World Vision mit Überlebender und Jugendvertretern bei Londoner Konferenz gegen sexuelle Gewalt

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Die von Angelina Jolia und dem britischen Außenminister Hague geleitete “Konferenz gegen sexuelle Gewalt in Konfliktgebieten”, die in dieser Woche in London stattfindet, bekommt erfreulich viel Aufmerksamkeit. Dies ist sicherlich zu einem guten Teil der prominenten und überzeugend auftretenden UN-Botschafterin zu verdanken und dem Neuigkeitswert des Ereignisses, denn eine so große Konferenz mit politischen und zivilen Vertretern aus 117 Ländern gab es bisher noch nicht. Aufmerksamkeit wird aber glücklicherweise auch den Opfern und Zeugen geschenkt, die bei dieser Konferenz sprechen.

Heute richtet Angela Atim, die als Schülerin von der ugandischen Lords Resistance Armee (LRA) aus dem Klassenzimmer heraus entführt wurde,  einen Appell an die Vereinten Nationen und die Gipfelteilnehmer. Angela wurde als junges Mädchen viele Jahre von Rebellen festgehalten und sexuell missbraucht. „Um sexuelle Gewalt in Konflikten zu beenden, müssen wir die Täter zur Rechenschaft ziehen können“, sagt Angela, die im Aufnahmelager von World Vision in Uganda betreut wurde, nachdem sie der LRA entkommen war. „Vergewaltigungen sind ein gängiges Mittel der Kriegsführung. Ich appelliere an die Konferenzteilnehmer: ‚Genug ist genug! Handelt endlich!‘“ Sie ist überzeugt: „Wenn wir alle zusammen arbeiten, können wir sexuelle Gewalt in Konflikten beenden. Jeder kann was dazu beitragen.“

Angela arbeitet in einem Projekt, in dem sie sich mit Kollegen um Kinder kümmert, die durch Vergewaltigungen entstanden sind. Viele Mädchen und Frauen werden nach Vergewaltigungen schwanger. Die ungewollten Babys erinnern die Mütter ein Leben lang an diese Tat. Diese Kinder und Jugendlichen müssen neben den Vergewaltigungsopfern mehr Aufmerksamkeit bekommen.

Bei einer Podiumsdiskussion spricht World Vision-Mitarbeiter Gabriel Mukolaka aus der Demokratischen Republik Kongo heute ebenfalls über seine Erfahrungen zu den Konferenzteilnehmern. Besonders im nicht befriedeten Osten des Landes werden Mädchen und Frauen beinahe alltäglich Opfer sexueller Gewalt und viele noch sehr junge Mädchen aufgrund der massiven Armut in die Prostitution getrieben. World Vision unterstützt die Sensibilisierung der Bevölkerung und auch der Polizei, um sie für den Schutz gefährdeter Personen zu mobilisieren und der Opfer-Stigmatisierung entgegen zu wirken.

Ekkehard Forberg, Friedensexperte von World Vision sagt: „In vielen Ländern und Gemeinden können sich die Opfer oft nicht mitteilen. Weder in den Familien, noch in ihren Gemeinden, in politischen Dialogen oder vor Gericht will man ihre Berichte anhören. Diese Menschen müssen auf dem Gipfel gehört werden.“ Gerechtigkeit ist ein wichtiger Teil des Versöhnungsprozesses, damit Opfer ihre Erlebnisse verarbeiten können und sie nicht mehr ausgegrenzt werden. Forberg ergänzt: „Wir alle sind verantwortlich dafür, dass die Kultur des Schweigens rund um sexuelle Gewalt in Konflikten endlich beendet wird. Wir brauchen mehr und bessere medizinische und psychologische Betreuung für Betroffene und müssen dafür sorgen, dass Opfer z.B. Schulabschlüsse nachholen und wirtschaftlich unabhängig werden können.“

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