Unser Besuch beim Patenkind Damaris in Peru

Patenbesuch Peru

Von Sandra Maka

Nach einer 10-stündigen Nachtfahrt von Lima nach Huancavelica haben wir uns zuallererst den empfohlenen Tag zur Akklimatisierung gegönnt – Huancavelica liegt immerhin auf 4300 Meter Höhe – und genossen ausschließlich das Treiben auf der Plaza de Armas. Huancavelica ist ein Ort, an dem kein Tourismus herrscht, daher bot es uns einen unverblümten Einblick in den “echten” peruanischen Alltag.

Am übernächsten Tag wurden wir, wie verabredet, pünktlich um 8 Uhr von zwei World Vision-Mitarbeitern am Hotel abgeholt um ca. 20 Minuten lang in die Berge von Acoria zu fahren. Dort trafen wir die Familie von Damaris: Vater, Mutter, zwei Brüder von Damaris und Damaris selbst. Die Begegnung war sehr rührend; anfänglich noch sehr zurückhaltend, da Damaris nur ein wenig Spanisch sprach und sie mit ihren 6 Jahren sehr schüchtern war.

Angekommen bei der Familie in Peru

Wir haben uns lange mit ihrem Vater und den World Vision Mitarbeitern unterhalten; uns wurde viel von der Arbeit vor Ort erzählt. Nun konnte ich es aber nicht mehr abwarten und wollte meinem Patenkind und seinen Geschwistern die Geschenke übergeben. Wir hatten uns im Vorfeld viele Gedanken gemacht, welche Geschenke passend sind und waren sehr auf die Reaktion gespannt. Die Geschenke kamen sehr gut an, sofort fing Damaris an, sich eine Kette aus den mitgebrachten Perlen zu basteln.

Eine kleine Freude machen

Mit ihren Brüdern spielten wir anschließend eine Weile draussen mit der mitgebrachten Frisbeescheibe und dem Wurfspiel. Schnell war das Eis zwischen uns gebrochen. Sie waren sehr wissbegierig und wollten alles über Deutschland wissen. Zwischendurch kam eine Schulklasse, die erfahren hatte, dass wir vor Ort sind, begrüßte uns sehr herzlich und sang ein Lied für uns. Wir wurden sofort von den Schulkindern umringt, als ich die mitgebrachten Luftballons und Gummibärchen verteilte.

Schulklasse Peru

Anschließend fuhren wir mit der gesamten Familie und dem World Vision Mitarbeitern in die Dörfer. Dort wurden uns die Waschstellen, die Meerschweinchenfarmen und die Gewächshäuser gezeigt, die World Vision im Rahmen des Projektes gebaut hatte. Für die Menschen dort bedeutet es eine große Erleichterung, Waschplätze vor Ort zu haben. Früher musste man dafür einen Stundenmarsch zurücklegen. Auch der Ansatz der Selbstversorgung durch die Gewächshäuser trug schon seine Früchte. Auf dem Weg zum Restaurant, wo wir zusammen mit der Familie und den World Vision-Mitarbeitern mittags einkehrten, besuchten wir noch eine Vorschule. Mit den gespendeten Mitteln wurde mit Hilfe von World Vision eine Halle gebaut und Spielzeug gekauft um die Möglichkeit zu schaffen, die Kinder qualifiziert und mit didaktischen Mitteln auf die Schule vorzubereiten. Mittags gingen wir in einem einheimischen Restaurant vor Ort essen. Es war schön, mit der ganzen Familie an einem Tisch zu sitzen und sich gegenseitig Dinge zu erzählen. Mittlerweile waren Damaris und ich schon Freundinnen geworden. Sie gab mir ihre Hand und plauderte mit mir in Quechua. Ich tat so, als würde ich sie verstehen und bat ihren Vater heimlich um Übersetzung.

Restaurantbesuch

Leider kam dann irgendwann auch die Stunde des Abschieds. Mit dem Wissen, dass ich Damaris sehr wahrscheinlich nicht mehr wiedersehen würde, fiel mir der Abschied sehr schwer; andererseits freute ich mich darüber, die Chance gehabt zu haben, sie kennenzulernen und war überzeugt davon, dass World Vision mit der geleisteten Projektarbeit eine große Bereicherung in ihrem Leben darstellte.

