Projektbesuch im Ostkongo – Teil 1/3

Zebra, ehemaliger Kindersoldat, erhielt Dank World Vision Spendern eine Ausbildung. Heute ist er selbständiger Tischler und hat 4 Angestellte.

Judith Haase, World Vision-Referentin für Gesundheit und Ernährung berichtet über World Vision-Projekte im Ostkongo. Hier Teil 1 der 3-teiligen Blog-Reihe.

Meine Dienstreise in den Ostkongo

World Vision Deutschland arbeitet mit den Kollegen in der Demokratischen Republik Kongo bereits seit einigen Jahren gut zusammen. Regelmäßige Treffen und Projekt-Besuche helfen uns, den bisherigen Verlauf zu reflektieren, um durch technische Unterstützung an der Projektqualität zu arbeiten und weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten.

So besuchte ich im Oktober 2013 zwei Wochen World Vision-Projekte im Ostkongo. Das Visum war beantragt, die Flüge gebucht und auch ein Sicherheitstraining war im Vorfeld der Reise in solch einem gefährlichen Kontext notwendig gewesen.

Rebound – Das Projekt für einen Neuanfang
Das von World Vision umgesetzte Rebound Projekt hat die Wiedereingliederung von ehemaligen Kindersoldaten und Kinderprostituierten zum Ziel. Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren wird durch eine Berufsausbildung der Wiedereinstieg in ein „normales“ Leben ermöglicht. Zudem werden sie psychologisch betreut, um die Aufarbeitung des Erlebten zu ermöglichen. Die Teilnahme am Projekt dauert für die Jugendlichen ein Jahr, nach welchem sie ihre Ausbildung staatlich anerkannt abschließen können.
Gemeinsam mit den Kollegen werteten wir die Projekte aus und planten die kommende Projekt-Phase. Ich besuchte 3 ehemalige Projekt-Teilnehmer bei ihrer jetzigen Arbeit in der Schneiderei und Tischlerei. Sie waren sehr dankbar für die Ausbildung und arbeiten jetzt erfolgreich in ihrem Beruf. Zebra, ein 20jähriger junger Mann, der im Herbst 2012 das Projekt erfolgreich abgeschlossen hat, arbeitet nun in seiner eigenen Werkstatt mit 4 Angestellten und 4 Auszubildenden, denen er die gleiche Chance geben möchte, die man ihm gab. Zebra ist mittlerweile verheiratet und hat eine Familie gegründet. Es war sehr motivierend zu sehen wie sein Leben, trotz das er in seiner Jugend als Soldat missbraucht wurde, nun in ein normales Leben zurückgeführt werden konnte.

Die beiden Mädchen, die ich in ihrer Schneiderei besucht habe, sind als junge Mädchen in Bordelle geflüchtet, weil diese ihnen einen „sicheren“ Ort zum Übernachten und eine warme Mahlzeit am Tag sicherstellten. Die Mädchen konnten nach diesen schlimmen Erfahrungen in Gastfamilien aufgenommen werden oder in ihre eigene Familie wieder eingegliedert werden und über Lebensfertigkeitstraining und psychologische Betreuung einen Alltag zurückgewinnen. Heute sind sie begabte Schneiderinnen und können sich ein kleines Gehalt verdienen ohne ihren Körper dafür herzugeben. Eines der Mädchen machte mich nochmal eindringlich darauf aufmerksam, dass die anderen Mädchen in den Bordellen auch dringend die Hilfe benötigen, die sie erfahren hat.

Für die Wiedereingliederung der jungen Menschen in ihre Familien oder Dörfer ist es notwendig Stigmata abzubauen. Wichtig ist auch, alle im Projekt aktiven Mitarbeiter, das Personal der Praktikumsbetriebe und auch die (Gast-)Familien im Bereich Kinderschutz zu schulen.

Neues Projekt geplant
Die neue Projektphase des Rebound Projekts beginnt im November 2013 in Butembo, einer Stadt in der gleichen Region. Auch in Butembo gibt es Bordelle, in denen sich junge Mädchen Schutz suchen, sogar noch häufiger als in Beni. Bei meinem Besuch haben wir den Bürgermeister von Butembo besucht, der sich sehr freute, dass World Vision in die Stadt kommt und sich für den Schutz der Kinder einsetzt. Er wünschte sich über das Projekt informiert zu bleiben und bot uns an ein öffentliches Grundstück der Gemeinde für das Rebound Zentrum mietfrei zur Verfügung zu stellen. Ich freue mich nun auf die neue Phase und die Arbeit der Kollegen, die mit der Erfahrung aus den letzten Phasen besser und besser wird. Jetzt das Projekt unterstützen.

Hier geht es weiter zu Teil 2 und 3 des Berichtes:

Teil 2 Ostkongo

Teil 3 Ostkongo

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