Philippinen: Ein warmes Willkommen für Babies im Sturmgebiet

Im Babyzelt in San Antonio ist die Kuschelecke bereit für neu ankommende Babies und ihre Mütter. Eine Helferin aus dem Ort baut noch Spielzeuge zusammen.

von Annila Harris

Ich bin diese Woche auf der philippinischen Insel Leyte unterwegs und schaue mir eines unserer “Babyzelte” an. Der Geräuschpegel steigt langsam an, als sich das große weiße Zelt in San Antonio immer mehr mit Frauen und Babies füllt. Manche von ihnen werfen neugierige Blicke auf die Bilderbücher und gelb, orange, grün oder rot leuchtenden Spielzeuge, die in dem Zelt für die Kleinkinder bereit liegen. Dann kommt der Moment, auf den die Frauen gewartet haben: Marijio, eine Mitarbeiterin von World Vision, tritt in die Runde, um den Zweck des Babyzeltes zu erklären. Das Geplauder verstummt.

Marijo Gomez von World Vision arbeitet mit Gesundheitsberaterinnen aus Ormoc zusammen und schult freiwillige Helferinnen für die Babzelte.

Marijo Gomez von World Vision arbeitet mit Gesundheitsberaterinnen aus Ormoc zusammen und schult freiwillige Helferinnen für die Babzelte.

“Hallo, mein Name ist Marijo. Ich will mit euch besprechen warum wir uns hier versammelt haben. Eure Babies brauchen gute Nahrung und Pflege, auch unter den schwierigen Umständen jetzt. Ist Muttermilch für unsere Kinder nicht das beste Lebensexlexier?” Sie fährt damit fort, Argumente für das Stillen dazulegen. Die 20jährige Jessa atmet erleichtert auf. Was sie hier hört, ist wie eine Antwort auf ihre Fragen und Gebete. “Ich bin etwas nervös”, sagt sie. Das ist mein erstes Baby. Ich weiß nicht was ich tun soll.”

Erst seit kurzem verheiratet ist Jessa, eine von vielen werdenden Müttern, die den Taifun Haiyan überlebt haben. An ihre Gefühle an dem schrecklichen Tag des Sturms erinnert sie sich, als ob es gestern passiert ware. “Ich war allein zuhause, weil mein Mann in der Stadt arbeitet. Der Wind war unglaublich stark. Ich habe sehr gefroren.”

Mit anderen Frauen zusammen floh sie von der Küste weg an einen sichereren Ort. “Auch dort habe ich Angst um mein Kind gehabt”, erzählt sie mit der Hand am Bauch. “Ich konnte nicht sehen was draußen vor sich ging und wusste nicht was uns erwartete. Wir saßen zu siebt in einem Raum und warteten darauf, dass der Sturm nachließ.”

Vier Stunden lang hockte sie in der Mitte der Gruppe auf den Füßen und die unbequeme Haltung verursachte Bauchkrämpfe bei ihr. Ihre Angst um das Baby bekämpfend, versuchte sie sich zu beruhigen so gut es ging. Als der Sturm nachließ, streckte Jesse ihre steifen Beine mit dem erleichtenden Gefühl, dass es ihrem Baby trotz allem offenbar noch gut ging.

Mit einem Lächeln sagt sie: “Ich war plötzlich hungrig, den ich hatte länger nichts gegessen.” Sie verließ das schützende Haus und sah sich um, wie viele andere mit ihr. Die Zerstörung in ihrem Dorf ergab eine niederschmetternde Szenerie. Jessas Haus war nicht komplett zerstört, aber das Dach weggeflogen. Es regnete noch und alles wurde nass. Die erste Nacht verbrachte Jessa mit bitter-süßen Gedanken. “Unser Heim war nicht mehr dasselbe, aber ich war glücklich, dass dem Kind und mir nichts passiert war”, beschreibt sie das Erlebnis.

Das Babyzelt sei eine wichtige Hilfe, denn “in unseren zerstörten Häusern haben wir keine Privatsphäre.” “Es ware schwierig dort zu stillen. Wenn mein Kind auf die Welt kommt, habe ich jetzt einen Platz, zu dem ich gehen kann und dort kann ich auch Rat holen.” Verlegen fügt sie hinzu: “Ohne diese Hilfe würde ich mich verloren fühlen, auch weil es mein erstes Kind ist. Was sie uns hier sagen, ist wichtig für mich und wird mir helfen, für mein Baby zu sorgen. Ich treffe außerdem hier andere Mütter, die mir Rat geben können.”

Conchita ist mit ihrer 11 Monate alten Tochter Cherine gekommen. "Hier finde ich eher Ruhe zum Stillen als in meinem Haus, das von dem Sturm beschädigt wurde", sagt sie. "Ich wusste nicht, dass sovial andere Frauen die gleichen Probleme haben wie ich. Jetzt kann ich mich mit ihnen austauschen. Das hilft."

Conchita ist mit ihrer 11 Monate alten Tochter Cherine gekommen. “Hier finde ich eher Ruhe zum Stillen als in meinem Haus, das von dem Sturm beschädigt wurde”, sagt sie. “Ich wusste nicht, dass sovial andere Frauen die gleichen Probleme haben wie ich. Jetzt kann ich mich mit ihnen austauschen. Das hilft.”

Jessas Geburtstermin liegt nahe an Weihnachten, in der letzten Dezemberwoche. “Mein Weihnachtswunsch ist ein gesundes Baby”, sagt sie mit einem Gesichtsausdruck, der Aufregung und Freude zugleich verrät.

Stillberatung und –unterstützung ist einer der Schwerpunkte der Babyzelte von World Vision. Nach einer Katastrophe sind Mütter oft gestresst oder fühlen sich nicht dazu in der Lage, ihre Kinder zu stillen. Sie sind auch ein Angebot an werdende und stillende Mütter, sich gegenseitig kennen zu lernen und Erfahrungen auszutauschen.

Eine Gruppe von Frauen aus Ormoc hat von Marijo Gomez eine Schulung in psychologischer erster Hilfe erhalten. Sie übernimmt die Betreuung der schwangeren Frauen und Mütter mit Kleinkindern und kann sie danke der Schulungen allein fortführen , wenn World Vision nicht mehr dort ist.

Eine Gruppe von Frauen aus Ormoc hat von Marijo Gomez eine Schulung in psychologischer erster Hilfe erhalten. Sie übernimmt die Betreuung der schwangeren Frauen und Mütter mit Kleinkindern und kann sie danke der Schulungen allein fortführen , wenn World Vision nicht mehr dort ist.

Die Mütter kommen teilweise auch mit Krabbelkindern und Vorschulkindern, und diese Kinder brauchen natürlich auch Betreuung, während die Mütter ihre Babies stillen. Dafür halten die Babyzelte freiwillige HelferInnen und altersgemäße Spielsachen bereit. Auf Decken und in Wiegen können die Kinder außerdem ein Schläfchen halten.

Das Babyzelt in San Antonio bei Ormoc wird zur Zeit von 109 schwangeren Frauen und stillenden Müttern genutzt. Ein zweites Babyzelt baut World Vision in den nächsten Tagen in der Nähe auf, um weitere 100 Mütter versorgen zu können.

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