Brasilien: Cacau holt die Kinder aus dem Abseits!

Ein starkes Team für die Kinder in Jefferson - und mittendrin Cacau

Der 23fache Fußballnationalspieler und deutsche Meister 2007 mit dem VfB Stuttgart, Cacau hat ein groß angelegtes Hilfsprojekt in seinem Geburtsland Brasilien gestartet. Zusammen mit World Vision richtet es sich an Kinder und Jugendliche in einer besonders armen Region des WM-Landes.

Rauch liegt in der Luft über Jefferson. Diesem Stadtteil von Mogi das Cruzes, in dem man nicht wohnt, wenn es irgendwie anders geht. Wo überall Abfall brennt. Wo viele Tag ein Tag aus nur warten. Es ist noch nicht lange her, da brachte die Mafia aus Sao Paulo ihre Opfer nach Jefferson und legte die Leichen hier ab. Denn eine Leiche in Jefferson – das interessierte niemanden, auch nicht die Polizei. „So bekam dieser Stadtteil einen immer schlechteren Ruf“, sagt Matthew Sartori, Kultursekretär für die Region. „Wer aus Jefferson kam, der galt als kriminell und sozial verwahrlost. Chancen? Keine!“

Sozial und geografisch isoliert
Jefferson, eine Ansammlung von 200 Häuschen für 1.200 Menschen. Eine Straße für nach Mogi das Cruzes, die Stadtmitte ist etwa 2 Stunden zu Fuß von Jefferson entfernt. Der Bus fährt zweimal am Tag. Der Stadtteil ist sozial und geografisch isoliert. Es gab nur eine Grundschule, wer weiter lernen wollte, der musste in die Stadt fahren, doch das Geld dafür hatte kaum einer. Drogen, Gewalt, Armut bestimmten das Bild in den von Autowracks gesäumten Straßen.
Dabei war Jefferson als eine Art Pilotprojekt gestartet. Der Stadtteil ist noch jung, erst 1997 gegründet als Zuflucht für die Bewohner von Favelas, die ständig von Schlammlawinen und Erdrutschen gefährdet waren. So kamen die Menschen aus vier Elendsvierteln zusammen – doch ein Miteinander entstand nicht. Matthew Sartori: „Hier gibt es bis heute kaum Jobs. Kaum Abwechslung. Dafür Teenager-Schwangerschaften und Analphabetismus. Eine Falle, in der viele steckten.“

Eine Graffiti-Werkstatt hilft den Kindern und jungen Erwachsenen, neue Ausdrucksmöglichkeiten zu finden

Eine Graffiti-Werkstatt hilft den Kindern und jungen Erwachsenen, neue Ausdrucksmöglichkeiten zu finden

Doch vor acht Jahren begann der Wandel mit einer neuen, weiterführenden Schule. Eine Perspektive für die Grundschüler, ein Anlaufpunkt auch für viele Jugendliche, die den kleinen Sportplatz der Schule nutzten. „Das Potenzial dieser Schule konnte aber noch nicht ausgeschöpft werden“, sagt Dona Regina, seit gut einem Jahr die Direktorin der Schule. „Denn das Umfeld war noch zu anfällig. Viele Schüler kamen nach einiger Zeit einfach nicht mehr, nahmen wieder den alten Schlendrian an. Weil sich in ihren Köpfen zu wenig geändert hatte.“

Cacau überreicht Geschenke seines persönlichen Sponsors Nike
Und genau hier setzt das Projekt von Cacau und World Vision an. Der 23fache Nationalspieler und Stürmer des VfB Stuttgart kommt aus der Region, aus einem anderen Stadtteil von Mogi das Cruzes, der nicht so gefährlich ist wie Jefferson, aber genauso arm. „Ich habe viel Glück gehabt im Leben, auch weil mir viel geholfen wurde. Jetzt ist es an der Zeit, etwas zurück zu geben“, erklärt Cacau sein Engagement. Gemeinsam mit World Vision hat er das Projekt „Sports for Life“ gegründet, eine Sportschule fürs Leben. Über Mannschaftssportarten wie Fußball oder Basketball sollen Kinder und junge Erwachsene soziale Fähigkeiten erwerben. Fähigkeiten wie Teamgeist, Zuverlässigkeit und Durchhaltevermögen. „Also die unsichtbaren Dinge, die nicht so offensichtlich aber sehr wichtig sind“, sagt Cacau. Und dass es schon große Fortschritte gibt, davon konnte sich Cacau jetzt bei einem Besuch überzeugen. Kinder nehmen an Taek-Wondo-Kursen oder Foto-Workshops teil, organisieren Flohmärkte, gehen drei, viermal die Woche zum Fußballtraining.

Cacau überreicht Geschenke seines persönlichen Sponsors Nike an engagierte Jugendliche

Cacau überreicht Geschenke seines persönlichen Sponsors Nike an engagierte Jugendliche

Sich ausdrücken, etwa über eine Graffiti-Werkstatt, sich mitteilen, zum Beispiel über eine Streit-Mediation – das ist neu für Jefferson. Auch das gemeinsame Erarbeiten von literarischen Texten wie Gedichte und Kurzgeschichten. Und diese neue Art des Umgangs miteinander führt auch zu mehr Respekt. „und wenn es nur der Respekt vor dem Eigentum anderer ist“, schmunzelt Caio Cunha, ein Mitarbeiter des Projekts. „Zum Beispiel die Erkenntnis, dass man die Computer im IT-Raum der weiterführenden Schule nicht klauen muss, um sie benutzen. Sondern dass einfaches Anmelden reicht.“
Dona Regina sieht in der Zusammenarbeit ihrer Schule mit dem Projekt von Cacau Vorteile für beide Seiten: „Unsere Schüler sind motivierter, kaum noch einer verlässt die Schule vorzeitig. Jetzt konnten sogar sechs vom Abschlussjahrgang auf die Uni wechseln. Das gab es vorher nicht. Und wir können den Teilnehmern von Cacaus Projekt Räume zur Verfügung stellen und zusammen mit World Vision organisatorische Hilfe leisten.“
Wie sehr sich das Verhältnis der Bewohner von Jefferson zu ihrem Stadtteil schon seit Beginn des Projektes im Juni 2013 geändert hat trägt so mancher als Botschaft auf der Haut. „100% Je`“ steht auf dem angesagtesten Mode-Accessoire, einem von Teilnehmern des Projektes entworfenen T-Shirt. „100 Prozent Jefferson“ – und stolz darauf.

Jetzt das Kurzvideo mit Cacau ansehen:

Mehr zum Projekt und wie auch Sie helfen können:

http://www.worldvision.de/spenden-sports-for-life.php?&affili_id=50970

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