Die Krise im Süd-Sudan – wer stoppt die Gewalt?

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Im Deutschen Bundestag tauschten sich interessierte Abgeordnete heute mit Fachleuten von World Vision, Amnesty International, der Welthungerhilfe, dem Bonn International Center for Conversion (BICC) und der Gesellschaft für bedrohte Völker über die sich zuspitzende Lage im Süd-Sudan aus.

Der Konflikt im Süd-Sudan ist im Dezember vergangenen Jahres erneut eskaliert. Grund dafür ist der seit längerem andauernde Machtkampf zwischen dem amtierenden Präsidenten Salva Kiir und seinem früheren Stellvertreter Riek Machar in dem seit 2011 unabhängigen Süd-Sudan. Im Dezember beschuldigte Salva Kiir Riek Machar eines Putschversuches. Als Folge davon kommt es nun immer wieder zu schweren Kämpfen zwischen den Anhängern der beiden Kontrahenten. So gab es erst vor wenigen Tagen in der Stadt Malakal im Norden des Landes wieder blutige Auseinandersetzungen, denen auch viele Zivilisten zum Opfer fielen. Bislang sind über 10 000 Menschen aufgrund des Konfliktes im Süd-Sudan ums Leben gekommen. Und mehr als 400 000 Menschen wurden vertrieben.

Trotz vieler diplomatischer Bemühungen sind bislang beide Seiten nicht zu Kompromissen bereit. Eine Lösung des Konflikts nur mit militärischen Mitteln wird jedoch nicht möglich sein. So hoffen auch die acht Abgeordneten und ihre Mitarbeiter, die heute am Gespräch zur Lage im Süd-Sudan teilgenommen haben, dennoch auf eine politische Lösung.

„Zunächst einmal ist der ungehinderte Zugang zu humanitärer Hilfe und der Schutz der Zivilbevölkerung durch die UN essentiell“, betonte unser Friedensexperte Ekkehard Forberg. Darüber hinaus sollte die internationale Gemeinschaft – also auch die Bundesregierung – einen sofortigen Waffenstillstand von beiden Konfliktparteien einfordern. Gleichzeitig sollte zu einem internationalen Waffenembargo aufgerufen werden, um ein weiteres Militarisieren des Konflikts zu verhindern. Nun ist es an der Bundesregierung, zu handeln und entsprechende Schritte einzuleiten, damit die blutigen Kämpfe bald ein Ende haben.

 

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