Schlimmster Ausbruch von Cholera in Sierra Leone seit 1998

Cholera-Behandlungszentrum in Sierra Leone

World Vision behandelt Cholerakranke in Sierra Leone

Nach dem schlimmsten Ausbruch von Cholera seit 1998 hat die Regierung in Sierra Leone den nationalen Notstand ausgerufen. Mehr als 15.000 Fälle wurden bislang registriert, darunter 251 Todesfälle. Bis auf einen sind alle der 13 bundesweiten Bezirke betroffen. Die Western Area, einschließlich der Hauptstadt Freetown, ist besonders betroffen. Etwa 58 Prozent der Neuansteckungen verzeichnen die Mitarbeiter von World Vision in dieser Gegend. Die Bezirke Kambia und Port Loko haben einen deutlichen Rückgang bei neuen Fällen berichtet, während die erst seit jüngerer Zeit betroffenen Gebieten Bonthe und Kono immer noch steigenden Zahlen verzeichnen.

World Vision arbeitet eng mit Regierungsbehörden und lokalen Gemeinden zusammen, um die Krankheit einzudämmen. “Cholera ist eine äußerst ansteckende Krankheit und im Moment sind die Bedingungen in Sierra Leone leider ideal für den Erreger“, erklärt Koi Dimoh, Cholera-Nothilfe-Koordinator von World Vision in Sierra Leone. „Andauernde schwere Regenfälle und die miserable hygienische Situation bewirken, dass sich die Krankheit schnell ausbreitet. Wenn wir jetzt nicht handeln, wird die Zahl der Erkrankten stark zunehmen.“

Die ungewöhnlich heftigen Regenfälle in diesem Jahr haben schwere Überschwemmungen im Land verursacht, vor allem in tief liegenden Gebieten in der Hauptstadt Freetown. Darüber hinaus leben viele Menschen in überfüllten Slums, wo es große Mengen von Müll gibt, aber keine Latrinen. “Besonders Kinder sind von der Cholera betroffen. Bei ihnen wirkt die Krankheit schnell tödlich, wenn sie nicht umgehend und intensiv behandelt wird“, sagt Dimoh.

Die Regierung in Sierra Leone hat sich deshalb auf einen gemeinsamen Aktionsplan mit World Vision verständigt: • Gemeinden erhalten Hygienesets mit Seifen, Handtüchern, Decken und weiteren Hilfsgütern.

• Der Zugang zu sauberem Wasser soll verbessert werden. Außerdem verteilt World Vision Tabletten zur Trinkwasseraufbereitung.

• Neue Fälle werden über Internet und Mobiltelefone gemeldet und registriert.

• World Vision involviert lokale und religiöse Führer in Aufklärungskampagnen über die Wichtigkeit von Hygiene im Kampf gegen Cholera.

Auch regionale Entwicklungsprojekte von World Vision sind betroffen. Cholera ist in einem frühen Stadium gut behandelbar. Betroffene werden in Beandlungszentren mit Medikamenten und Rehydrierungssalzen versorgt.
Außerdem arbeiten lokale Organisationen, darunter auch World Vision, an einem Projekt zur Bekämpfung der vielen illegalen Müllhalden in der Hauptstadt. Dabei soll die Bevölkerung über die Gefahren von unbeseitigten Abfällen und den besseren Umgang mit Müll aufgeklärt werden.

World Vision Deutschland engagiert sich seit vielen Jahren in Sierra Leone, unter anderem mit einem Projekt für sauberes Wasser in ländlichen Regionen.

So können Sie unsere Arbeit in Sierra Leone unterstützen:

https://www.worldvision.de/spenden-projektspende-projektspende-sierra-leone-wasserversorgung.php

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