Nach dem Gipfel ist vor dem Gipfel – Offene Ohren im Kanzleramt

Vor fast einem Monat trafen sich die G 20 Regierungschefs in Mexiko. Natürlich war das beherrschende Thema die Finanzpolitik. Doch auch die Entwicklungsthemen wurden verhandelt.

(Hier der Artikel von Silvia Holten zum Gipfeltreffen.)

In dieser Woche trafen sich Vertreter der Nichtregierungsorganisationen im Kanzleramt mit den Sherpas, den Beamten, die Gipfeltreffen inhaltlich vorbereiten, zur Nachlese von dem Gipfel in Mexiko. Es ging bei dem Treffen darum gemeinsam auszuwerten: Was hatte Erfolg und was sollte die Bundesregierung aus Sicht der Zivilgesellschaft bei dem nächsten Gipfel beachten. World Vision hat sich auf zwei Themen besonders fokussiert: Ernährungssicherheit und Gesundheit.

Vertreter von 19 Nichtregierungsorganisationen im Kanzleramt

Beide Themen sind überlebenswichtig für Millionen von Menschen – vor allem für Kinder! In den ersten Lebensjahren werden die Weichen für die Zukunft gestellt: Mangelernährung hat viele schlimme Auswirkungen, auch und besonders auf das Gehirn. Über 170 Millionen Kinder erleiden Jahr für Jahr irreversible Entwicklungsstörungen. Sie werden nie ihr volles Potential erreichen können.

Knapp eine Milliarde Menschen leiden weltweit an Hunger! Hunger, das zeigt auch die Nahrungskrise jüngst in der Sahelzone, ist ein strukturelles Problem.
Besonders Kleinbäuerinnen müssen mehr Unterstützung erfahren: 70% aller Menschen, die in extremer Armut leben sind Frauen. In ganz Afrika besitzen sie gerade einmal 1% des Landes. Bei einem gleichberechtigtem Zugang für Frauen zu Ressourcen wir Ausbildung, Arbeitsgeräten und Dünger können die Gesamterträge um bis zu 20% gesteigert werden – laut IFAD.
Die Investitionen in die Landwirtschaft der Entwicklungsländer dürfen sich nicht nur an den wirtschaftlichen Interessen großer Konzerne orientieren. Es kann und darf nicht darum gehen, Absatzmärkte für die Ernährungs-, Düngemittel-, Agrarwirtschaft zu schaffen.
Ganz wichtig: Alle Menschen haben das Recht auf sicheren Zugang zu Nahrung.

Gesundheit und hier besonders das Thema HIV/AIDS muss auf den Agenden der Gipfel einen prominenten Platz bekommen. Der nächste Gipfel wird von Russland ausgerichtet, in dessen dirketer Nachbarschaft die Zahl der Neuinfektionen steigt.
Wichtiges Thema ist auch: Tuberkolose, die oft als “Begleitkrankheit” von HIV/AIDS auftritt . Hier muss mehr in Forschung und Entwicklung von Medikamenten – besonders für Kinder – investiert werden.

Die Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen, die vor Ort in Afrika, Asien und Lateinamerika tagtäglich arbeiten, werden immer mehr gehört und eingebunden. Das ist ein hoffnungsvolles Zeichen.
Denn: Der nächste Gipfel kommt bestimmt.

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