News aus dem Traineeblog: Unsere Projektarbeit am Horn von Afrika

Unser Trainee Katharina ist derzeit auf Auslandseinsatz in Ostafrika. Jeden Monat berichtet sie, ebenso wie Trainee Ann-Kathrin Pippert (weiterer Bericht, siehe Blog) von ihren Eindrücken aus der Arbeit von vor Ort. Auf dem Foto sehen Sie Katharina (vorne im Bild) beim Treffen mit den Bewohnern des Dorfes South Omo in Äthiopien, in dem World Vision mit ihnen Brunnen baut.

Weg vom Schreibtisch und rein ins Projekt!   

Nach 3 Wochen in Afrika ist es endlich soweit: mein erster Projektbesuch steht an. Im vergangenen Jahr habe ich von Deutschland  aus World Vision-Projekte am Horn von Afrika unterstützt. Die Projekte kannte ich demzufolge nur auf dem Papier. Aber jetzt will ich auch unbedingt wissen, wie die Arbeit von World Vision vor Ort aussieht! Ich möchte verstehen, unter welchen Bedingungen viele Menschen am Horn von Afrika leben müssen – und ich möchte die Menschen kennen lernen, die von unserer Arbeit profitieren!

Ein World Vision Mitarbeiter untersucht ein Kind im World Vision Ernaehrungsprojekt in Laisamis, Kenia.

Im Flüchtlingslager Dollo Ado: Neue Hoffnung trotz schwieriger Lebensbedingungen

Meine erste Reise führt mich nach Dollo Ado, einem Flüchtlingslager an der Grenze zwischen Äthiopien und Somalia. Nach einem windigen und turbulenten Flug mit einer kleinen Maschine des UN- Welternährungsprogramms landen wir auf einer staubigen Piste in Dollo Ado. Hier leben über 170.000 somalische Flüchtlinge.

Mit einer kleinen Maschine landet Katharina auf dem Feld in Dollo Ado.

Zunächst fahren wir zu unserem „Compound“. Hier hat World Vision ein kleines Lager errichtet, in dem ein Büro untergebracht ist und wo unsere Kollegen, die in Dollo Ado arbeiten, auch wohnen. Auch ich werde hier die nächsten Nächte verbringen. Ich bin erstaunt zu sehen, unter welchen Bedingungen unsere Kollegen hier leben. Tagsüber brennt die Sonne und es gibt kaum Schatten, das Wasser ist sehr knapp und Strom gibt es nach Sonnenuntergang nicht. Die Mitarbeiter schlafen in Zelten. Bei unserer Fahrt durch das Camp winken uns überall Kinder zu.

Die Kinder in Dollo Ado sind neugierig und begrüßen die World Vision-Crew freundlich.

Meine Kollegen zeigen mir verschiedene Projekte, u.a. besichtigen wir den Bau einer Schule. Ich bin überrascht so viel Positives zu sehen, obwohl das Camp selber einen traurigen Entstehungsgrund hat. Trotz der harschen Lebensbedingungen und der vielen berührenden Schicksale der Menschen ist in Dollo Ado auch sehr gute Arbeit geleistet worden, um vor allem den Kindern ein besseres, gesünderes und fröhlicheres Leben zu ermöglichen.

Unterwegs in den Süden Äthiopiens: Das letzte Stück Weg zu Fuß     

Kaum bin ich einige Tage später zurück in Addis Abeba, habe ich einen Tag um meine Tasche erneut zu packen, bevor es zum nächsten Projektbesuch in den Süden Äthiopiens geht. Die Fahrt dorthin dauert zwei Tage! Doch ich genieße die Reise vorbei an Dörfern, Bergen … und vielen, vielen Tierherden. Der größte Teil der Bevölkerung hier lebt von der Viehzucht, und so müssen wir oft anhalten, um die gemütlich schlendernden Kühe und Ziegen die Straße passieren zu lassen.

Die Reise in den Süden Äthiopiens wird durch so manche “Hindernisse” erschwert…

Irgendwann endet die asphaltierte Straße und es geht weiter auf unebenem Gelände. Kurz vor unserem Ziel ist überhaupt kein Durchkommen mehr und wir gehen den restlichen Weg zu Fuß bis wir das Dorf Bori erreichen. Neugierig kommen mehr und mehr Bewohner aus den Wäldern und freuen sich über den seltenen Besuch. World Vision hat im Dorf gemeinsam mit Aktion Deutschland Hilft Brunnen errichtet.

Ein Dorfbewohner schöpft Wasser mit einer Pumpe aus einem von World Vision erbauten Brunnen.

Die Frauen erzählen uns, dass sie vorher stundenlang im Dunkeln laufen mussten, um Wasserstellen zu erreichen. Das hat sich mit dem neuen Brunnen geändert! Der Dorfälteste bedankt sich: “Wasser bedeutet Leben für uns – und ihr habt uns Leben geschenkt. Wir können euch nicht mit leeren Händen gehen lassen!”

Die Dorfbewohner führen uns in eine Hütte und bieten uns seine große Schüssel wilden Honig an, den sie selber sammeln und für besondere Anlässe aufbewahren. Nachdem wir uns die Bäuche mit süßem Honig vollgeschlagen haben, machen wir noch einige gemeinsame Fotos. Die Bewohner von Bori amüsieren sich sehr, als sie ihre eigenen Bilder auf dem Display meiner Kamera sehen und so verabschieden wir uns alle in guter Stimmung.

Eine Kamera ist ein seltener Anblick – und Aufsehen ist so beinahe vorprogrammiert ;-)

Für mich geht es kurz darauf zurück nach Kenia, wo ich wenige Tage später noch ein Ernährungsprojekt im Norden des Landes besuche.

Erfahrungen, die ich an meinem Schreibtisch nie hätte machen können

Nach fast 4 Wochen aufregenden Reisens durch Äthiopien und Kenia bin ich dankbar für die neu gewonnenen Erfahrungen, die ich nie an meinem Schreibtisch hätte machen können. In dieser Zeit war es nicht immer einfach sehen zu müssen, welches Leben viele Menschen führen und welche harten Bedingungen vor Ort herrschen.

World Vision baut in vielen Projektgebieten Latrinenhäuser, wie hier in einem Dorf in South Omo.

Besonders nachdenklich hat es mich gemacht, als eine Frau in Äthiopien uns gezeigt hat, wie sie Wasser gewinnt, indem sie solange die Erde gräbt, bis sie auf Grundwasser stößt. Als sie uns zeigt, dass sie das Grundwasser direkt trinkt, ohne es zu filtern kann ich erkennen, dass sie schwanger ist. Das sind aber auch die Momente, die mir zeigen, wie wichtig unsere Arbeit ist. Und als mir die Frauen in einem Dorf berichten, dass sie durch World Vision gelernt haben, wie sie Nahrung für ihre Kinder hygienisch zubereiten können und jetzt wissen, wie sie die Kinder  vor Krankheiten schützen können, freue ich mich umso mehr über die Früchte, die unsere Arbeit trägt. Ich weiß, dass wir als World Vision unsere Arbeit weiterführen müssen, um noch mehr Menschen damit zu erreichen.

Weitere Beiträge:

2. Teil  im Traineetagebuch – einfach hier klicken

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Hier können Sie mehr herausfinden:

 

http://www.worldvision.de/kinderpatenschaft.php

 

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