In Huancavelica zurück, hatten wir das grosse Glück mit der Büroleiterin von World Vision zu sprechen. Sie erzählte uns viel über konkrete Maßnahmen und Vorhaben vor Ort, die mich sehr von der World Vision-Arbeit überzeugt haben. Die Mitarbeiter dort arbeiten hingebungsvoll und sind mit ganzem Herzen dabei; der Umgang mit den Menschen vor Ort sehr liebevoll.

 Zu Besuch im WV Office

Wir haben noch oft die Bilder vor Augen, haben es sehr genossen, die geleistete Arbeit vor Ort sehen zu dürfen und fühlten uns sehr willkommen. Die Arbeit von World Vision hat uns überzeugt. Wir haben uns daher für ein zweites Patenkind entschlossen. Auch Freunde von uns konnten wir überzeugen, sich an dieser Hilfe, die wir für unsere Verhältnisse mit kleinem Aufwand leisten können, zu beteiligen.

Ein Bild machen von der Schule vor Ort

Sie können unsere Arbeit auch unterstützen und Pate werden:

http://www.worldvision.de/kinderpatenschaft.php

Was eine Kinderpatenschaft ausmacht:

http://www.worldvision.de/kinderpatenschaft-was-eine-kinder-patenschaft-ausmacht.php

 

4 Kommentare

  1. Vanessa G., 11. August 2014

    Wie schön!
    Patenbesuchsberichte lese ich immer am liebsten.

  2. Renate M. K, 12. August 2014

    vielen Dank für den Bericht – so weiß ich, dass auch für meine Patenkindern dort gut gesorgt ist.

  3. Walter Gross, 13. August 2014

    Hallo,
    schön geschriebener Bericht, bei dem ich als Mann immer sehr nachdenklich werde und mir beim “Abschied nehmen” immer die Augen feucht werden. Ich werde wohl mein Patenkind nie persönlich kennen lernen, aber ich freue mich immer wieder neue Berichte zu lesen.
    Ich fühle immer etwas in mir , wenn Paten über Ihren Besuch berichten.Danke

  4. Mario Fürstenberg, 29. Juli 2015

    Liebe Frau ( bzw. Familie ) Maka!

    Ihr persönlicher, sehr emotionaler Reisebericht nach PERU ist nun ziemlich genau 1 Jahr hier eingestellt und lesbar. Erst heute bin ich auf ihn gestoßen und habe ihn mit großem Interesse gelesen- d a n k e !

    Ich habe erst kürzlich die Patenschaft für ein Kind der Volksgruppe Quechua in Peru übernommen, es lebt in der Dorfgemeinschaft Los Libertadores in der Nähe von Huancavelica.

    Deshalb habe ich alle Schilderungen mit besonderem Interesse gelesen.

    Seit fast 40 Jahren arbeite ich persönlich in der ” grünen Zunft “. War einige Jahrzehnte Revierförster in Ost und West, bin nun aber hauptamtlicher Mitarbeiter der Naturschutzverwaltung im Nordschwarzwald.

    Meine Pläne sehen , eventuell scon im kommenden Jahr 2016, einen Besuch in Peru vor, dann möchte ich natürlich auch ” auf den Spuren der Inkas ” wandeln oder besser wandern und so möglichst viel von Land, Leuten und auch Natur ( beeindruckende Vogelwelt ) erleben bzw. fotografieren.

    Mein erstes Spanischlehrbuch ” Con gusto ” A 1 habe ich erhalten, ab September geht es dann mit einem Spanisch- Grundkurs der VHS Calw los, denn Grundkenntnisse der Sprache können niemals schaden.

    Richtig schmunzeln mußte ich, als berichtet wurde, wie das Patenkind mit Ihnen in der Muttersprache gesprochen hat und sie taten, als würden Sie jedes Wort Quechua- Castello (?) verstehen.

    Aber so ist es wohl eben vor Ort, etwas Improvisation und Spontanität sind sicher hilfreich.

    Alles Gute wünscht M. Fürstenberg ( aus Baden- Württemberg )

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