Musikerin Sister Fa engagiert sich mit World Vision gegen Genitalverstümmelung

Sister fa im Senegal

Die in Berlin lebende Musikerin Sister Fa setzt am 17. Februar zusammen mit World Vision eine „Kunst-Karawane“ für Kinderrechte in Bewegung. Die Tournee führt in den Süden ihrer Heimat Senegal. Dort werden in einigen Regionen viele Mädchen noch Opfer der Genitalverstümmelung und sehr jung verheiratet, oft auch vom Schulbesuch ausgeschlossen.

Plakat zur aktuellen Tournee im SenegalDie in Berlin lebende Musikerin Sister Fa setzt am 17. Februar zusammen mit World Vision eine „Kunst-Karawane“ für Kinderrechte in Bewegung. Die Tournee führt in den Süden ihrer Heimat Senegal. Dort werden in einigen Regionen viele Mädchen noch Opfer der Genitalverstümmelung und sehr jung verheiratet, oft auch vom Schulbesuch ausgeschlossen. An fünf Projektstandorten, darunter auch im deutsche  Projekt Dabo, lädt Sister Fa die Bevölkerung zu Konzerten, Malworkshops, Theater-und Filmvorführungen ein. Einheimische Künstler, Pädagogen und Würdenträger unterstützen das Projekt und den Appell der Musikerin: „Mädchen verdienen wie alle Menschen Respekt und ein glückliches Leben, das nur ohne Gewalt und erniedrigende Praktiken möglich ist.“

Als Folge eines Kinderschutzprojektes von World Vision und engagierter MitstreiterInnen gibt es in der Region Kolda bereits aktive Kinderschutz-Komitees, die bei der Bevölkerung Überzeugungsarbeit und betroffenen Mädchen Hilfe leisten. Auch Großmütter beteiligen sich daran, seitdem World Vision konstruktive Dialoge zwischen den Generationen angestoßen hat. „Die Akzeptanz der Praxis ist stark zurück gegangen, aber es gibt noch Befürworter, und sie bringen ihre Töchter oft zur Beschneidung über die Grenze nach Guinea, da sie im Senegal verboten ist“, berichtet Kerstin Koch, Länder-Referentin bei World Vision Deutschland. Um heimliche Beschneidungen verhindern zu können und ein insgesamt sicheres, förderndes Umfeld für Mädchen zu schaffen, brauchen Kinderschutz-Projekte Rückhalt aus allen gesellschaftlichen Gruppen. Diesen Rückhalt will Sister Fa durch Mobilisierung von Netzwerken und durch künstlerische Ausdrucksformen erzeugen.

„Kunst kann ein mächtiges Instrument für Veränderungen sein“, davon ist die Musikerin überzeugt. Ihre wichtigste Zielgruppe ist die Jugend, denn „Kinder und Jugendliche sind aufgeschlossener für neue Einsichten und Verhaltensänderungen als Erwachsene.“ Am liebsten würde sie über Social Media mit der afrikanischen Jugend kommunizieren, doch noch kann sie damit nur einen eher privilegierten Teil der Jugend erreichen. Deshalb nutzt ihre Karawane in abgelegenen Dörfern Kommunikationsmittel wie Radio, Theater und öffentliche Versammlungen, bei denen die Kinder und Jugendliche auch ihre eigenen Botschaften präsentieren.

Im April 2013 hat Esther Lehmann für World Vision Senegal ein Abkommen mit der senegalesischen Regierung unterzeichnet, das die Zusammenarbeit beim Schutz von Kindern und anderen schutzbedürftigen Menschen stärken soll.

Im April 2013 hat Esther Lehmann für World Vision Senegal ein Abkommen mit der senegalesischen Regierung unterzeichnet, das die Zusammenarbeit beim Schutz von Kindern und anderen schutzbedürftigen Menschen stärken soll.

„Das Engagement von Sister Fa ergänzt unsere partnerschaftliche Kinderschutzarbeit an der Basis sehr gut“, betont auch Esther Lehmann, die seit vielen Jahren in Westafrika lebt und aktuell die Arbeit von World Vision in sechs Regionen des Senegal leitet. „Wir wollen den leider vielfach unter Gewalt leidenden Mädchen eine mächtige Stimme geben und appellieren an die Schutz-Verantwortung der ganzen Gemeinschaft, zeigen auch Folgen für ihre Entwicklungsmöglichkeiten auf. Davon profitieren tausende Kinder, darunter auch Mädchen, die durch Patenschaften aus Deutschland gefördert werden.“

World Vision Deutschland begrüßt sehr, dass die Europäische Union und die Vereinten Nationen inzwischen eindeutig Position gegen die Genitalverstümmelung als Menschenrechtsverletzung beziehen und ihre Mitgliedsstaaten in die Pflicht nehmen, um auf allen Ebenen den Schutz gefährdeter Mädchen und Frauen zu verbessern. Bei World Vision sind Maßnahmen zur Überwindung der weiblichen Beschneidung Bestandteil von Kinderschutz-, Gesundheits- und Bildungsprogrammen, außerdem der Lobbyarbeit für Kinderrechte.

Sister Fa wurde 1982 im Senegal geboren. In ihrer musikalischen Laufbahn wurde sie zunächst durch Hip Hop Awards bekannt. Mit ihrer Band in Berlin experimentiert sie aber auch mit anderen Musikstilen und thematisiert häufig Menschenrechte von Frauen und Mädchen.

 

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