„Wir haben’s satt!“: Aktionstag 24 Stunden Hunger

Schülerinnen des Carolus-Magnus-Gymnasiums in Übach-Palenberg - 2013 nahmen sie bei Hunger24 teil

Knurrender Magen, Ruf nach Gerechtigkeit: Bei “24 Stunden Hunger” verzichten Kinder und Jugendliche in ganz Deutschland einen Tag lang auf Essen. Mit kreativen Aktionen setzen sie ein Zeichen gegen die globale Ungerechtigkeit und den weltweiten Hunger. Am Freitag geht’s los – mehr als 200 Gruppen und Einzelpersonen sind dabei.

Am eigenen Leib erleben, wie es sich anfühlt nicht zu essen. Gemeinsam nachdenken und andere zum Nachdenken motivieren über die Gründe, weshalb weltweit jeder siebte Mensch an Nahrungsmangel leidet. Darum geht es beim Aktionstag “24 Stunden Hunger” am 28./29. März 2014.

Aus ganz Deutschland haben sich 200 Jugendliche, Schulklassen und Gruppen angemeldet – viele planen Events und wollen das Thema Hunger öffentlich machen.

Die World Vision Jugendbotschafterinnen Lena (l.) und Dana

Die World Vision Jugendbotschafterinnen Lena (l.) und Dana

“Ich habe es satt, dass so viele Menschen auf der Welt Hunger leiden, obwohl es eigentlich genug Lebensmittel für alle gibt,” sagt Dana, 16. Sie und ihre Freundin Lena (16) sind Jugendbotschafterinnen bei World Vision und werden mit Freunden im hessischen Wehrheim fastend aktiv. Am Freitag geht’s los mit einem Filmeabend, für Samstag haben sie Nachbarn und Bekannte eingeladen, einen ganz speziellen Frühstücksservice zu buchen: Dana, Lena und ihre Freunde bringen dann frische Brötchen nach Hause und informieren die Abnehmer darüber, warum in einer reichen Welt immer noch viele Menschen nicht genügend zu essen haben.

Hunger in Berlin und Uelzen

Am Askanischen Gymnasium in Berlin-Tempelhof übernachten 80 SchülerInnen in der Turnhalle.  20 werden hungern, drei verzichten aufs Sprechen und der Rest auf Schlaf.  Währenddessen wollen sie gemeinsam Filme anschauen, Computerspiele spielen und diskutieren. Für ihre Aktion konnten sie den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit als Unterstützer gewinnen.


Auch in Uelzen in Niedersachsen ist was los. Dort hat Melina (17) eine Gruppe von Freunden zusammengetrommelt. Schon seit Tagen verteilen die Jugendlichen in ihrer Freizeit Infoflyer über Hunger und Unterernährung auf den Straßen. Melina hat an zwei Schulen Vorträge gehalten, und an ihrer eigenen Schule, der berufsbildenden Umweltschule in Europa, werden ab Freitag Infoaktionen starten. Auch zwei Lehrerinnen hat sie dafür ins Boot geholt.

Mit dabei: Schülerinnen und Schüler der Freien Evangelischen Schule Lörrach (FES)

Mit dabei: Schülerinnen und Schüler der Freien Evangelischen Schule Lörrach (FES)

In Lörrach im äußersten Süden Deutschlands hat die 17-jährige Josefine 60 Schülerinnen und Schüler an der Freien Evangelischen Schule mobilisiert – mitten in der Prüfungsvorbereitungs- und Abiphase. “Ich finde es gut, dass wir Jugendlichen die Möglichkeit haben unsere Meinung zu sagen”, schreibt sie auf der Facebook-Seite, auf der sich die Hungernden austauschen. “Dank World Vision können wir aktiv werden und mithelfen etwas zu verändern für die Menschen, die in Ungerechtigkeit leben. Und verändern möchte doch eigentlich jeder etwas. Wenn wir jetzt schon als Jugendliche Teil von großen Projekten sein können, wird uns das Mut machen, dass wir weiterhin versuchen die Lebensumstände der Menschen auf dieser Welt zu verbessern.”Eine große Sammelaktion in der Innenstadt soll die Lörracher am Freitag und Samstag aufrütteln: Die Schüler ziehen dann durch die Geschäfte und bitten um Spenden.

Schwerpunktland Äthiopien

Für ihren Verzicht können sich die Jugendlichen, die bei “24 Stunden Hunger mitmachen”, sponsern lassen und damit ein World Vision Projekt in Äthiopien unterstützen. Es zielt darauf ab, die Ernährungssicherheit der Menschen vor Ort zu verbessern.

Unter dem Schlagwort „30HourFamine“ oder „40HourFamine“ (30- bzw. 40-Stunden-Hunger) nehmen jährlich weltweit rund 2,5 Millionen Jugendliche in 21 Ländern für ein bis zwei Tage an Kurzhungeraktionen teil. Die Idee entstand vor 40 Jahren in Kanada. Dort, aber auch in Neuseeland, Australien und vielen anderen Ländern, nehmen traditionell Tausende an „Famine“-Aktionen teil. In Deutschland findet „24 Stunden Hunger“ zum zweiten Mal statt.

Weltweit leiden ca. 840 Millionen Menschen an chronischer Unterernährung. Jeder siebte Mensch hungert. Warum, erfahrt ihr hier.

Willst du auch mitmachen und dich für 24 Stunden Hunger anmelden? Das geht über diese Facebook-Seite und über www.hunger24.org

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