Von Öfen, Plastikmüll und dem Leid der syrischen Flüchtlinge

s130027-1: Syrian refugees start to feel warm in Lebanon's winter season

Traumatische Erfahrungen, der Verlust von Heimat und Angehörigen - die syrischen Flüchtlinge im Libanon müssen vieles erleiden. Und jetzt kommt auch noch die Kälte des Winters dazu. World Vision verteilt deshalb Öfen an Familien.

Es ist kalt im libanesisch-syrischen Grenzgebiet Bekaa. Schnee weht und bildet kleine Haufen an den Wänden der heruntergekommenen Häuser, in denen hier Tausende Flüchtlinge aus Syrien Unterschlupf gefunden haben. Doch auch drinnen ist es kaum wärmer. Denn viele der Häuser haben keine Heizung, von Dämmung oder dicken Fensterscheiben ganz zu schweigen. In einem dieser Häuser lebt die neunjährige Ghezlan mit ihren fünf Geschwistern und ihren Eltern. “Wenn es stürmt, halte ich mir die Ohren zu und stellte mir vor, das Geräusch des Windes wäre das Zwitschern von Vögeln.“

Glück und Geld sind Mangelware in diesen Tagen

Die Kälte des hereingebrochenen Winters ist jetzt eine der Hauptsorgen syrischer Flüchtlinge. Wer Glück hat, kann sich einen Ofen von libanesischen Nachbarn leihen, wer Geld hat kann auch ein bisschen Brennstoff kaufen. Glück und Geld sind Mangelware in diesen Tagen.
Und so kommt es, dass die Flüchtlinge mit dem heizen, was es auch in der Bekaa-Ebene reichlich gibt: Müll. Plastikmüll. „Eine Frau verbrannte in ihrer Unterkunft Nylontaschen“, erzählt Patricia Mouamar von World Vision Libanon. „Alle Räume waren voller Qualm. Qualm, der krebserregend ist. Aber die Frau sah keine andere Möglichkeit, sich und ihre Kinder vor der Kälte zu schützen.“

Wer hierher kommt ist auf sich allein gestellt
Patricia Mouamar und ihre Kollegen wissen um die Not der Flüchtlinge und haben daher eine Verteilungsaktion gestartet. Sie bringen in dieser Woche mehr als 1.000 kleine Öfen zu den Familien. Die Empfänger bekommen auch Gutscheine für Diesel, um die Öfen effizient betreiben zu können. Mit den Öfen können die Flüchtlinge nicht nur heizen, sondern auch kochen. Finanziert wird die Aktion vom Bündnis “Aktion Deutschland Hilft”, dem auch world Vision angehört.

Die neunjährige Ghezlan

Im Libanon gibt es keine Flüchtlingscamps, die Menschen, die dem Bürgerkrieg in Syrien entfliehen konnten und es hierher geschafft haben, müssen selber sehen, wo und wie sie unterkommen. Deshalb hat World Vision diese Öfen nur an sogenannte „ nicht registrierte“ Flüchtlinge, die ohne jede staatliche Unterstützung klarkommen müssen, verteilt.
Eine Mutter seufzt erleichtert auf, als sie den rund 100 US-Dollar teuren Ofen erhält: „Der kommt für mich und meine Familie gerade zur rechten Zeit.“ Sie hält inne und denkt über ihre Situation nach: „I wünschte das Weiße des Schnees könnte die Gewalt auslöschen, die wir hier alle erleiden mussten.“ Zusätzlich zu den Öfen und den Dieselgutscheinen verteilt World Vision regelmäßig Hygiene-Sets und Gutscheine für Nahrungsmittel an etwa 40.000 Flüchtlinge. Die Organisation bietet auch Schülern, die nicht zu den regulären libanesischen Schulen gehen können, Unterricht an. Ebenso unterhält World Vision in der Region Kinderschutzzentren, in denen jüngere Mädchen und Jungen spielen, lernen und sich von ihren oft traumatischen Erfahrungen erholen können.

3 Kommentare

  1. hanna hoffmann, 23. Januar 2013

    Hallo!

    ich möchte helfen.nicht durch Geld sondern mit meinen gesunden Händen! Ich habe schon ein Patenkind.
    Was kann ich noch tun.ist es möglich ins Land zu reisen und dort vor Ort zu helfen?

    lg

    Hanna hoffmann

    P.S.
    eine kleine Beschreibung zu mir:
    Ich bin 23 Jahre alt.komme aus Bielefeld bin gelernte hotelfachfrau. Ich bin zur zeit in Süd Afrika.habe in Kap Stadt auf

  2. hanna hoffmann, 23. Januar 2013

    Sorry bin auf die falsche taste gekommen.

  3. Iris Manner, 28. Januar 2013

    Liebe Frau Hoffmann,

    vielen Dank für Ihre Anfrage und Ihr Angebot. Es gibt viele Möglichkeiten sich ehrenamtlich bei uns zu engagieren. Einige Anregungen und den richtigen Ansprechpartner finden Sie hier: http://www.worldvision.de/unterstuetzen-ihre-aktion-hilft.php

    Von Südafrika aus gibt es bestimmt auch Möglichkeiten. World Vision hat dort ja auch ein Büro und Projekte.
    Viele Grüße, Iris Manner

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