Von holprigen Strassen und herzlicher Gastfreundschaft – zu Besuch bei den Patenkindern in Tansania

Sylvia Schneider und ihr Patenkind Joyce freuen sich über das erste Treffen!

Im Folgenden erzählen unsere beiden Paten, Sylvia Schneider und Michael Buchbender, von Ihrem Besuch bei den beiden Patenkindern in Tansania. Der Bericht führt uns das Land Tansania ausschnitthaft vor Augen – aber natürlich erfahren wir hauptsächlich zum Leben und Umfeld der Patenkinder Joyce und Joshua ;-) World Vision bedankt sich herzlich für die Reiseschilderung der Paten.

Vor rund 6 Jahren entschieden wir uns, neben unserem langjährigen Patenkind in Tansania noch ein zweites Kind aus dem gleichen Projekt – King’ori – zu unterstützen. Seit der Zeit sprachen wir immer schon von einem möglichen Besuch vor Ort.

Jetzt oder nie: Wir besuchen unsere beiden Patenkinder!

Wir lasen viele bewegende World Vision Paten-Berichte im Internet und in Zeitschriften. Dann erreichte uns letztes Jahr die Info, dass unser Projekt Ende 2012 geschlossen würde – da war für uns klar, dass es jetzt sein muss! Somit besuchten wir unsere beiden Patenkinder Joyce und Joshua (beide 12 Jahre alt) in Tansania, in der Region King’Ori bei Arusha.

In Arusha starten zudem viele der angebotenen Standard-Safaris, so dass eine Kombination zu organisieren war. Mit den Vorbereitungen haben wir im November 2011 begonnen. Die Betreuung seitens World Vision war sehr hilfreich, so dass wir bei unserem Reiseanbieter sehr gut Flug, Transfers und Hotels passend arrangieren konnten. Wir wussten auch schon frühzeitig, dass wir beide Kinder an einem Tag besuchen könnten und dass man uns im Hotel in Arusha abholen würde.

Wir reisten also zwei Tage vor den anderen Safari-Teilnehmern an und waren sehr gespannt, was uns an unserem ersten Urlaubstag erwarten würde. Am Morgen wurden wir, wie besprochen, um 8 Uhr von einer netten World Vision-Mitarbeiterin und einem Fahrer abgeholt und fuhren erst einmal an einem kleinen „Supermarkt“ vorbei, um Reis und Zucker als Geschenke für die Familien zu kaufen.

Zu Besuch bei Joyce und ihrer Familie

Ein Treffen mit der Patenfamilie vor Ort ist immer spannend – und bietet eine gute Gelegenheit für ein erstes Gruppenfoto ;-)

Anschließend fuhren wir ins Projektbüro, wo wir sehr nett empfangen wurden und die ersten Informationen zum Projekt bekamen. Wir dachten zunächst, dass die Kinder ebenfalls dort wohnen, aber stattdessen fuhren wir in Begleitung zweier World Vision-Mitarbeiter noch ca. eine Stunde über sehr holprige, kaum als Straße erkennbare Strecke, bis wir gegen 11 Uhr bei Joyce und ihrer Familie ankamen.

Joyce war zwar sehr schüchtern, nahm mich aber sofort an der Hand und führte uns nach der Begrüßung ihrer Familie in das enge Haus hinein. Ihre Mutter drückte mir zur Begrüßung gleich ihr drei Monate altes Baby in den Arm, was mich wirklich sehr berührt hat. Nach einem gemeinsamen Gebet bekamen wir Tee, gekochte Eier sowie Maissuppe und gekochten Mais zu essen. Nach Auskunft unserer Begleiter von World Vision ist das ein typischen Essen für besondere Gäste. Wir fühlten uns sehr geehrt und probierten von allem ein wenig, obwohl wir eigentlich viel zu aufgeregt zum Essen waren!

Das Zubereiten von Speisen bzw. das gemeinsame Essen “lockt” immer Jemanden an.

Zu Hause hatten wir schon ein kleines Album vorbereitet mit Fotos unserer Familien und Heimat (danke an die Paten, die diese Empfehlung im Internet gegeben haben!). Nachdem zu Beginn alle sehr verlegen waren, wurden nun Fragen zu den Fotos besprochen. Dank der Übersetzung unserer netten World Vision-Begleiter konnten wir uns gut verständigen.

Dass wir selbst keine Kinder haben, löste großes Erstaunen aus. Wir konnten aber die Sprache auf unsere Nichten und Neffen sowie die Patenkinder bei uns zu Hause bringen.

Mit dem mitgebrachten Springseil und der Frisbee-Scheibe war dann endgültig das Eis gebrochen, und wir spielten eine ganze Weile vor dem Haus sowohl mit Joyce und ihren Geschwistern als auch mit den Erwachsenen. Alle hatten riesigen Spaß, besonders mit dem Frisbee, und es wurde viel gelacht.

