Zurück zum Flugzeug-Wrack

Südsudan-Blog von Martin Hiltbrunner, Teil 3

Beim Einchecken in einer Hütte an der Landepiste treffe ich auf eine weitere Mitarbeiterin von MSF Spanien, die auch mit demselben Flug ankam. Wir unterhalten uns. Sie erwähnt Schmerzen in ihrer Nase, weil ihr Rucksack auf ihrem Nebensitz lag als wir gelandet sind und ihr der Rucksack auf die Nase gefallen ist als sich das Flugzeug auf den Rücken überschlagen hat. Sie nimmt sich vor das Gepäck in Zukunft wie vorgeschrieben unter den Vordersitz zu schieben.

Dann sprechen wir über das Flugzeug. Es ist zeitgerecht vom Landestreifen weg transportiert worden. Ein Soldat steht dabei, so denke ich, dass er es bewacht und mich vielleicht wegschicken wird. Trotzdem gehe ich auf das Flugzeug zu, worauf mir der Soldat entgegenkommt, mit einer Petflasche in der Hand, und mich freundlich grüsst. Als ich näher zum Flugzeug komme, sehe ich dass ein Mann in der Gruppe mit einer Hacke ein Loch neben dem Flügel hackt. Ich schaue genauer hin. Alle haben Petflaschen in den Händen – nun verstehe ich – sie fangen das auslaufende Kerosin auf. Auch das ist Afrika – hier sehen sie das Potenzial, nicht die Gefahr.

Ich öffne die Türe durch die ich aus dem Flugzeug gesprungen bin vor zwei Tagen, gehe ins Flugzeug hinein, sehe mir meinen Sitz an – reflektiere, fotografiere und danke Gott für seine Bewahrung während dem Unglück.

Langsam gehe ich zurück. Vor uns fährt eine Mutter mit einem Kind auf dem Rücken auf dem Fahrrad quer über den Landestreifen, der Polizist verwarnt sie, doch scheint sie dies nicht zu stören.

Dann hören wir bald unser Flugzeug. Es ist nicht derselbe Flugzeugtyp, das ist schon einmal positiv. Ich steige ein und suche mir einen Sitzplatz, dann starten wir. Alles geht gut, bis wir auf die ersten Wolken treffen, dann beginnt es zu schütteln. Ich halte mich zwischen meinen Beinen am Sitz fest. Langsam verkrampfen sich meine Finger. Dann beginne ich zu atmen, ruhig und tief – ein und aus, ein und aus und denke an meine Frau und Sohn wie sie am Flughafen auf mich warten. Das hilft. Kurz vor dem Landeanflug erwache ich dann wieder. Es scheint, die Atemübungen haben funktioniert, auch wenn ich eigentlich nicht damit gerechnet habe einzuschlafen. Wir landen ruhig in Juba.

Al-hamdu lilah asalama, denke ich – arabisch für: Gott sei Dank sind wir sicher angekommen.

1 Kommentar

  1. Anurag, 25. Mai 2012

    Lieber RobertoYeeeeaaaahhh und Luftsprung, dir ist ein weiter Sprung nach vorne und oben genelgun mit deinem neuen Outfit, so luftig leicht und guter Laune, dein Humor, dein Lachen dringt bis zum Leser und ist ansteckend man springt doch gleich mit dir mit .und aus seinem eigenen eventuellen dunklen Loch . wow, genial wie du das wieder hinbekommen hast ..gratuliere, einmalig witzig, ansteckend positiv ..das alles mit deinen wundervollen vielseitigen Gaben daaaaaaaaaaaaanke und weiterhin nur das Beste ffcr dich, viel Glfcck bei allem was du anpackst ..so schf6n, dass es dich gibt, so wie du bist .einmalig, wundervoll, lass dich nie verbiegen Von HerzenSilvia

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