Der World Vision-Trainee Blog – Teil 2 Vanuatu

Unser World Vision Team Vanuato stellt sich vor: Ann-Kathrin Pippert schildert ihre ersten drei Wochen vor Ort!

Alo long Vanuato! 

Meine ersten drei Wochen in Vanuatu sind fast geschafft und ich muss sagen, dass mir das Land und seine Einwohner, die ni-Vanuatu, schon sehr ans Herz gewachsen sind.

Mehr als 120 Sprachen bei nicht mal 250.000 Einwohnern

Auf meinem Weg zum World Vision Büro kennt man mich schon und ich werde von vielen Passanten bereits mit einem freundlichen “Gud moning!” gegrüßt. Das ist kein schlecht ausgesprochenes Englisch, sondern Bislama, die lokale lingua franca, mit der sich die ni-Vans aus allen Teilen des Landes verständigen. Da die meisten Dörfer durch den dichten Dschungel lange Zeit isoliert waren, existieren in Vanuatu mehr als 120 verschiedene Sprachen, und das bei nicht mal 250.000 Einwohnern!

In ihrer Muttersprache können sich die ni-Vans also nur innerhalb ihrer Familien unterhalten. Dazu sprechen die meisten mehr oder weniger fließend English oder Französisch. Da die Kinder entweder englische oder französiche Schulen besuchen, ist die Unterhaltung mit ihnen am einfachsten. Um auch mit den Erwachsenen reden zu können, besonders in den abgelegenen Dörfern, in den World Vision arbeitet, empfiehlt es sich jedoch etwas Bislama zu lernen. Das ist im Grunde gar nicht so schwer: Wenn man die Wörter laut liest und die Buchstaben wie auf Deutsch ausspricht, kann man die englischen Woerter raushören.

Also, zum Ausprobieren:  “Mi fasttaem long Vanuatu” heißt zum Beispiel “its my first time in Vanuatu” oder “Mi toktok smol Bislama nomo” heißt, “I talk small Bislama, no more”, und “Tankio tumas frens”  können Sie ja mal raten!

Port Vila: eine ruhige Landeshauptstadt

Da das importierte Essen in den Supermärkten unglaublich teuer ist, kaufe ich soviel wie möglich am Markt direkt an der Wasserfront ein. Hier verkaufen die Frauen aus den ländlichen Gegenden der Insel traditionelles Gemüse wie Süßkartoffeln, Taro und Maniok und natürlich massenweise Kokosnüsse, sowie Tropenfrüchte wie Papaya, Mangos, oder auch wilde Himbeeren. Da der Transport nach Port Vila mit ca. 1-5 Euro fuer die meisten Familien sehr teuer ist, übernachten die Frauen – und manchmal auch Kinder – unter ihren Verkaufstischen auf Bambusmatten, bis all ihre Ware verkauft ist und sich die Rückreise ins Dorf auch wirklich lohnt. Das macht den Markt zum einzigen Ort in der Stadt, der 24 Stunden lang belebt und beleuchtet ist. Ansonsten kann man nach Einbruch der Dunkelheit, also ab ungefähr sechs Uhr abends, kaum noch glauben, dass man sich in einer Landeshauptstadt befindet – so ruhig und dunkel wird es auf den Strassen.

Wo liegt Vanuatu überhaupt?

Alle, die übrigens nicht wissen, wo Vanuatu eigentlich liegt, drehen den Globus am besten einmal komplett herum und suchen von Australien aus Richtung Osten kurz vor der Datumsgrenze. Viel weiter weg von Deutschland kann man fast nicht sein!

Diese Gegend im Suedpazifik ist außer für ihre wunderschönen Insellandschaften auch dafür bekannt, der durch Naturkatastrophen am meisten gefährdetste Ort der Welt zu sein. Vanuatu liegt direkt dort, wo zwei tektonische Platten aufeinander treffen und ist damit regelmäßig von heftigen Erdbeben betroffen. Außerdem gibt es mindestens 10 aktive Vulkane auf den 83 Inseln des Landes und Tropenstürme von November bis April. Katastrophenvorsorge und Anpassung an den Klimawandel sind also Themen, mit denen sich World Vision hier unten intensiv beschäftigt.

Auch darüber hinaus gibt es viele Probleme. Bei der Traumkulisse vieler Inseln vergisst man leicht, dass Vanuatu zu den sogenannten “Least Developed Countries” gehört und viele Menschen unter schlechten gesundheitlichen Bedingungen und ohne Zugang zu effektiver Bildung, Elektrizität oder Anbindung an Märkte leben. World Vision arbeitet daher im Bereich Wasser und Hygiene, Gesundheit, Bildung und Einkommensförderung und zwar vor allem in äußerst abgelegenen Gebieten auf den Inseln im Norden des Landes. Die Dörfer erreicht man oft nur auf dem Wasserweg. Aber davon berichte ich beim nächsten Mal!

Lesen Sie auch noch unseren Trainee-Bericht zu Äthiopien – hier gehts zu Teil 1!  

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