Menschen mit Behinderungen in Vietnam: Alle gewinnen!

Sportevent_Vietnam_Behinderungen_2014

Rund 7,8 Prozent der Bevölkerung in Vietnam – 6,1 Millionen Menschen - leben mit Behinderungen. Viele von ihnen sind Kriegsopfer. Ihre Behinderungen rühren von dem hochgiftigen Kampfmittel Agent Orange her, dass während des Vietnamkriegs eingesetzt wurde. World Vision unterstützt die vietnamesische Gesellschaft auf dem Weg zur Inklusion.

“Jeder, der heute mitmacht, ist ein Gewinner”, sagt Hoang Duc Dzung. Mehr als 150 Menschen mit Behinderungen nehmen an einem der Sportfeste teil, die dieses Jahr im Distrikt Vinh Linh und  Hai Lang in der Provinz Quang Tri in Vietnam organisiert wurden – zwei ehemalige Kriegsgebiete, in denen heute besonders vielen Behinderte leben.

“Alle Athleten sind Gewinner, weil sie ihre innere Angst überwinden, am Leben teilzunehmen”, sagt Dzung. Er hat in Vinh Linh einen Club für Menschen mit Behinderungen mitgegründet. „Die Goldmedaille, die wir alle haben wollen, ist unsere Integration in die Gesellschaft“.


 

Tam hat seit ihrer Geburt nur eine Hand. Jahrelang wurde sie deshalb in ihrem Heimatdorf in der Proving Quang Tri ausgegrenzt, wuchs zu einer schüchternen jungen Frau heran. Jetzt ist sie 32 Jahre alt und macht seit 10 Jahren intensiv Sport. „Das hat mein Leben total verändert. Ich bin offener und   selbstbewusster geworden. Ich fühle mich nicht mehr als Last für meine Familie“, sagt die alleinerziehende Mutter, die eine große Sammlung Medaillen hat. Acht Silber- und Bronzemedaillen hat sie bei den ASEAN Para Games gewonnen, den großen südsostasiatischen Wettkämpfen für Menschen mit Behinderungen, 30 Goldmedaillen in Vietnam – in den Disziplinen Schwimmen, Diskus, Weitwurf und Speerwurf. Tam trainiert neun Monate im Jahr in der Hauptstadt Ho Chi Minh City und kann von ihren Preisgeldern leben. Das ist besser als vorher, aber immer noch nicht genug: Es reicht nicht, um ihre Familie mitzuversorgen. Auch wenn sie zuhause ist, ist es schwierig:  “Ich muss einfache Arbeiten machen, wie Bananen und  Bohnen aussortieren, und ich muss dafür neben meiner Hand meine Füße benutzen“.  Doch Tam ist nicht allein. Seit 2003 gehört sie zu einem Netzwerk, das World Vision in ihrer Region mit Menschen mit Behinderungen aufgebaut hat, seit 2007 gibt es auch in ihrem Dorf einen Club. Durch ihn konnte sich Tam einen Speer und einen Diskus leihen und damit trainieren. “Die Mitglieder des Clubs treffen sich einmal im Monat und wir passen gut aufeinander auf. Wir teilen die guten und schlechten Dinge im Leben“, sagt sie. „Sie haben mir immer geholfen, wenn ich es brauchte, und verstehen mich. Wir sitzen alle im selben Boot.“Tam hat seit ihrer Geburt nur eine Hand. Jahrelang wurde sie deshalb in ihrem Heimatdorf in der Proving Quang Tri ausgegrenzt, wuchs zu einer schüchternen jungen Frau heran. Jetzt ist sie 32 Jahre alt und macht seit 10 Jahren intensiv Sport. „Das hat mein Leben total verändert. Ich bin offener und selbstbewusster geworden. Ich fühle mich nicht mehr als Last für meine Familie“, sagt die alleinerziehende Mutter, die eine große Sammlung Medaillen hat. Acht Silber- und Bronzemedaillen hat sie bei den ASEAN Para Games gewonnen, den großen südsostasiatischen Wettkämpfen für Menschen mit Behinderungen, 30 Goldmedaillen in Vietnam – in den Disziplinen Schwimmen, Diskus, Weitwurf und Speerwurf. Tam trainiert neun Monate im Jahr in der Hauptstadt Ho Chi Minh City und kann von ihren Preisgeldern leben. Das ist besser als vorher, aber immer noch nicht genug: Es reicht nicht, um ihre Familie mitzuversorgen. Auch wenn sie zuhause ist, ist es schwierig: “Ich muss einfache Arbeiten machen, wie Bananen und Bohnen aussortieren, und ich muss dafür neben meiner Hand meine Füße benutzen“. Doch Tam ist nicht allein. Seit 2003 gehört sie zu einem Netzwerk, das World Vision in ihrer Region mit Menschen mit Behinderungen aufgebaut hat, seit 2007 gibt es auch in ihrem Dorf einen Club. Durch ihn konnte sich Tam einen Speer und einen Diskus leihen und damit trainieren. “Die Mitglieder des Clubs treffen sich einmal im Monat und wir passen gut aufeinander auf. Wir teilen die guten und schlechten Dinge im Leben“, sagt sie. „Sie haben mir immer geholfen, wenn ich es brauchte, und verstehen mich. Wir sitzen alle im selben Boot.“


