Awol und ihr Mann sind gute Farmer im Süd-Sudan – ihre Zwillinge sind trotzdem unterernährt

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Awol ist verzweifelt. Die 30jähre Mutter der Zwillinge Abuk und Achan hat alles versucht, um ihre Mädchen gut zu versorgen. Doch ständig wurden sie krank und immer wieder bekamen sie Durchfall und Fieber. Irgendwann hatten die Mädchen gar keinen Appetit mehr und wollten nichts mehr essen. Den Kindern sieht man nicht an, dass sie schon drei Jahre alt sind. Sie sind in ihrer Entwicklung stark zurück geblieben, da sie schwer mangel- und unterernährt sind. „Sie essen nur noch Plumpy‘nut“, sagt Awol. „Jedes Mal, wenn ich ihnen etwas anderes zu essen gebe, bekommen sie Durchfall und Fieber. Darum gebe ich ihnen jetzt nur noch Plumpy‘nut.“ Plumy’nut ist eine extrem kalorienhaltige Paste, die ähnlich wie Erdnussbutter schmeckt und insbesondere unter- und mangelernährten Kindern gegeben wird.

Erstmals wurden die Zwillinge im Juni vergangenen Jahres im Therapiezentrum in Kuajok, einer Stadt in Süd-Sudan behandelt. World Vision kümmert sich dort u.a. um unterernährte Kinder. In dem Zentrum werden sie medizinisch versorgt und sie bekommen Spezialnahrung.

Im August konnten Abuk und Achan wieder so weit aufgepäppelt werden, dass sie mit ihren Eltern wieder nach Hause entlassen werden konnten. Doch im Februar wurden die Zwillinge wieder ins Zentrum gebracht. „Ich habe nur Sorghum-Brei“, sagt Awol. „Ich habe nichts anderes. Meine Mädchen waren schon wieder in so einem schlechten Zustand, dass ich sie erneut hierher bringen musste. Sie brauchen diese Spezialnahrung.“

Awol und ihr Mann sind hart arbeitende Bauern. In normalen Zeiten bauen sie die Getreideart Sorghum und Erdnüsse an. Jeden Morgen geht Awol dann aufs Feld, bearbeitet den Acker mit einer Hacke und bereitet ihn auf die Pflanzsaison vor. Zwischendurch geht sie in den Wald und sammelt Brennholz. Dieses verkauft sie dann auf dem Markt und für das eingenommene Geld kauft sie verschiedene Lebensmittel.

Anhaltender Bürgerkrieg zwingt Bauern zur Flucht

Doch im Moment sind die Zeiten nicht normal. Im letzten Jahr wurden weite Gebiete des Süd-Sudan von heftigen Regenfällen überschwemmt und zerstörte die ganze Ernte der Familien. In diesem Jahr gab es zunächst nur selten Regen. Hinzu kam der Bürgerkrieg, so dass viele Bauern ihre Höfe verlassen mussten und nichts sähen konnten. „Im Moment kann ich nur Brennholz sammeln und auf dem Markt verkaufen“, sagt Awol. „Das reicht nicht zum leben“.

Der anhaltende Konflikt, der im Dezember 2013 zwischen der Regierung und Rebellen ausbrach, hat inzwischen mehr als 1,5 Millionen Menschen aus ihren Heimatstädten vertrieben. Rund vier Millionen Menschen sind inzwischen auf gespendete Nahrungsmittel angewiesen, und geschätzte 250.000 Kinder benötigen in den kommenden Wochen dringend Behandlungen gegen akute Mangel- und Unterernährung. Viele Menschen müssen mit dem zurecht kommen, was sie finden.

Auch im Gesundheitssektor hat sich aufgrund der Kämpfe die Lage verschlechtert: Durch Zerstörung, Plünderungen und Besetzungen von Gesundheitseinrichtungen ist die Gesundheitsversorgung nahezu zusammengebrochen, vielen Einrichtungen fehlt es am Nötigsten.

Im Therapiezentrum von World Vision wächst die Zahl der Kinder täglich, die dringend Zusatznahrung brauchen.

In Kooperation mit anderen Hilfsorganisationen arbeiten World Vision Mitarbeiter rund um die Uhr, um eine größere Hungersnot zu verhindern. Flüchtlinge werden mit Nahrungsmitteln und sauberem Trinkwasser sowie Hygieneartikeln versorgt. Die Hilfsorganisationen warnen schon seit Wochen vor einer Verschärfung der Situation und bittend dringend um weitere Gelder. Auch muss es größere Anstrengungen geben, um im Land wieder Frieden herzustellen.

Bitte spenden Sie jetzt hier für die Menschen in Not – besonders die Kinder. Danke!

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