Burundi-Blog: der Tag des Freudenfestes

Dritter Teil des Burundi-Blogs von Marion Aide

Morgenstund’ hat Gold im Mund

Mit müden aber fröhlichen Gesichtern sitzen wir um 6 Uhr beim Frühstück zusammen. Noch nicht ganz wach freuen wir uns auf den neuen Tag, an dem endlich die Gatete-Schule eingeweiht wird. Das Ehepaar Rónay ist am Abend vorher gut in der Hauptstadt von Burundi gelandet. Wissen Sie noch, wie sie heißt? Wir starten pünktlich um 6:30 Uhr gen Osten, Richtung Cancuzo, wo die Gatete Schule liegt. Der erste Teil der Strecke ist gut ausgebaut und nach 2 Stunden machen wir kurz halt. Die Frauen wollen sich umziehen, ein paar Fußbälle müssen noch aufgepumpt werden und weiter geht’s. Um kurz vor Elf erreichen wir die Schule, vor der sich schon viele Kinder und Erwachsene aus der Umgebung für das Fest eingefunden haben. Nach und nach treffen auch der Bildungsminister und seine Mitarbeiter, einige Lokalpolitiker und ein Team des nationalen Fernsehens ein. Es scheint doch nicht gerade alltäglich zu sein hier, dass ein deutsches Ehepaar den Bau einer Schule finanziert und dann auch noch persönlich zur Eröffnung kommt. Wie wir gemeinsam dieses Fest begangen haben und worüber sich die Kinder besonders gefreut haben, schauen Sie sich am besten auf den Bildern an. Auch wenn wir nicht alle Worte der Redner verstanden, konnten wir spüren, dass es ein besonderer Moment war.  Wir haben gemeinsam etwas geschafft und den Grundstein für weitere Entwicklung gelegt. Mich hat beeindruckt, dass die Menschen hier früher schon aus eigener Kraft eine Schule aus Ziegeln für ihre Kinder gebaut haben. Offenbar ist ihnen die Bildung ihrer Kinder etwas wert. Und nun sind sie durch eine größere und besser ausgestattete Schule dafür belohnt worden. Ein gelungener Tag also, der Hoffnung weckt.

Mein persönliches Highlight

Mir ist noch eine Situation sehr gut in Erinnerung geblieben. Inmitten all des Trubels, als sich die Besucher die neue Schule anschauten, lief auf einmal eine Frau auf mich zu und umarmte mich herzlich. Sie erkannte mich wieder von dem vorherigen Besuch fünf Tage vorher. Sie strahlte große Freude aus und umarmte mich wieder und wieder. Ich verstand nicht, was sie mir sagen wollte, bis ein Kollege mir das Wort “Freundin” übersetzte. Ich nickte und antwortete auf Kirundi „Ego“, was „ja“ bedeutet.

Schreiben Sie einen Kommentar


9 − sieben =