Äthiopien: Vielfältige Eindrücke und Erfahrungen, die man auf einem Patenbesuch vor Ort sammelt

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Von Frau Marion Schaberg

Im Juni 2014 hatte ich endlich die Möglichkeit meine beiden World Vision-Patenkinder in Äthiopien zu besuchen. Das war ein unvergessliches und sehr emotionales Erlebnis. Ich hatte insgesamt 4 Tage Zeit Äthiopien zu bereisen, wovon schon 2 Tage alleine mit der Fahrt gefüllt waren. Da wir ca. 500 km Richtung Westen fuhren, konnte ich viel vom Land und seinen Leuten entdecken. Ich wurde am Flughafen in Addis Abeba von 2 sehr netten Mitarbeitern von World Vision Äthiopien abgeholt. World Vision hatte sich auch im Vorfeld um die Buchung der Hotels gekümmert, weshalb alles reibungsfrei funktionierte und ich mich sehr wohl und aufgehoben fühlte.

Es waren viele Eindrücke, die ich zum Teil erst viel später verarbeitet konnte – ich war zudem 2 Monate vorher in einem Kinderheim in Kenia gewesen, wodurch es aber nicht zu aller Gänze neu war für mich in einem afrikanischen Land zu sein. Und doch ist Äthiopien hiervon verschieden, wenngleich wunderschön. Der Besuch bei meinem ersten Patenkind war etwas abenteuerlich, da es zuvor viel geregnet hat. So kam es dann, dass der Fahrer (der aus meiner Sicht ein sehr guter Fahrer war) mit dem Auto nicht mehr weiter kam und wir zu Fuß gehen mussten. Doch auch das war nicht so einfach, da es schon ziemlich matschig war. Die Familie kam uns dann entgegen und wir haben uns auf einem Feld getroffen. Ich war dabei sehr nervös und aufgeregt, wie das alles laufen wird, wie wir uns unterhalten können und all sowas. Aber es war ein tolles Gefühl, den Jungen und seine Familie kennen zu lernen und persönlich mit ihnen zu reden.

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Die anwesenden World Vision-Mitarbeiter haben alles übersetzt, weshalb auch meine Fragen gestellt werden konnten. Wir nahmen Fotos auf und sind dann zurück zum Auto gegangen, das immer noch im Matsch steckte. Doch es waren genug nette, hilfsbereite Menschen vor Ort, die uns beim Schieben des Autos helfen konnten.
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Und trotz dieser zum Teil beschwerlichen Umstände habe ich mich rundum wohl gefühlt. Beide Besuche dauerten jeweils ungefähr 1 Stunde, was für mich völlig ausreichend war, denn man sammelt Eindrücke und Erfahrungen, die es erstmal zu verarbeiten gilt… Am nächsten Tag fuhren wir dann los zu meinem 2. Patenkind, einem Mädchen.
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Diesmal hatten wir Glück und konnten bis zu dem Haus gehen. Es war sehr interessant zu sehen wie die Familie lebt. Sie war sehr gastfreundlich, hat extra Tee gekocht (normal gibt es Kaffee, aber den mag ich nicht) und ein Gebäck serviert. Das Mädchen trug die Kette, die ich ihr zu Ostern geschenkt hatte, ein Lederband mit einem Kreuz dran. Das hat mich sehr, sehr glücklich gemacht. (Ich trage dabei dieselbe Kette.) Vor dem Haus stand die gesamte Nachbarschaft und schaute mich an, da ich als Weiße ziemlich aufgefallen bin. Anfangs war das etwas befremdlich, weil es so viele waren, aber schnell hatte mich daran gewöhnt und habe einfach meine Zeit dort genossen.
Schaberg 4 Wir hatten noch die Gelegenheit die Schule zu sehen, welche von World Vision gebaut wurde und die mein Patenkind aktuell besucht.
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Der zweite Besuch war noch emotionaler als der erste. Vielleicht weil ich nicht mehr so aufgeregt war und wusste was auf mich zu kommt. Ich konnte mich voll und ganz auf die Familie konzentrieren und habe mich sehr gefreut, da mich das Mädchen und ihre Mutter so herzlich umarmten und drückten. Ich danke Gott von ganzem Herzen, dass er mir die Möglichkeit zu diesem Besuch gegeben und mich begleitet hat. Zudem danke ich ihm, dass er es mir soweit ermöglicht, die beiden Familien finanziell zu unterstützen. Und ich danke World Vision für ihre Arbeit vor Ort. Ich hoffe, ich habe noch öfter die Möglichkeit, die beiden zu besuchen und mitzuerleben, wie sie sich entwickeln und was sich in ihrem Leben durch World Vision verändert. Ich kann jedem Paten, der die finanzielle und private Möglichkeit zu einem Besuch hat, nur raten diese wahrzunehmen und auf diesem Weg eine unvergessliche Zeit zu erleben.

Gott segne euch.

Was eine Kinderpatenschaft ausmacht:

Kinderpatenschaft ist einzigartig

Wie unsere Arbeit vor Ort aussieht:

Projektarbeit Äthiopien

3 Kommentare

  1. Sigrid Dallow, 3. Juli 2014

    Auch ich habe einen 12 jährigen patenjungen in Äthiopien und habe deshalb den Bericht mit großen Interesse verfolgt.

    Gadisa beantwortet jede Post von mir und freut sich wirklich über alles was er von mir bekommt In der Regel sind es wirklich Kleinigkeiten. Es macht mir viel Spaß!

  2. Anja Le Maire, 10. März 2015

    Vielen Dank für den Bericht. Ich habe seit kurzem eine Patenschaft für ein 5 jähriges Mädchen in Äthiopien übernommen. Ich versuche so viel Informationen über das Land und die Region zu sammeln, um mir eine Vorstellung von den Lebensbedingungen dort zu machen. Ich habe eine Tochter im selben Alter und hoffe sehr, dass meine Hilfe bei ihr ankommt.

  3. Herbert Gstrein, 2. April 2015

    Danke für Ihren, sehr lieb und netten Bericht über den Besuch bei Ihrem Patenkind und die diversen Erlebnisse. Auch ich habe seit Februar ein ganz entzückendes Patenkind in Äthiopen, welches ich auf jeden Fall auch besuchen möchte.Super auch, dass Word Vision solche Besuche organisiert. Echt super!
    liebe Grüße aus Wien
    Herbert

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