Über ein kleines großes Wunder in Nord-Uganda und wie wichtig Radiostationen sind im Kampf gegen Kindersterblichkeit

Von Nadine Nowicki

“Im August hatte ich die tolle Möglichkeit nach Uganda zu reisen und mir dort unser Starthelfer-Projekt und die Erfolge, die wir dort vor Ort im letzten Jahr erreicht haben anzuschauen”, erzählt Nadine Nowicki von World Vision Deutschland.

“Ich bin total begeistert, was für uns so banale Sachen wie sterile Mullbinden, Aufklärung, Schulungen, medizinische Grundversorgung und vor allem Impfungen bewirken können”. World Vision Deutschland setzt sich in Nord-Uganda dafür ein, dass Babys wie Conrad die schwierigen ersten Lebensjahre gesund überstehen. Hier einige Auszüge aus Nadine’s Reisetagebuch:

Das Starthelfer-Projekt in Uganda konzentriert sich auf Neugeborene und Kleinkinder. Wir wollen helfen, dass so viele Kinder wie möglich die in Afrika gefährlichen ersten 5 Lebensjahre überleben.

Mit dem Programm ‘Helping Babys Breath Plus’ werden Krankenschwestern und Hebammen geschult, wie sie sich bei Atem-Komplikationen der gerade geborenen Babys verhalten müssen. Außerdem verteilen wir einfach zu bedienende und sehr effektive Schleimabsauger, die helfen, die ersten eigenen Atemzüge zu machen.

Im Amirobo Village durfte ich den 5 Monate alten Simon kennenlernen. Seine Mutter Irene erzählt mir, dass ihre dritte Schwangerschaft mit Simon sehr schwierig verlaufen sei und er dann fast 3 Monate zu früh auf die Welt gekommen ist.

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Sie hatte großes Glück, dass die in unserem Programm geschulte Hebamme Grace bei der Geburt dabei war, denn Simon hat nicht geatmet.

Grace hat den Schleim abgesaugt, Simon massiert und über 30 Minuten beatmet. Erst dann kam der befreiende erste Schrei, erzählt Irene mir unter Tränen. Sowohl Mama Irene und Grace sind sich sicher, dass Simon ohne das neu dazu gewonnene Wissen von Grace nicht hätte überleben können.

Für mich hat unser Projekt in Uganda ein Gesicht bekommen! Jedes einzelne gerettete Baby wie Simon zeigen mir wie wertvoll unsere Arbeit ist. In einem Jahr haben wir es mit den Unterstützern des Starthelfer-Projektes und unseren Kollegen in Uganda geschafft, die Sterblichkeitsrate von Säuglingen von 52% auf 23% zu senken.

Nach einer 1-stündigen Fahrt haben wir einen der medizinischen Aussenposten unsere Gesundheitsstationen im Norden Ugandas erreicht. Hier gab es vor ein paar Jahren keinerlei medizinische Versorgung. Mit Hilfe unseres Starthelfer-Programms konnte World Vision Krankenschwestern und Gesundheitshelfer ausbilden und schulen. Diese nehmen nun direkt vor Ort Impfungen und Check-Ups vor, kümmern sich um Schwangere und überweisen – wenn nötig – an größere Krankenhäuser.

Das Geschwisterpaar (3 und 5) ist den halbstündigen Fußmarsch alleine von ihrer Hütte gekommen, um sich ihre Typhus-Impfung abzuholen.

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Ich bin gerührt und stolz, dass sogar den Kleinsten bewusst ist, wie wichtig diese Vorsorgen sind!

Alle Mütter, die gerade entbunden haben, erhalten von unseren Kollegen in Uganda ein sogenanntes Starterhelfer-Kit. In diesem befinden sich u.a. sterile Mullbinden für die Nachsorge der Nabelschnur.

Seit dem diese Kits eingesetzt werden und die Mütter vor allem im hygienischen Umgang mit den Neugeborenen geschult werden, hat sich die Anzahl der tödlichen Infektionen in den ersten 6 Wochen halbiert!

Seit dem diese Kits eingesetzt werden und die Mütter vor allem im hygienischen Umgang mit den Neugeborenen geschult werden, hat sich die Anzahl der tödlichen Infektionen in den ersten 6 Wochen halbiert!

Für die Schulungen der Gesundheitshelfer werden von World Vision Schulungen mit Hilfe von Radios eingesetzt. So können wir auch in abgelegenen Gebieten gewährleisten, dass unsere Mitarbeiter fortwährend Auffrischungen und weiterführende Ausbildungen erhalten. Ein wichtiger Schritt, um die Versorgung der Babys und Kinder garantieren zu können. Meine Kollegin Doreen erzählt mir während meines Besuches, dass bei den Übertragungen viele Mitglieder der Dorfgemeinschaften teilnehmen.

"In vielen Dörfern bittet man uns, die Sendungen mehrfach zu wiederholen, weil das Interesse so groß ist", erklärt Sie mir glücklich!

“In vielen Dörfern bittet man uns, die Sendungen mehrfach zu wiederholen, weil das Interesse so groß ist”, erklärt Sie mir glücklich!

Über die Starthelfer-Programme von World Vision:  

Für Kleinkinder in Entwicklungsländern kann Armut schnell zu einer Frage des Überlebens werden. Eigentlich harmlose Krankheiten wie Durchfall können in den ersten Lebensjahren tausendfach zum Tod führen. Mangelernährung verursacht häufig Entwicklungsstörungen und Krankheiten, die das ganze spätere Leben beeinträchtigen.

Speziell für Schwangere, Babys und Kleinkinder hat World Vision daher das „Starthelfer”–Programm eingerichtet. Es sorgt dafür, dass möglichst viele Kinder in den ersten Lebensjahren eine gesunde Ernährung und eine medizinische Grundversorgung erhalten.

Werden auch Sie Starthelfer und unterstützen Sie uns bei unserer wichtigen Arbeit!

http://www.worldvision.de/spenden-starthelfer-werden.php

1 Kommentar

  1. Sina, 21. Juli 2017

    Ein weiteres, gelungenes Projekt von Worldvision. Ich finde es gut, dass nicht nur die „reichen, weißen“ Menschen zu dem Erfolg beitragen, sondern insbesondere die Einheimischen. Die regelmäßigen Schulungen sind dabei sehr hilfreich.
    Die Arbeit, die Krankenschwestern oder Gesundheitshelfer bei medizinischen Projekten weltweit leisten, finde ich beachtlich. Sie sind nicht auf ein Fachgebiet Spezialisiert, sondern sie helfen da, wo Hilfe benötigt wird. Das kann nicht jeder leisten.
    Ich finde es schön zu sehen, wie gut das Projekt auch bei den Einheimischen ankommt. Durch das Abspielen der Fortbildungs- CDs lernen nicht nur die Fachkräfte, auch die Einheimischen werden für das Thema Gesundheit sensibilisiert.
    Die bereits deutlich gesunkene Kindersterblichkeit nach nur einem Jahr beweist, dass das Starthelfer- Projekt mit seiner Arbeit sehr erfolgreich ist.

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