Dem Sensenmann den Garaus gemacht

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Joanna Riedel und Christoph Waffenschmidt sagten in Berlin bei einer World Vision-Aktion dem Kindertod öffentlich den Kampf an.

Was hat ein Sensenmann auf einem Kindergeburtstag zu suchen? Das fragten sich wohl viele Passanten, die in den letzten Wochen dieses Plakat von World Vision in Berlin sahen. Nun ging es ihm an den Kragen - und das ist auch gut so!

Fotos: Marcus Thiemann

Ein großes Plakat am Rosenthaler Platz in Berlin-Mitte machte seit Juli mit einem fröhlich gekleideten Sensenmann darauf aufmerksam, dass noch immer jedes Jahr Millionen mehr als 6 Millionen Kinder ihren 5. Geburtstag nicht feiern können. Sie sterben frühzeitig, weil ihre Eltern arm sind und harmlose Krankheiten wie Durchfall oder Lungenentzündung nicht behandelt werden. Oder weil die medizinische Versorgung vor Ort viel zu schlecht oder schlichtweg nicht vorhanden ist.

Jetzt wurde dem Sensenmann von der Jugendbotschafterin der Kinderhilfsorganisation der Garaus gemacht. „Der Tod sollte niemals so früh im Leben eines Kindes erscheinen,“ so Joanna Riedel, “darum wollen wir den Sensenmann ganz öffentlich aus dem Kinderkontext herausschneiden.“ Bewaffnet mit einem Teppichmesser zerlegte die Neunzehn-Jährige von einer Hebebühne aus begeistert das Riesenplakat.

World Vision Deutschland schaffte mit dieser störenden Aktion öffentliche Aufmerksamkeit für die verheerende Gesundheitssituation von Kindern und ihren Müttern und fordert von der Politik konkrete Maßnahmen. Denn bis heute werden gemachte internationale Versprechen nicht eingehalten und gesteckte Ziele nicht umgesetzt. So vereinbarten im Jahr 2000 die Vereinten Nationen (und damit auch Deutschland) mit den sogenannten Millennium-Entwicklungszielen (Millennium Development Goals), dass u.a. die hohe Kinder- und Müttersterblichkeitsrate bis 2015 um mindestens Zweidrittel gesenkt wird. Doch weniger als 500 Tage vor Fristende ist man von einer Erreichung der Gesundheitsziele trotz vieler Fortschritte noch immer meilenweit entfernt! Deshalb machen wir mit unserer Kampagne “Gesunde Kinder weltweit” Druck auf die Politik, arbeiten vor Ort in den Projekten aber natürlich auch jeden Tag daran, die Situation der Kinder zu verbessern.

 

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