten wir einen Fußball mitgebracht. Leandro musste ihn erst mal halten, damit wir ihn aufpumpen konnten… und dann war der Damm gebrochen! Wir haben Fußball gespielt… so wie ich schon lange nicht mehr gespielt habe! Den Kindern liegt das richtig im Blut! Als seine Schwester dann mitgespielt hat, dachte ich „schade, dass unsere Nationaltrainerin nicht hier ist…“.

Die überreifen Mangos (welche nicht gut genug zum Essen waren) wurden kurzerhand weggekickt und auch den Schweinen auf dem Hof wurde unmissverständlich mitgeteilt, dass das jetzt ein Fußballplatz ist!

In der Zeit hat uns Marco dann noch erzählt, dass World Vision der Familie das Baumaterial für das Steinhaus zur Verfügung gestellt hat – für die Leute dort ein kleines Vermögen.

Erschreckend für uns war, dass die Kinder das Wasser vom Onkel, welcher zwei Häuser weiter wohnt, holen müssen, da er einen Brunnen hat. Und duschen? Ja einen Fluss gibt es auch, ca. 30 Minuten Fußmarsch! Spätestens hier werden unsere „Probleme“ in Deutschland ganz klein!

In guter Erinnerung werden uns auch die Gesichter bleiben, als wir Leandro ein kleines Buch mit Geschichten von Wilhelm Busch gegeben haben! Unsere Dolmetscherin hat Ihnen noch erklärt was für Streiche da drin stehen … sicherlich werden sie die Streiche von Max & Moritz inzwischen schon gelesen haben! Für das gemeinsame Spielen gab es noch ein kleinen Beutel einfache Glasmurmeln: Ein Leuchten in den Augen der Kinder! Freude über einfache Spielzeuge… .

Zum Abschluss haben wir uns noch die Schule angesehen, welche von einem großen Telefonanbieter in Guatemala mit gesponsert wurde. Die Hilfe zur Selbsthilfe von World Vision war überall zu sehen. Als wichtiges Ergebnis ist da auch die asphaltierte Straße zu nennen. Die wurde zwar nicht von World Vision bezahlt, aber durch stetiges Fordern endlich vom Staat gebaut!

Auch wenn das Projekt jetzt zu Ende geht – es bleibt noch viel zu tun. Doch die Vorbereitung der freiwilligen Helfer scheint sehr gut zu sein, so dass für die Zukunft der Kinder gute Hoffnung besteht!

Ein großes Lob und Dankeschön an die vielen Helfer vor Ort und auf der ganzen Welt, welche mit der Organisation und Koordination die Hilfe ermöglichen!

1 Kommentar

  1. Reinhard Rössler, 19. Juli 2013

    ich würde gerne Kontakt zu Fa.Engelmann aufnehmen, da ich auch mein Patenkind im Projekt Nuevos Horizontes besuchen will.Mich interessiert
    die Kombination von organisierter Reise (welche Reiseorganisation?), wie man unterbrechen kann und ab wann Worldvision vor Ort weiterhilft.

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