 

World Vision richtet Sportevents wie dieses in Kooperation mit örtlichen Organisationen für Menschen mit Behinderungen und der Behörde für Sport und Gymnastik aus – gemeinsam sollen Grenzen überwunden werden, um eine inklusive Gesellschaft zu schaffen, an der alle teilhaben können.
“Ich bekam die Möglichkeit, Menschen zu treffen, die so sind wie ich“, berichtet Phan Thi Lan, eine Athletin aus Hai Lang. „Wir redeten miteinander, aßen miteinander, machten Sport zusammen. Es war eine wirklich tolle Erfahrung. Wir würden alle wiederkommen, auch wenn es keinerlei  finanzielle Unterstützung gibt.“
Seit 2012 arbeitet World Vision in dieser Region noch intensiver als vorher  mit und für Menschen, die Behinderungen haben und bringt Behörden und Betroffene zusammen. Erwachsene und Kinder, ihre Eltern und Lehrer, nehmen an Treffen, Foren und Workshops teil. Dabei bekommen sie die Möglichkeit, mit örtlichen Entscheidern, Gesundheitsbeamten und Gesetzgebern über Themen zu sprechen, die ihnen wichtig sind.

Wurf
Besonders geht es dabei  um die soziale und Bildungsinklusion, um physische Rehabilitation und um die Politik, die Menschen mit Behinderungen betrifft. „Durch diese Treffen bekommen sie die Möglichkeit, ihre Meinung und Hoffnungen gegenüber denen auszudrücken, die ihr Leben beeinflussen“, sagt Luu Cong Dinh, die World-Vision-Programmleiterin  im 8. Distrikt von Ho Chi Minh City. „Für viele Einheimische mit Behinderungen sind diese Treffen enorm ermutigend. Sie erleben Unterstützung von anderen in ihren Gemeinden“. Auch die örtlichen Behörden nehmend diese Treffen als wichtig wahr.
Bis heute hat World Vision mehr als 70 Clubs im ganzen Land aufgebaut, für Kinder und Erwachsene mit Behinderungen. Die Clubs helfen, die öffentliche Wahrnehmung für politische Entscheidungen zu erhöhen, mit denen die Chancengleichheit erhöht wird und die Einkommensmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen verbessert werden. Die Clubs bieten Kindern auch Spaß- und Bildungsangebote gemeinsam mit nicht-behinderten Kindern.
Gesundheitshelfer erhielten außerdem Fortbildungen im Bereich Physiotherapie für Kinder und Erwachsene mit Behinderungen. Lehrern wurden angemessene und inklusive Lehrmethoden für Schüler mit Behinderungen vermittelt.

Die Autorin, Le Khanh, ist Projektassistentin für inklusive Bildung im Projektgebiet Vinh Linh in Nguyen Thi, Vietnam.

Hier finden Sie weitere Informationen zu unseren Projekten in Vietnam.

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