Eine Million Mikrokredite im Jahr: Ein Erfolgsbeispiel aus Malawi

Agnes im Maisfeld: Nachhaltige Anbaumethoden lernen und sofort umsetzen gehört zum Programmansatz von World Vision und VisionFund (Foto: World Vision)

Zum ersten Mal in der Geschichte des VisionFunds wurden 2013 in einem Kalenderjahr eine Million Mikrokredite vergeben. Agnes Nyankhwa, Kleinbäuerin aus Malawi und siebenfache Mutter, nahm Kredit Nr. 1.000.000 entgegen. Die umgerechnet 70 US-Dollar investierte sie in die Zukunft ihrer Familie.

Agnes lebt im Distrikt Mchinji in Malawi, in einem Haus aus Lehmwänden mit Strohdach. Ihr ältestes Kind musste sie auf der nahegelegenen Tabakplantage arbeiten schicken – sonst hätte das Familieneinkommen nicht ausgereicht. Agnes konnte sich nicht vorstellen, dass das Jahr 2013 für sie anders enden würde, als es begann: Mit sieben Kindern war die Familie zu groß, als dass alle wirklich satt werden, Kleider bekommen und zur Schule gehen konnten.

Wann immer ein Familienmitglied ernsthaft krank wurde, bedeutete das Angst und Stress. Denn das Krankenhaus liegt mehr als fünf Kilometer entfernt, und Agnes hatte keinen Cent übrig, um den Transport oder gar Medikamente zu bezahlen.

Agnes, ihr Mann und vier ihrer sieben Kinder: Hunger war lange Zeit ein Grundgefühl (Foto: World Vision)

Agnes, ihr Mann und fünf ihrer sieben Kinder: Hunger war lange Zeit ein Grundgefühl – das ist nun vorbei. (Foto: World Vision)

Doch 2013 nahmen sie und andere Mitglieder ihrer Dorfgemeinde am World Vision Programm “Malawi Livelihood and Resiliience teil”. Das Programm bestärkt u.a. Frauen in Mchinji darin, ihre Versorgung unabhängiger und autarker zu gestalten. Sie bekommen Wissen vermittelt, werden in ihren Fähigkeiten gestärkt. Sie sollen langfristig in die Lage versetzt werden, sich und ihre Familien gut zu versorgen und mit den Schwierigkeiten, die sozialer, politischer und ökologischer Wandel mit sich bringt, besser zurecht zu kommen.

Dank World Vision erhielt Agnes Fortbildungen in nachhaltigen Anbaumethoden. Das half ihr, die Erträge ihrer kleinen Farm zu steigern. Dass sie dabei unter Beweis stellte, dass sie das frisch angeeignete Wissen sofort anwenden konnte, bedeutete, dass sie die Kriterien für einen Mikrokredit erfüllte. Mit den 70 Dollar aus dem VisionFund kaufte sie Düngemittel, Saatgut und Arbeitskraft ein, um ihr neues Wissen in die Praxis umzusetzen, so dass ihre Farm produktiver und profitabler wurde.

Auch die Männer profitieren vom neuen Wissen ihrer Frauen (Foto: World Vision)

Auch die Männer profitieren vom neuen Wissen ihrer Frauen (Foto: World Vision)

Agnes Nyankhwa sagt heute: “Ein Verständnis für bessere Anbaumethoden ist ausschlaggebend für eine gute Ernte. Dieses Wissen wird durch die Kredite des VisionFunds ergänzt, die uns helfen, die Güter und Dienstleistungen zu kaufen, die wir brauchen, damit unsere Farmen erfolgreich sind. Mit einer guten Ernte haben wir genügend Essen für unsere Familien und sogar einen Überschuss, den wir verkaufen können, um Seife, andere Lebensmittel und Schuluniformen zu kaufen. Wie haben sogar damit begonnen, ein neues Haus mit einem Wellblechdach zu bauen. Das hätte ich ohne die Unterstützung von World Vision und dem VisionFund nicht geschafft.”

Wellblech- statt Strohdach: Künftig wird es in das Haus der Familie nicht mehr hineinregnen (Foto: World Vision)

Wellblech- statt Strohdach: Künftig wird es in das Haus der Familie nicht mehr hineinregnen (Foto: World Vision)

Boyson Majomeka, Entwicklungskoordinatorin des World Vision Programms in Malawi, erklärt: “Die Zusammenarbeit mit dem VisionFund bedeutet zugleich eine Ergänzung und Vervollständigung unserer Arbeit. VisionFund Malawi steuert die finanziellen Ressourcen bei, die den Menschen dabei helfen, all unsere Angebote und Fortbildungen in die Praxis umzusetzen. World Vision ist nur da, um humanitäre Hilfe zu leisten, wenn sie am Nötigsten ist, aber VisionFund Malawi bleibt langfristig und hilft und berät weiter, so dass Frauen wie Agnes in die Lage versetzt werden, all die Initiativen und Ideen fortführen zu können, die sie mit ihren Krediten angeschoben haben”.

Der millionste Kleinkredit ging 2013 an Agnes , die ihn schlau investierte - nun kann sich die Familie auch Schuluniformen leisten (Foto: World Vision)

Der millionste Kleinkredit ging 2013 an Agnes , die ihn nach Schulungen durch World Vision schlau investierte – nun kann sich die Familie auch Schuluniformen leisten (Foto: World Vision)

Auch Sie können eine Existenzgründung und -festigung mit einem Mikrokredit unterstützen – z.B. in Kenia, Äthiopien, Bolivien oder Kambodscha. Informationen finden Sie hier: Micro – Der Gute Kredit

1 Kommentar

  1. Peacerunner, 26. September 2015

    Afrika muss auf die Beine kommen!!! Afrika muss fliegen!!! Es benötigt nur eines durchdringenden Einsatzes und Afrika kommt endlich ins Rollen, das goldene Herzen Afrikas muss die Menschheit erleuchten!!!

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