Hilfseinsatz nach Gebäude-Einsturz in Savar

Banglkadesch3

Nur 500 Meter von unserem Projektbüro in Savar entfernt scharen sich auch heute hunderte Frauen, Männer und Kinder am Unglücksort, weinend, klagend, bange auf eine gute Nachricht hoffend. Viele halten Fotos ihrer Angehörigen in den Händen und beknien die Rettungskräfte, doch weiter nach der vermissten Tochter oder Schwester zu suchen. Die Rettungskräfte und freiwillige Helfer klettern auf den Beton-Platten des eingestürzten Geschäftsgebäudes herum, schauen in Zwischenräume, reichen Wasserflaschen durch Löcher zu den Verschütteten. Und sie erleben, zum Glück, auch Wunder: noch immer werden Menschen lebend aus den Trümmern befreit. Doch bis gestern gab es bereits 309 Tote.  Mehr als 2.300 Menschen wurden verletzt und in den Gebäuderesten werden noch viele Eingeschlossene vermutet.

Die World Vision-Mitarbeiter in Savar und Dhaka erleben all dies hautnah mit. Sie leiden natürlich mit, sie suchen nach Hilfsbedürftigen und sie helfen – zunächst mit Trinkwasser und Essen, aber auch bei der Sammlung von Blutspenden für die Verletzten. Rund 700 Blutspender konnten sie dem lokalen Krankenhaus in den ersten zwei Tagen schon nennen, dank einer guten Zusammenarbeit mit Basisgruppen in Savar.

“Wir hörten nach unserem Morgengebet von dem Unglück und waren geschockt, als wir bei dem Rana Plaza-Gebäude ankamen”, berichtet Joanna D’Rozario, Leiterin des Regionalentwicklungsprojekts Savar. “Ich sah viele Menschen eingequetscht in den zusammengepressten Etagen des eingestürzten Gebäudes und der Platz davor war überfüllt mit Menschen. Die Verletzten wurden in verschiedene und verschiedene Krankenhäuser gebraucht, und die Regierung sagte eine kostenlose Behandlung zu.”

Joanna und ihr Team erhalten Unterstützung durch World Vision’s Katastrophenhilfe-Experten Wilfried Sikukula, um auch den betroffenen Familien sinnvolle Hilfe zu leisten. Dies wollen wir im Rahmen unserer Möglichkeiten gerne unterstützen. Wir hoffen, dass es  nicht zu Gewaltausbrüchen in Bangladesch kommt, können die Wut der Angehörigen und der Textilarbeiterinnen jedoch gut verstehen. Denn es ist offensichtlich, dass die Tragödie in Savar nicht hätte geschehen müssen. Es wurde auf Kosten der Menschen beim Bau gespart und die Manager ignorierten Warnungen, aber als Käufer von Billig-Textilien tragen auch wir eine Mitverantwortung für solche Unfälle.

Eine gute Nachricht haben wir: Die Patenkinder aus Savar und ihre Familien sind nach bisherigen Erkenntnissen verschont geblieben. Sobald es weitere Neuigkeiten gibt, hören Sie von uns.

 

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