UN-Kinderversammlung in New York: “Unsere Stimmen müssen gehört werden!”

Am Rand der UN-Vollversammlung in New York hielten Kinder ihre eigene Versammlung ab. Am pult das blinde Mädchen Poonam aus Indien

Am Rande der UN-Generalversammlung in New York erhoben Jugendliche aus Albanien, Bangladesch, Brasilien, Malawi, Mexiko, Pakistan, Sierra Leone und Uganda ihre Stimme und forderten Gehör von den versammelten Regierungschefs. Sie möchten, dass die Erwachsenen ihnen zuhören und dass ihre Forderungen und Vorstellungen in die künftigen Zukunftsszenarien für die Gestaltung der Welt eingebaut werden. Silvia Holten war für uns dabei:

Bei dieser Veranstaltung muss ich an den Song von Herbert Grönemeyer denken: „Gebt den Kindern das Kommando. Sie berechnen nicht, was sie tun. Die Welt gehört in Kinderhände.“
An Syrien zeigt sich wieder einmal, dass Erwachsene oft nicht in der Lage sind, die Probleme dieser Welt zu lösen. Tausende Kinder bezahlen diese Unfähigkeit mit ihrem Leben oder leben nun in der Fremde, sind verzweifelt angesichts des Dramas, das sich in ihrem Heimatland abspielt.

Zu Beginn der Veranstaltung kamen Kinder aus der ganzen Welt in einem Film zu Wort. Mein Traum ist, dass es keine Probleme mehr gibt, dass die Welt friedlicher wird und es keine Kriege mehr gibt, sagt ein Junge aus Pakistan.

"Armut ist ein großes Problem" - Johnson aus Uganda

“Armut ist ein großes Problem” – Johnson aus Uganda

In einem eindringlichen Appell bat Johnson aus Uganda um Hilfe. Stellvertretend für alle Kinder und Jugendlichen beklagte er, dass viele Regierungen zu korrupt seien und das Geld für Bildung, ein gutes Gesundheitssystem und Bildung fehle. „Farmer könnten mit dem Geld z.B. unterstützt werden und davon Traktoren kaufen und so könnten mehr Nahrungsmittel produziert werden.“ Johnson forderte mehr Jobs, faire Entwicklungsmöglichkeiten und eine nachhaltige Zukunft, die auch auf Umweltprobleme Rücksicht nehme. „Armut ist ein großes Problem in unseren Ländern“, erklärte er. Ein Problem sei auch, dass viele Eltern ihre Kinder nicht beschützten. Mädchen würden für eine Kuh verkauft und viele Kinder würden drogenabhängig.

Laiba aus Pakistan sprach insbesondere die Ungleichbehandlung von Jungen und Mädchen in ihrem Land an. „Was Jungen können, können wir auch“, betonte sie. „Wenn sie auf den Mond fliegen können, so können wir das auch.“ Mädchen bräuchten Bildung und könnten dann an einer guten Zukunft ihres Landes mitarbeiten. Ein Problem in ihrem Land sei auch, dass Kinder in sehr jungen Jahren verheiratet würden und statt zur Schule zu gehen, müssten sie arbeiten, um ihre Familien zu unterstützen.

Sehr bewegend äußerte sich Poonam aus Indien. Das blinde Mädchen kommt aus einer sehr armen Familie und forderte Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen auf der ganzen Welt und einen sorgsamen Umgang mit den Ressourcen.

Gemeinsam riefen die Jugendlichen „Kinder vereinigt euch, damit unsere Stimmen gehört werden!“

Ich bin beeindruckt von der Klarheit, mit der diese Jugendlichen ihre Vorstellungen von einer besseren Welt äußern. Sicherlich hätten sie das Syrien-Problem längst gelöst.

Kinder und Jugendliche stellen 43 Prozent der Weltbevölkerung dar, aber ihre Stimmen werden regelmäßig von Entscheidungen, die sie betreffen, ausgeschlossen. Anlässlich der UN-Generalversammlung haben sich Kinder und Jugendliche aus der ganzen Welt in New York versammelt, um die Staats- und Regierungschefs aufzufordern, ihre Ansichten ernst zu nehmen.

„Wir müssen mit den Konsequenzen und Beschlüssen, die auf der Versammlung vereinbart werden, leben; darum müssen die Entwicklungsziele für die Welt auch unsere Vorstellungen widerspiegeln“, sagt die 15 jährige Alice aus Sierra Leone, die in New York nicht nur die Sicht der Kinder ihres Landes vertreten will.

Die Veranstaltung „Voices of Children“ wurde von den Kinderhilfsorganisationen World Vision und Plan International organisiert.

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