Überfälle, Verschleppungen, Morde: Menschen im Ostkongo leben in Angst

World Vision unterstützt Flüchtlinge in Kivu mit Lebensmitteln und Trinkwasser

World Vision unterstützt Flüchtlinge in Kivu mit Lebensmitteln und Trinkwasser

Die Furcht der Menschen im Ostkongo vor einem neuen Krieg sitzt tief. Und sie erhält täglich neue Nahrung, auch wenn die Kämpfer der Rebellentruppe M23 ihren Sturm auf Goma vorerst abgeblasen haben. Vertreter von lokalen NGOs in Nord-Kivu, der Grenzregion zu Ruanda, berichten, dass junge Männer dort von der M23 zwangsrekrutiert werden. Etwa 50 Männer seien aus dem Dorf Kabaya verschleppt worden. Kämpfer der Miliz Maï-Maï Raïa Mutomboki sollen nach Angaben von Augenzeugen Dörfer im Gebiet Walikale überfallen haben, die Einwohner seien geflohen und hätten die Nacht im Freien verbracht.


Lawrence Mtimaunenenji arbeitet für World Vision in der Region. Er sorgt sich vor allem um die Flüchtlinge: „Die andauernden Kämpfe schaden vor allem den Zivilisten. Sie flüchten zu Zehntausenden und das verschlechtert auch die Situation der vielen anderen Flüchtlinge, die schon lange auf Hilfe angewiesen sind.“
World Vision verteilt in Zusammenarbeit mit UNICEF Lebensmittel und Tabletten zur Aufbereitung von Trinkwasser an Flüchtlinge, die sich von Nord- nach Süd-Kivu retten konnten. Über 61.000 Menschen haben bislang Hilfslieferungen erhalten.
Die Projektarbeit in der betroffenen Region um die Stadt Rutshuru in Nord-Kivu musste vorerst aus Sicherheitsgründen eingestellt werden. Den Mitarbeitern geht es gut, auch das Büro in Goma ist noch nicht von den Unruhen in der Hauptstadt der Provinz Nord-Kivu betroffen. Die Mitarbeiter dort arbeiten aber derzeit von zu Hause aus, da es auf den Straßen noch immer sehr unsicher ist.

Warten auf ein Ende der Kämpfe

Lilian Kamonjo ist die Projektmanagerin in der Gegend um Rutshuru: „Wir warten täglich auf das OK, um die Arbeit in den Projektgebieten wieder aufnehmen zu können. Die Menschen dort, vor allem die Kinder, sind dringend auf Hilfe angewiesen.“

Hoffnung auf eine baldige Beruhigung macht ein Abkommen zwischen den Regierungen der Dr Kongo und Ruandas über die Stationierung einer „neutralen, internationalen Truppe“. Sie soll im Grenzgebiet zu Ruanda, also auch in Rutshuru eingesetzt werden und sowohl die M23 als auch andere Milizen bekämpfen. Noch ist aber völlig unklar, wann die Truppe eingesetzt wird, wer sie finanziert und rekrutiert und ob sie mit der UN-Truppe MONUSCO zusammen arbeiten wird. Wir berichten weiter.

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