Burundi-Blog: In Cankuzo gibt’s was zu feiern


Burundi ist ein bergiges Land. Da nehmen sich die Radfahrer gerne ein “Taxi”, auch wenn sie dafür auf der Lenkstange sitzen müssen und das “Taxi” gefährliche Ladung hat.


Durch ein Quiz kam Marion Aide zum ersten Mal in Berührung mit dem kleinen ostafrikanischen Land Burundi, in dem World Vision seit 2008 Kinder aus der Region Cankuzo und ihr Umfeld langfristig durch Entwicklungsprojekte und Kinderpatenschaften fördert. Die Referentin für Unternehmenskooperation hat gemeinsam mit Spendern aus Deutschland die Einweihung einer neuen Schule in Burundi miterlebt und sich auch bei einem Patenkind umgesehen. Im ersten Teil ihres Reisetagebuchs erfahren sie unter anderem wie Pflaumen aus Burundi schmecken.

Vor mehreren Monaten spielten wir im Büro ein wenig  „Hauptstädtequiz“ – also jemand sagt ein Land und man soll die Hauptstadt nennen. Irgendwann kam die Frage: “Wie lautet die Hauptstadt von Burundi?“ Schweigen trag ein, ich hatte keine Ahnung und es dauerte einen Moment, bis ich Burundi überhaupt auf der Landkarte fand. Nachdem ich nach einer gefühlten Ewigkeit fündig wurde, lernte ich, dass die Hauptstadt von Burundi Bujumbura heißt. Ein lustiger Name und ich brauchte einige Wochen, bis ich mir diesen Namen merken konnte. Das war vor einigen Monaten. Vor ein paar Wochen zeichnete sich ab, dass ich auf Dienstreise nach Burundi reisen darf. Was für ein Interessanter Verlauf der Ereignisse: vor ein paar Monaten für mich ein unbekannter Ort , und jetzt halte ich ein Flugticket in der Hand mit dem Ziel: Bujumbura. Ich darf unser Projekt in Burundi besuchen, denn es gibt etwas zu feiern.

Durch eine großzügige  Spende des Ehepaars Rónay konnten wir  eine Grundschule für 400 Kinder bauen und diese wird nun eingeweiht. Außer mir werden aus Deutschland bei der Feier auch noch das Spenderehepaar und ein Fotograf der Grafikwerkstatt Bielefeld anwesend sein. Ich bin gespannt, was mich in diesem kleinen, doch recht unbekannten Land erwarten wird und ich freue mich unsere afrikanischen Kollegen und die Menschen vor Ort kennen zu lernen. Besonders auf die Kinder.

Die Ankunft am Flughafen ist interessant, die Maschine landet nur zwischen um einige Passagiere raus zu lassen und fliegt dann weiter nach Kenia. Das Flugzeug parkt eigentlich direkt an der Eingangstür zum Flughafengebäude. Die Einreise verläuft schnell und unkompliziert. Wow, ich bin wirklich in Burundi. Es ist warm, die Menschen machen einen netten Eindruck, und ich ärgere mich ein bisschen, dass ich aufgegeben habe Französisch zu lernen. Ich werden von einem netten Kollegen abgeholt. Mir fallen Geländewagen der UN auf. Es ist bereits dunkel, obwohl es erst 19 Uhr ist. Wir fahren ins Hotel und ich versuche anzukommen, meiner Seele die Möglichkeit zu geben, die 11.700 zurück gelegten Kilometer hinterher zu kommen. Ein afrikanisches Sprichwort sagt nämlich, wenn man schnell reist, dann kommt die Seele nicht hinterher. Ich finde, an diesem Sprichwort ist viel dran, vor allem in unserer schnelllebigen Zeit. Während ich mich in meinem Zimmer einrichte gibt es den ersten Stromausfall. Es wird noch weitere geben in den nächsten Stunden, aber ich bin angekommen, mir geht es gut und ich bin gespannt auf meine erste Nacht in Burundi. Die Afrikaner sind mir sympathisch, da es früh dunkel wird, sind viele auch früh wach, genau das richtige für eine Frühaufsteherin wie mich.

Das Mitarbeiter-Team von World Vision begrüßt das Ehepaar Rónay und Marion Aide zur Einführung im Landesbüro.

Cankuzo – “fühl dich wie zu Hause”

Am nächsten Tag geht es ins Nationalbüro und dann weiter in die Stadt Cankuzo, in dessen Region sich das deutsche Regionalentwicklungsprogramm befindet. Ich lerne, dass Cankuzo auf Kirundi (der einheimischen Sprache neben Französisch) Buhumuza heißt, was so viel wie Gastfreundschaft, fühl dich wie zu Hause, bedeutet. In diese Gastfreundschaft darf ich mich die nächsten Tage begeben, wie schön.

Der größte Koffer in diesem Auto enthält nicht etwa das Reisegepäck von Marion Aide, sondern Patenpost aus Deutschland. Auf ihrem langen Weg vom Absender nach Afrika zum Patenkind hat sie die vorletzte Etappe erreicht – die Route von Bujumbura nach Cankuzo.

Nach einem kurzen Aufenthalt im Nationalbüro geht die Reise weiter. Wir fahren ca. 4 Stunden in Richtung Osten nach Cankuzo. Eine schöne Fahrt in der man viel von der wunderschönen Landschaft bestaunen darf. Burundi ist recht bergig und auch recht grün, obwohl die Regenzeit erst bevor steht. Auf der Fahrt halten wir irgendwann an der Straße an und kaufen Bananen, gegrillten Mais und Pflaumen. Burundi hat viele Bananen, überall wachsen Bananenpflanzen. Die Bananen schmecken sehr süß und auch der gegrillte Mais ist lecker. Die Pflaume ist grün und ein bisschen lila aber schmeckt herrlich, man beißt einfach das obere Ende ab und isst dann nur das Innere, was flüssig ist. Nach einer langen Fahrt kommen wir gut in Cankuzo an und werden freundlich willkommen geheißen.

Bananen kann man sich in Burundi direkt im Garten pflücken. Lecker und süß, meint Marion Aide nach einer Geschmacksprobe.

 

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