“Trotz Ebola kann ich immer noch etwas lernen!”

s141276-3: Despite the Ebola...I am still learning

Gut, dass es Radios gibt! In Sierra Leone können viele Kinder wegen der Ebola-Epidemie zur Zeit nicht die Schule besuchen. Die 12jährige Rugiatu freut sich daher sehr, dass World Vision den Start eines Schulradio-Programms unterstützt.

Rugiatu sitzt unter einem Mango-Baum und wartet auf den Beginn ihrer Unterrichtsstunde. Heute ist Mathe dran – das Lieblingsfach des 12jährigen Mädchens aus Sierra Leone.

Aufmerksame Hörerin und Radio-Schülerin: die 12 Jahre alte Rugiatu aus Freetown.

Aufmerksame Hörerin und Radio-Schülerin: die 12 Jahre alte Rugiatu aus Freetown.

Sie holt lächelnd ihr Buch heraus, als der Lehrer sagt: “Guten Morgen, liebe Jungen und Mädchen. Geht’s euch gut? Heute üben wir die Addition.” Rugi muss sich die anderen Kinder vorstellen, auch die gewohnte Tafel und die Schreibtische fehlen. Die Lehrerstimme  kommt aus dem Radio.

“Wegen Ebola kann ich nicht zur Schule gehen”, erklärt Rugi, die eigentlich die vierte Klasse einer Grundschule in der Hauptstadt Freetown besucht. Das Leben vieler tausender Kinder wurde durch die Verbreitung des tödlichen Virus auf den Kopf gestellt. Auch der Schulbesuch fällt aus, weil es zu gefährlich erscheint, sich in großen Gruppen zu versammeln.

Die Radio-Schule und auch ein bißchen Schulfernsehen werden vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport angeboten, damit die Kinder trotz der Ebola-Epidemie etwas lernen können. Bisher beteiligen sich 28 Radio-Stationen aus dem ganzen Land sowie der öffentliche Fernsehsender. Das Programm ist noch ausbaufähig: die ersten 6 Schulklassen werden morgens andertalb Stunden unterrichtet, die höheren Klassen nachmittags. Aber ein Anfang ist gemacht. Und das Angebot ist wichtig für die Kinder.

s141276-3: Despite the Ebola...I am still learningWorld Vision unterstützt es aus mehreren Richtungen. Lehrer bekamen zum Start unter anderem technische Hilfsmittel wie Computer und Aufnahmegeräte sowie Solarlampen, damit sie auch bei Stromausfall arbeiten können. Auf den weit verstreuten Dörfern, in denen World Vision arbeitet, wird die Bevölkerung über die Radio-Schule informiert. Radios sind zwar weit verbreitet, aber nicht jede Familie hat eins zuhause.

Während die Rechenübungen erklärt werden, wird der Radio-Empfang bei Rugiatu plötzlich schlechter – sie hebt das Radio daher dicht an ihr Ohr. “Ich will nichts verpassen, denn gleich bekommen wir unsere Aufgaben”, sagt sie. Kurze darauf hört sie den Lehrer wieder klar und kann wieder mitschreiben.

Nach der Mathestunde beginnt Rugi mit ihren Hausaufgaben. Ihre Mutter Baby Kamara entfernt die Batterien aus dem Radio und verstaut sie sicher,  damit sie am nächsten Tag wieder zuhören können. “Weil die Schulen vorerst geschlossen bleiben, ist das Radioprogramm ein Segen für unsere Kinder, und wir nutzen es so gut wir können”, sagt sie.

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Nicht nur der Schulalltag ist in dieser Familie unterbrochen. Geld für den Lebensunterhal zu verdienen ist auch fast unmöglich geworden. Baby Kamaras Lebensmittelgeschäft läuft nicht mehr. Ihr Mann, der auf einem Wassertaxi arbeitet, das Fluggäste zum Flughafen bringt, ist ebenfalls ohne Arbeit, weil die Zahl der Flüge nach Sierra Leone drastisch reduziert wurde. Bei all diesen Problemen ist die Radio-Schule ein Lichtblick. “Trotz Ebola kann ich immer noch etwas lernen”, bringt es Rubi schlicht auf den Punkt.

Die Aufklärungsarbeit zur Verhütung weiterer Infektionen ist unterdessen weiter vorangetrieben worden. Auch hierbei kommen unter anderem Radio-Programme zum Einsatz, in denen Marktfrauen und Jugendliche ebenso zu Wort kommen wie Dorfautoritäten und religiöse Würdenträger.

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