Projektbesuch Ostkongo – Teil 2/3

Kinder

Judith Haase, World Vision-Referentin für Gesundheit und Ernährung berichtet über World Vision-Projekte im Ostkongo. Hier Teil 2 der 3-teiligen Blog-Reihe.

World Vision Ernährungs- und Gesundheits-Projekt in der Region um Butembo

3 Stunden durch eine wunderschöne Landschaft und über eine sehr unwegsame Straße führten uns nach dem Besuch des Rebound Projekts in der Region um Butembo. Dort erwarteten uns bereits die Kollegen des Ernährung- und Gesundheitsprojekts. Neben den „Tierärzten ohne Grenzen“ die ein längerfristiges Ernährungssicherungsprojekt durchführen, ist World Vision die einzige Nichtregierungsorganisation, die in der Region noch arbeitet. Der Zugang ist schwierig und der gesamte Norden des Ostkongos ist für das Sicherheitsproblem bekannt. Die Menschen leiden unterdessen unter großer Armut, die sehr spärlich beachtet wird.

Die mittlere Familiengröße liegt bei 9 Personen. Das demographische Wachstum und die durch Erosion ausgelaugten Böden verstärken die Ernährungsunsicherheit für die lokale Bevölkerung. Maniok braucht laut dem Ernährungssicherungsexperten im Projekt zwei Jahre bis zur Reife und Mais fast zwölf Monate. Die Parzellen werden mit der wachsenden Bevölkerung immer kleiner und die Armut wächst stetig.

Dankbarkeit der lokalen Bewohner
Für unser Projekt war die lokale Bevölkerung sehr dankbar. Gesundheitsmitarbeiter wurden geschult und arbeiten jetzt in ihren eigenen Gemeinden unterstützt durch Bildmaterial zu Themen wie Malaria, Ernährung in der Schwangerschaft, Stillen, Hygienemaßnahmen und Familienplanung. Auch religiöse Führer und Dorfoberhäupter profitierten von den Trainings des Projekts und machen nun in den eigenen Gemeinden Anwaltschaftsarbeit für wichtige Themen wie Familienplanung. World Vision unterstützt zudem die am stärksten von Armut betroffenen Dorfmitglieder im Anlegen von Gemüsegärten unter anderem mit Lauch, Möhren und Kohl.

Erste Erfolge erreicht
Erfolge konnten in der Region in den letzten Jahren bereits erreicht werden. Die Anzahl der Malariafälle ist durch die weitreichende Nutzung von Moskitonetzen drastisch zurück gegangen. Um diesen Erfolg zu erhalten, sollen im nächsten Projektjahr, weitere Moskitonetze beschafft werden. Positiv ist auch, dass Kinder in der Projektregion zu über 90% in Gesundheitszentren zur Welt kommen. Problem hierbei ist die schlechte Ausstattung der Zentren, was eine Reaktion auf Geburtskomplikationen zur Herausforderung macht. Eine weitere sehr wirksame Komponente des Projekts, stellt die Sensibilisierung der Gemeinden über Radio zu Gesundheits-, Ernährungs- und Hygienethemen dar. Sehr viele Haushalte besitzen ein Radio und die Message kommt an, wurde mir in vielen Orten nahegebracht.

Weitere Hilfe ist nötig
Neben den Erfolgen unseres Projekts darf aber der riesige Bedarf im Bereich Ernährungssicherung und im Bereich Wasser-Sanitär-Hygiene in den Dörfern nicht vergessen werden. Ergänzend zu den Ernährungs- und Gesundheitsmaßnahmen, die World Vision durchführt, muss in diesen Bereichen reagiert werden. Die Region ist keine attraktive für Entwicklungszusammenarbeit, aber dennoch darf sie nicht vergessen werden und Menschenrechte müssen eingehalten werden. Als Starthelfer geben Sie den Kindern einen guten Start. Jetzt Starthelfer werden.

1 Kommentar

Schreiben Sie einen Kommentar


5 × vier =