Burundi-Blog: Über Stock und Stein zur neuen Schule

Teil 2 des Burundi-Blogs von Marion Aide

Ich bin dabei, als die letzten Vorbereitungen für die Einweihung der neuen Schule laufen. Als Ehrengäste werden neben den Spendern aus Deutschland auch der Bildungsminister von Burundi erwartet. Wir fahren hinaus zu dem Ort, wo die neue Schule Gatete gebaut wurde. Es geht über Stock und Stein ins Landesinnere.

Unterwegs legen wir einen Stop bei einer Gesundheitsstation ein.  Dort werden gerade Säuglinge und Kleinkinder untersucht. Mit einem Band wird der Oberarm-Umfang der Kinder gemessen, mit einer Waage das Gewicht kontrolliert, um herauszufinden, ob sie ausreichend ernährt sind. Ich darf auch eines der Kinder wiegen. Dann erlebe ich auch noch mit, wie meine Kollegen an arme Kleinbauern-Familien Saatgut ausgeben. Was für ein schöner Einstieg in den Tag!

Als wir an der Schule ankommen, werden wir freudig mit einem Tanz von einigen Frauen empfangen. Ganz schnell sind wir auch von vielen Kindern umringt, für die der Besuch aus Deutschland etwas ganz Besonderes ist. Ohne Scheu lachen sie mich an und viele greifen nach meinen Händen. Auch für mich ist es ein ganz besonderer Moment. Es ist doch etwas anderes, wenn man die Kinder, die man sonst von Fotos oder Broschüren kennt, auf einmal vor sich stehen hat.

Wir schauen gemeinsam mit den Kindern die Schule an, die für das Fest jetzt geschmückt wird, und ich bin beeindruckt, was hier in nur wenigen Monaten errichtet wurde: 6 Klassenzimmer mit Mobiliar und ein Freiluft-Unterrichtsbereich, ein Lehrerzimmer, Latrinen und eine kleine Bibliothek. Demnächst wird noch ein Fußballplatz angelegt. Schon jetzt spielen die Kinder fröhlich auf dem Schulgelände. Wenn man sie fotografiert, schauen die meisten aber sehr ernst in die Kamera – die älteren sogar fast streng.

Mitarbeiter von World Vision verteilten während des Besuchs Saatgut an bedürftige Familien.

Ich versuche mich im Jonglieren und bringe meinem Kollegen Ching, Chang, Chong bei. Einige Mädchen und Jungen haben ihren Spaß mit uns. Als wir los wollen, bin ich noch immer umzingelt und kann eigentlich nicht wirklich weg. Es kommt die Ansage von meinem Kollegen, das wir weiter müssen und die Kinder sagen, ich solle doch noch bleiben. Herzzerreißend. Meine Vorfreude auf Samstag steigt umso mehr.

Ich weiß auch, dass das Ehepaar Rónay nach all der Arbeit an diesem Projekt dem Zusammentreffen entgegen fiebert und die warmherzige Atmosphäre wahrscheinlich genau so genießen wird wie ich.

1 Kommentar

  1. Vanessa, 28. Oktober 2012

    Freue mich schon auf den nächsten Bericht. Hoffentlich gibt es dann ausführliche Bilder von der neuen Grundschule und von der Einweihungszeremonie.

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