Nach Wirbelsturm “Phailin” leitet World Vision Soforthilfe in Odisha ein / Katastrophen-Vorsorge hat viel Leid verhindert

Wirbelsturm "Phailin" hat an der Ostküste von Indien hunderttausende Häuser zerstört, unter anderem auch dieses in einer von World Vision vorher evakuierten Slumsiedlung in Bubaneshwar.

Einsatzkräfte des Kinderhilfswerks World Vision haben inzwischen ein genaueres Bild von den Auswirkungen des Wirbelsturms „Phailin“ und mit Soforthilfe-Maßnahmen für Bewohner stark betroffener Bezirke im indischen Bundestaat Odisha begonnen. Ihr Hauptaugenmerk gilt Bewohnern von Notunterkünften im Distrikt Ganjan und mittellosen Familien aus städtischen Slums und überfluteten Dörfern.

Kinder in Babaneshwar drängen sich um die ersten Hilfspakete mit Trocken-Keksen.

Kinder in Babaneshwar drängen sich um die ersten Hilfspakete mit Trocken-Keksen.

Große Landstriche bieten nach dem Wirbelsturm ein Bild der Verwüstung. Durch den Wind wurde das Meer kilometerweit ins Land getrieben. Viele Dörfer sind auch wegen der starken Regenfälle überflutet. Wertvolle Ernten sind zerstört. Nach Angaben der Armee sind mehr als 14.000 Dörfer betroffen. Landesweit wurden nach ersten Berichten 600.000 Häuser zerstört, rund 200.000 Häuser allein im Distrikt Ganjam. Dort erreichte ein Helfer-Team von World Vision gestern trotz vieler Hindernisse den Ort Brahmapur „Hier ist alles überflutet, und die Hauptverkehrsverbindung ist durch entwurzelte Bäume und umgestürzte Strommasten blockiert“, berichtete ein Mitglied des Erkundungsteams. Rund 500 Familien in verschiedenen Notunterkünften versorgt das Team ab heute mit Trinkwasser und Nahrungsmitteln. Das Büro in Chennai bereitet außerdem die Verteilung von 600 Nothilfe-Paketen vor. Diese enthalten Kochsets, Eimer, Kleidung, Regenschutzplanen, Schlafmatten und Moskitonetze.

Wirbelsturm Phailin in Indien entwurzelt Bäume

Menschen kamen – auch dank des bisher gut koordinierten Katastrophenmanagements – allerdings weit weniger zu Schaden als bei dem Wirbelsturm 1999. „Uns liegen keine Berichte über Todesopfer oder Verletzte in unseren Projektregionen vor“, berichtet erleichtert Jayakumar Christian, CEO von World Vision Indien. „Unsere Katastrophenschutz-Teams waren gut vorbereitet und arbeiteten bei den Evakuierungsmaßnahmen reibungslos mit den lokalen Behörden zusammen.“ Außer Hochwasserschäden in einigen Dörfern verzeichneten Projektgebiete in Andra Pradesh, die im Sturmgebiet lagen, auch keine größeren Verluste.

Die Integration von Katastrophenvorsorge gehört zu den Standards der Entwicklungszusammenarbeit bei World Vision und kann bei Naturkatastrophen viel Leid verhindern. „Alle Projekte erstellen Risiko-Szenarien und Katastrophenschutz-Pläne“, erklärt Kunah Shah, Nothilfe-Leiter bei World Vision Indien. „Ihre von uns trainierten Einsatzteams, denen neben Männern und Frauen auch Jugendliche angehören, sind die ersten, die nach einer Katastrophe helfen – mit Evakuierungen, Erster Hilfe und Abruf von Hilfsgütern bei vorher ausgewählten Händlern“, so Shah. Mit den gestärkten Selbsthilfe-Strukturen können sowohl die Regierung als auch die zivilen Hilfsorganisationen auch beim Wiederaufbau effektiver zusammen arbeiten.

Zivile Helfer werden nach Einschätzung von World Vision trotz des starken Regierungsengagements auch in den kommenden Wochen und Monaten benötigt. „Viele Menschen werden die Notunterkünfte erst in einigen Wochen verlassen können und ein Teil von ihnen steht dann vor dem Nichts“, sagt Corinna Blume, Referentin für Katastrophenhilfe bei World Vision Deutschland. World Vision hilft mit Nahrungspaketen und Trinkwasser und wird sich danach voraussichtlich darauf konzentrieren, Einkommensverluste bei armen Familien auszugleichen und dafür zu sorgen, dass Kinder in die Schule gehen können.

Sie können unsere Hilfe für die Katastrophenopfer in Indien durch Spenden:

Spendenkonto:
World Vision
Evangelische Kreditgenossenschaft,
Konto 8800, BLZ 520 604 10

Spenden-Beispiele und das Online-Spendenformular finden Sie hier.

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