Zum Abschied übergaben wir dann die restlichen Geschenke (T-Shirt, Malstifte, Luftballons, Bonbons) sowie den gekauften Reis und Zucker und es wurden noch ein Gruppenfoto geschossen.

Das Abschiednehmen fiel uns sehr schwer, aber wir hatten ja einen weiteren Besuch vor uns …

Der zweite Besuch: beim Patenkind Joshua

Nach einer weiteren knapp halbstündigen Fahrt „über Stock und Stein“ kamen wir bei Joshua und seiner Familie an. Die Großmütter begrüßten uns mit lauten Freuderufen, doch Joshua war zunächst sehr schüchtern …

 

Nach anfänglich, vorsichtigem “Beschnuppern”…

Nach einer herzlichen Begrüßung nahmen wir vor dem Haus auf Hockern Platz, weil die Hütte viel zu klein für uns alle war. Neben den Eltern und Geschwistern kamen noch einige Verwandte und Nachbarn hinzu. Der Besuch von Fremden, die eine so weite Reise hinter sich haben, hat wohl für ziemliches Aufsehen gesorgt!

Auch diese Familie servierte uns wieder ein Willkommensmahl: Tee, Eier und Maissuppe – schon zum zweiten Mal an diesem Tag.

Joshuas Mutter hatte zwei Wochen zuvor ein Baby bekommen und war noch ziemlich schwach. Trotzdem hat sie sich eine Weile zu uns gesetzt und uns für den Besuch und die Unterstützung gedankt. Joshuas jüngere Schwestern waren sehr geschickt dabei, die mitgebrachten Luftballons aufzublasen, während Michael mit Joshua und den World Vision Mitarbeitern den neuen EM-Fußball ausprobierten.

Beim Kicken war Joshua ganz in seinem Element und gar nicht mehr schüchtern. Auch beim Frisbee-Spielen war er total geschickt und hatte sichtlich Freude dabei.

..wurde schnell eine flotte Spielrunde zusammengestellt!

Es war besonders schön zu sehen wie auch dieses Mal immer mehr Erwachsene, darunter auch Joshuas Vater, hinzukamen und eine ausgelassene Spielrunde bildeten.

Nach dem Spiel gab es noch eine kurze Führung: auch hier lebt die gesamte Familie von einigen Quadratmetern Maisfeld. Dieses stellt die Existenzgrundlage dar, ist Grundnahrungsmittel und ermöglicht durch seinen Erlös auch die weiteren Einkäufe.

Nach der Übergabe der restlichen Geschenke (wie bei Joyce) hieß es zum zweiten Mal an diesem Tag Abschied nehmen. Wir haben noch von allen Fotos gemacht und versprochen diese bald zu schicken. Joshuas Großmütter haben ein rührend langes Gebet gesprochen und uns dabei immer wieder für die Unterstützung und unseren Besuch gedankt.

Ein sehr bewegender Tag

Wir waren sehr traurig als wir wieder weiter mussten – vor allem da das Projekt in King‘ori nun zu Ende geht und damit auch unsere Patenschaften für Joyce und Joshua enden werden. Es war jedoch toll zu sehen, wie es den von uns unterstützen Kindern und Familien geht, wie gerne die Kinder zur Schule gehen und was World Vision in den letzten Jahren erreicht hat.

Wir fuhren noch mal zurück ins Projekt-Büro, wo uns der Projekt-Koordinator noch von den weiteren Leistungen von World Vision berichtete: wie Schulen, Ausbildungsprogramme und Mikro-Kredite.  Wegen der zwei Besuchstermine hatten wir ja leider wenig Zeit für weitere Besichtigungen. Dass wir jedoch Joyce und Joshua beide an einem Tag besuchen konnten, war schon ein tolles Erlebnis und wir sind dankbar, dass World Vision alles so perfekt für uns organisiert hat.

Der Tag war insgesamt sehr bewegend für uns und wir denken oft an diese liebenswerten Menschen zurück. Auch die am nächsten Abend beginnende Rundreise durch Tansania war sehr schön und wir haben viel von diesem beeindruckenden ersten Urlaubstag erzählt.

Sylvia Schneider & Michael Buchbender

Sie können auch Pate werden! Mehr erfahren dazu:

http://www.worldvision.de/kinderpatenschaft.php

 

1 Kommentar

  1. Heinz Mravlag, 3. Juli 2014

    Liebe Freunde, der Bericht von Frau Schneider und Herrn Buchbender hat mich sehr berührt! Er hat mir gezeigt, wie schön es ist, sein Patenkind in dessen Heimat kennenzulernen. Leider wird es mir nicht mehr möglich sein, das gleiche zu machen: ich bin zu spät dran; zum einen endet das Projekt, zum anderen bin ich von meinem Alter her nicht mehr so fit, eine solche Reise zu unternehmen. Meinem Patenkind Athumani fühle ich mich aber weiterhin sehr verbunden.
    Danke für Ihre wunderbare Arbeit, liebe Mitarbeiter von World Vision.
    Ihr Heinz Mravlag

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