Reisebericht zum Patenkind Sherlyn im World Vision-Projekt Nueva Esperanza Dajabon

WorldVision_neu

von Olaf Maaz und Rosis Beltre

Nach noch nicht einmal einem Jahr meiner Patenschaft zu dem dominikanischen Mädchen Sherlyn (5 Jahre alt) hatte ich schon die Gelegenheit Sherlyn und Ihre Mutter zu treffen. Es war eine günstige Konstellation aus Besuch von Bekannten während meiner Urlaubszeit in der dominikanischen Republik und meinem Wunsch, das Mädchen und ihre Lebensumstände einmal persönlich zu erleben.

Olaf Maaz 3

Vermutlich war das Motiv auch mein leicht unsicheres Gefühl, was eigentlich konkret aus meiner monatlichen Spende wird. In der Vorbereitung zu diesem Besuch waren die Mitarbeiter von World Vision Deutschland sofort kooperativ und hilfsbereit, mir das persönliche Aufeinandertreffen mit meinem Patenkind zu ermöglichen – allerdings musste ich mehrere Erklärungen vor Antritt des Besuchs unterschreiben und ein aktuelles polizeiliches Führungszeugnis vorlegen. Dafür hatte ich auch Verständnis, genauso wir später noch mein Einverständnis, dass ich die Autofahrt nach Dajabon  mit der World Vision-Betreuerin vor Ort aus Santo Domingo (immerhin 4 Stunden Fahrt) – inklusive einer Mittagsessenseinladung – bezahlte. Dies kostete zusammen letztlich 110 US-Dollar. Ich erwähne dies auch deshalb, weil es richtig ist, dass für dieses private Interesse eines Patenkindbesuches in der Tat nicht „der Spenden-Topf“ von World Vision benutzt werden sollte.

Olaf Maaz 5

Sherlyn selbst erlebte ich als äußerst aufgewecktes und fröhliches Mädchen. Dies hat mich sehr gefreut, denn irgendwie war meine Vorstellung vorher, dass ich dort auf ein ärmliches und trauriges Mädchen treffe. Ist vielleicht ein absurder Gedanke gewesen, aber dem war halt so. Wir verstanden uns auf Anhieb, weil wir uns beide aufeinander gefreut hatten und die Atmosphäre war von vornherein völlig unverkrampft. Dies lag wohl auch an der Präsenz der World Vision-Mitarbeiterin Dolores, die obligatorisch bei dem Aufeinandertreffen dabei war. Auch dies erläuterte man mir vorher ausführlich.

Ich konnte vor, während und nach dem Besuch viele Fragen stellen, die auch alle ausführlich beantwortet wurden. Allerdings wird natürlich die Konversation in der Landessprache oder auf englisch geführt, dies sollte der Pate natürlich vorher wissen und sich darauf einstellen.

In den 4 Stunden Aufenthalt hat mir zudem ein recht großer Stab an Mitarbeiterinnen die Arbeitsweise von WV vor Ort anhand einer Power Point-Präsentation gezeigt.

Hier war man sehr bemüht und scheinbar mit dem gesamten „Aufgebot“ da (9 Mitarbeiterinnen, z.T. auch Ehrenamtliche), da ich in den  knapp 3 Jahren des Projektes in Dajabon auch erst der 2. besuchende Pate war!

Meine Erwartungen waren eventuell zu hoch geschraubt, was den Umfang des Projektes Nueva Esperanza Dajabon seit Gründung im Januar 2012 anbetraf:

Letztlich habe ich die Fertigstellung gesehen von einem Kindergartenraum, einem Werkraum, einem Computerraum (alles jeweils mit entsprechender Ausstattung) und einer kleineren Sportanlage.

Dazu gehört aber auch die vor Ort-Betreuung, d.h. das Spielen der Kinder mit den World Vision-MitarbeiterInnen sowie die Vermittlung von Wissen und handwerkliche Fähigkeiten an die Kinder.

Zudem wird recht viel in der Gemeinschaft unternommen, die ebenfalls Behinderte sowie anderweitig benachteiligte Menschen integriert. Des Weiteren sind bereits Gelder zur Verfügung gestellt worden für ein Krankenhaus, welches den Betrag beispielsweise in zwei Säuglingsbrutkästen investierte.

Der Pate sollte nicht die Vorstellung haben, dass „sein Geld“ (bei mir sind es monatlich 30,-€) DIREKT beim Patenkind ankommen. Vielmehr wird die GEMEINSCHAFT finanziert, so dass es immer ein ausgewogenes und gleiches Verhältnis ist. Ich fand dies sehr einleuchtend und zudem beruhigte es auch ein wenig mein Gewissen, als es vor einigen Monaten darum ging, mir ein Patenkind „auszusuchen“; wohlwissend, dass dann andere Kinder eventuell nicht so schnell einen Paten finden!

Dem Patenkind darf man gerne extra ein Geschenk zum Geburtstag machen oder wie ich – beim Besuch in einem Geschäft-, beispielsweise Kleidung o.ä. kaufen. Dies kommt dann direkt beim Patenkind an.

Olaf Maaz 6

Mit einem sehr guten Gefühl kam ich schließlich wieder nach zuhause zurück. Das Erlebnis war schon einmalig – aber man hat ja auch die Möglichkeit es zu wiederholen!

Auch wenn nicht jeder Pate einen direkten Besuch realisieren kann – mir ist dieser veröffentlichte Reisebericht wichtig, meine Erlebnisse realistisch und wahrheitsgemäß dem bereits spendenden oder sich „spendend-interessierten“ Mitmenschen mitzuteilen.

Abschließend möchte ich noch herzlich der DAK für die großzügig zur Verfügung gestellten Spendengüter danken als auch der Fluggesellschaft Condor für das kostenlos beförderte Spendengepäck!

 

Falls Sie sich ebenfalls für eine Patenschaft interessieren, finden Sie hier weitere Informationen:

http://www.worldvision.de/kinderpatenschaft.php

Was eine Kinderpatenschaft ausmacht:

http://www.worldvision.de/kinderpatenschaft-was-eine-kinder-patenschaft-ausmacht.php

3 Kommentare

  1. Walter Gross, 6. Mai 2015

    also Ihr Bericht hat mir sehr gut gefallen, er war sachlich und wirklich nicht langweilig. Wünsche mir noch viel mehr Paten und Spender die den Menschen durch 1 Euro am Tag helfen können.

  2. Claudia Kandzia, 19. September 2015

    Vielen Dank für Ihren Bericht. Er war sehr interessant und informativ für uns, da auch wir zwei Patenkinder in diesem World Vision-Projekt Nueva Esperanza Dajabon haben. Die Beiden sind erst 3 Jahre alt, es ist also noch viel Zeit, bis sie erwachsen sind, sodass wir hoffentlich auch irgendwann einmal die Gelegenheit ergreifen können, sie zu besuchen und persönlich kennenzulernen. Wir sind glücklich, dass wir diesen Familien eine kleine Unterstützung sein dürfen :-).

  3. Ildikó Horváth, 16. Dezember 2015

    Ihr Bericht war sehr informativ für uns. Vielen Dank! Wir selbst haben ein 8-jähriges Patenkind in diesem Projekt-Region das wir vielleicht an einem Tag auch persönlich kennenlernen können. Wir wünschen uns noch mehr WV-Paten mit Engagement für Kinder in der Welt.

Schreiben Sie einen Kommentar


acht × 3 =