Irak: Der Tribut des Krieges

Die 16-jährige Haneen (rechts im Bild) und ihre Familie haben in der Region Dahuk im Norden des Iraks Zuflucht gefunden (Foto: World Vision)

Jesidische Flüchtlinge haben im Irak Unvorstellbares durchgemacht. Nach einer langen Flucht sind sie zurzeit in Sicherheit. Doch das nächste Problem wartet schon.

“Ich vermisse mein Zuhause und meine Freundinnen”

Glücklicherweise schafften es Haneen und ihre Familie in den kurdischen Teil des Irak, wo sie zusammen mit 70 weiteren Familien in einer Schule Zuflucht fanden. Insgesamt wurden laut Vereinten Nationen 1,8 Millionen Iraker in ihrem eigenen Land vertrieben. 500 000 von ihnen haben in der Provinz Dahuk Schutz gesucht.

Haneen’s Familie hatte Glück. Sie fanden in der Schule ein festes Dach über dem Kopf, jeden Tag bekommen sie ein paar Lebensmittel, und aus dem nahe gelegenen Wassertank können sie sich mit Trinkwasser versorgen.

Aber natürlich: “Ich vermisse mein Zuhause”, sagt Haneen leise. “Alles war so schön dort.” Besonders ihre Freundinnen fehlen ihr. Nur eine ihrer ehemaligen Schulkolleginnen hat am selben Ort Zuflucht gefunden wie sie. Eine ihrer besten Freundinnen wurde auf der Flucht gefangen genommen; Haneen weiss bis heute nichts über ihr Schicksal.

Ein harter Winter steht vor der Tür

Wie viele andere steht auch Haneens Familie vor einer ungewissen Zukunft. Die Regierung will die Schule wieder in Betrieb nehmen – für Haneen und die anderen Flüchtlinge hätte es dann keinen Platz mehr. Viele Familien mussten bereits in sogenannte “Übergangslager” ziehen und leben dort in Zelten. Doch dort sind sie vor dem nahenden Winter nicht geschützt. “Das ist momentan unsere grösste Sorge”, sagt Mike Weickert, der den Hilfseinsatz von World Vision im Nordirak leitet. “Die Flüchtlinge in den Zelten werden vom Wetterumschwung hart getroffen.”

World Vision bereitet sich jetzt schon auf den Wintereinbruch vor und verteilt in Dahuk Decken, Matratzen und Hygienesets.

Sie können die Arbeit von World Vision mit irakischen Flüchtlingen unterstützen – hier geht’s zu unserer Soforthilfe für den Irak.

*Alle Namen wurden zum Schutz der Personen geändert.

1 Kommentar

  1. Stefan Beck, 23. Oktober 2014

    Ihre Webseite weckt viele Emotionen. Ich war 2x mit dem Motorrad in Afrika und habe dort auch sehr viele Luxusautos (Daimler, …) gesehen.
    Die vieln lachenden Kinder haben mich damals auch sehr bewegt.
    Könnte das Hauptproblem von Afrika nicht auch die ungleiche Verteilung von Geld und Verantwortung sein? Ähem, wie bei uns in Europa auch?
    Als Hartz IV´ler sind übrigens die Winter im Allgäu oder vor allem in Russland und Nordeuropa auch sehr hart. Denn Eis ohne Feuer/Wärme kann man nicht trinken.

Schreiben Sie einen Kommentar


× sechs = 12