Als Kind entführt – als Sportler engagiert

Leichtathlet aus Südsudan kämpft um olympische Medaille und für Kinder in seiner Heimat – Partnerschaft mit World Vision

Der als Kind im Krieg verschleppte Südsudanese Lopez Lomong kämpft bei den Olympischen Spielen in London um eine Medaille im 5000-Meter-Lauf. Seine Geschichte hat ihn dazu inspiriert, Hilfsprojekte für Menschen im Südsudan und in Kenia zu unterstützen. Foto: Jon Warren/ World Vision

Lopez Lomong, der als Kind im Südsudan von Milizen entführt wurde, geht am Mittwoch (8. August) bei den Olympischen Sommerspielen in London für das US-Team ins Rennen um Gold auf der 5.000 Meter-Strecke. Neben seinem sportlichen Ziel verfolgt er auch ein politisch-humanitäres Anliegen: Aufmerksamkeit und Hilfe für die leidgeprüften und noch immer von Krieg bedrohten Menschen im Südsudan soll sein Erfolg bringen. Dafür hat die Lopez Lomong Stiftung gemeinsam mit dem Kinderhilfswerk World Vision die Partnerschaft „4Sudan“ ins Leben gerufen.

Lopez Lomong will sich mit World Vision für Kinder im Südsudan einsetzen.

Im Rahmen der Partnerschaft sollen notleidende Menschen mit Trinkwasser, medizinischer Hilfe, Nahrung und Bildungsangeboten versorgt werden. Dazu erklärte der Athlet: „Der Südsudan hat erst vor etwas mehr als einem Jahr seine Unabhängigkeit bekommen und die Menschen dort kämpfen mit vielen Problemen. Ein 15jähriges Mädchen stirbt eher bei der Geburt eines Kindes als dass es die Schule beendet und mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.“

Die persönliche Leidensgeschichte von Lopez Lomong begann 1991 in seinem Heimatdorf Kimotong, aus dem Milizen den 6jährigen Jungen verschleppten. Er sollte als Kindersoldat dienen. Nachdem er wochenlang im Lager mit ansehen musste, wie andere Kinder unter den harten Bedingungen der Gefangenschaft starben, floh er zusammen mit drei anderen Gefangenen. Drei Tage und Nächte rannten sie um ihr Leben, bis sie die Grenze nach Kenia überqueren konnten. “Die drei Tage, an denen wir rannten, waren die anstrengendsten und schlimmsten meines Lebens”, sagt Lopez Lumong im Rückblick. Nach der erfolgreichen Flucht in die Freiheit folgten 10 Jahre im Flüchtlingslager, wo das von seiner Familie getrennte Kind mit anderen elternlosen Jungen eine Hütte teilte und wenig zu essen bekam. „Das Leben war hart. Dem ganzen Mangel um mich herum konnte ich immer nur durch das Rennen und durch Fußball entkommen“, so Lomong. Als 16jähriger wurde er von einer amerikanischen Familie adoptiert und entdeckte an seiner Schule in bald, dass er zu den schnellsten Läufern gehörte. Er besuchte die Universität und wurde 2008 in Peking als Fahnenträger der USA auserkoren.

 

 

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