Hilfe für Flüchtlinge im Nordirak: World Vision kooperiert mit irakischer Frauenorganisation

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Einerseits geht das Leben einfach weiter. Andererseits muss man in diesen Tagen improvisieren können.  Eine Kleinstadt nahe Dohuk im Nordirak hat ihre Hochzeitshalle hergegeben, um Müttern wie Majida, aber auch ganzen Familien ein Dach über dem Kopf anbieten zu können. Schulen, Kirchen und sogar viele Rohbauten beherbergen in der Region ebenfalls tausende Menschen, die sich vor Verfolgung und Kämpfen in Sicherheit bringen  mussten.

Statt blumengeschmückter Brautwagen und hupender Hochzeitsgäste fuhren dort letzte Woche immer wieder Transporter mit Paketen vor. Die irakische Women’s Empowerment Organisation (WEO) verteilte am Wochenende dann die von World Vision finanzierten Hilfspakete mit Hygiene-Artikeln, Kleidung, Baby-Ausstattung und Kinderspielzeug an mehr als 350 Familien.

“Wir brauchen wirklich dringend Kleidung”, sagte die 45jährige Majida den Helfern an einer der Verteilstellen. “Wir tragen noch immer die Sachen, die wir bei unserer Flucht trugen, und wir haben kein sauberes Wasser zum Waschen. Wir schlafen  alle eng nebeneinander. Das ist bei der Hitze nicht gerade angenehm . Wir bekommen schon Haut-Krankheiten – können Sie sich vorstellen so zu leben?”

Kathryn Tätzsch, die den Hilfseinsatz von World Vision im Nordirak leitet, hat sich die Wohnsituation der Flüchtlinge angesehen und war vor allem wegen der schlechten Sanitärversorgung alarmiert.  “In der Halle haben sie für alle nur insgesamt 3 Toiletten und einen Raum, der gleichzeitig als Küche, Bad und Wäscheraum genutzt wird.  Viele Kinder leiden an Durchfall, weil das Wasser offenbar verunreinigt ist. Die Kinder haben auch kaum Splatz zum Spielen.” Als keine weiteren Flüchtlinge mehr in die Halle passten, wurden noch Zelte vor der Halle aufgeschlagen. Darin “schmoren” nun weitere Kinder, Eltern und Großeltern bei Temperaturen von teilweise über 45 Grad.

Region Dohuk kamen allein im August rund 80.000 weitere Flüchtlinge an, so dass  inzwischen rund 450.000 Menschen aufgenommen werden mussten.  Die Mehrheit dieser Menschen  ist nach der Flucht aus den Heimatorten mehrfach in neue Orte aufgebrochen, um zu überleben.

Majida denkt mit Schaudern an ihre Odyssee zurück. “We blieben sieben Tage im Gebirge und liefen dann weiter. Wir mussten weiter ziehen. Meine Kinder und ich liefen 20 Stunden lang, durch Syrien hindurch und dann auf anderem Weg zurück in den Irak. Aus Syrien fliehen zwar viele Menschen, aber wir hatten keine andere Wahl”, so Majida.

Nach vorne zu schauen, bringt ihr wenig Trost. “Wir sind hier zwar sicher, aber wie sol les weitergehen? Wir haben kein Geld. Wir haben unsere Sachen nicht. Wir sorgen uns wirklich sehr um unsere Zukunft.”

Um die Hilfsmaßnahmen ausweiten und auf die Nöte der vielen Kinder und Flüchtlingsfamilien  eingehen zu können, bittet World Vision um Ihre Spenden.
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