Patenbericht: Mein Besuch bei Miguel in Peru

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von Lea Sophie Tautorat

Anlässlich eines Praktikums plante ich im Februar 2013 eine Reise nach Peru. An Weihnachten hatten meine Mutter und ich die spontane Idee, dass ich diesen Aufenthalt hervorragend mit einem Besuch bei meinem Patenkind Miguel verbinden könnte. Anhand der Projektbeschreibung stellten wir fest, dass es für südamerikanische Verhältnisse – quasi – nur ein kleiner Abstecher von Lima war. Daraufhin schrieb ich dem World Vision-Büro in Deutschland und war sehr froh, als ich erfuhr, dass ein Besuch auch so kurzfristig noch möglich war.

Vor Ort im Projekt: Erster Eindruck zum Stand der Kinderbeteiligung

In Peru angekommen nahm ich von Lima aus den Nachtbus nach Huancavelica, was dem Projekt Yauli am nächsten liegt. Nachdem ich mir ein Hotel gesucht hatte setzte ich mich mit den World Vision-Mitarbeitern vor Ort in Verbindung und klärte die Details für den nächsten Tag ab. Wir trafen uns zum Mittagessen und besichtigten anschließend das World Vision-Büro. Mir wurde erklärt welche Aufgabe welcher Mitarbeiter hat und was für Projekte derzeit realisiert werden. An den Wänden hingen von Kindern gestaltete Plakate, die sich mit verschiedenen Themen befassten.

Ein Mitarbeiter erklärte mir, dass zurzeit viel Wert auf die Partizipation der Kinder gelegt würde. Es wurden beispielsweise Kinder zu Repräsentanten gewählt, um sich regelmäßig in Huancavelica zu treffen (allein das ist angesichts der verstreut liegenden Dörfer schon eine logistische Herausforderung) und dort an Workshops teilzunehmen. Dies ist meiner Meinung nach sehr elementar, da in der indigenen Gesellschaft Kinder von Haus aus eine niedrige Stellung haben und ihre Meinung normalerweise nicht wichtig ist. Jetzt sind sie auch in den Versammlungen der Erwachsenen anwesend und erhalten eine Stimme. So lernen sie von klein auf demokratische Prinzipien kennen und werden zu mehr Engagement in ihrer Gesellschaft motiviert.

Freudige Erwartung & Empfang mit Geschenken

Am nächsten Morgen wurde ich früh abgeholt. Wir brauchten etwa zwei Stunden, um im Dorf von Miguel anzukommen. Dort erwartete er uns schon aufgeregt mit seiner Mutter und seinen beiden kleinen Geschwistern im dortigen Büro von World Vision. Zuerst tauschten wir Geschenke aus. Ich bekam einen Schal und einen für die Region typischen Hut, den Miguels Mutter eine ganze Woche lang reich verziert hatte. Auch Miguel freute sich über Buntstifte, Straßenmalkreide und Süßigkeiten. Er ist ein fröhlicher und aufgeweckter Junge, der zu Beginn etwas schüchtern war, im Verlaufe meines Besuchs aber schnell auftaute.

Menschen voller Tatendrang

Anschließend machten wir uns im Jeep auf, um das Projekt kennenzulernen. Mir wurde ein Raum zur Kinderbetreuung, eine kleine Werkstatt zur Herstellung von Kunsthandwerk, Meerschweinchenställe und Gewächshäuser gezeigt.

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Eine Familie muss stets zunächst einen Kurs zum Beispiel zur Haltung von Meerschweinchen machen; bei erfolgreicher Teilnahme wird der Bau eines Stalles finanziert. So kann letztendlich auch der Ertrag nachhaltig gesteigert werden und eine gesündere und abwechslungsreichere Ernährung ermöglicht werden. Außerdem durfte ich das Haus eines Dorfvertreters ansehen.

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Er erzählte mir unglaublich stolz und dankbar, dass World Vision ihm beigebracht habe verschiedene Lebensbereiche zu trennen. Die Meerschweinchen wohnen jetzt also nicht mehr auf dem Küchenfußboden, sondern im Stall und das „Badezimmer“ wurde in den Hof verlagert.

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Diese Dankbarkeit für Dinge, die in den Augen vieler Menschen selbstverständlich sind, hat mich bewegt. Außerdem kamen mir die Leute sehr motiviert vor. Sie haben gelernt, dass sie etwas verändern können und sind voller Tatendrang um einen besseren Lebensstandard zu erreichen.

Besuch im World Vision-Projekt: Eindrücke, die bleiben

Nach einem Mittagessen mit Miguels Familie und den Mitarbeitern von World Vision war mein Besuch leider schon wieder vorbei. Ich werde ihn in guter Erinnerung behalten, nicht zuletzt weil ich merkte, wie sehr sich alle Beteiligten über mein Kommen freuten. Für mich persönlich war es auch eine Gelegenheit fernab der üblichen touristischen Routen eine ganz andere Seite Perus kennenzulernen, Kontakt zu indigenen Einheimischen aufzubauen und eine tolle Landschaft kennenzulernen!

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Wenn auch Sie ein Patenkind und dessen Familie unterstützen möchten, finden Sie anbei weitere Informationen:

Was eine Kinderpatenschaft ausmacht

Und weitere Hintergrundinformationen zu World Vision-Projektgebieten in Peru:

Hier bin ich zu Hause

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